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Alternative Maßnahmen zur Fiebersenkung

Suche hilfe, was tun gegen ...
Keine Frauenprobleme !

Moderator: Angelika

Gast

Beitragvon Gast » 24. Okt 2001, 22:06

Hallo Fee,
die Säfte kann man vielleicht auch einmal ohne Fieber verkosten *gg*.
Worauf ich noch aufmerksam machen möchte, sind harntreibende Mittelchen, die hier nicht unbedingt logisch sind, aber sowohl bei den Säften und auch bei den Listen darüber immer wieder vorkommen. Aber eine vermehrte Harnausscheidung ist tatsächlich eine Möglichkeit, Hitze abzugeben. Passt natürlich nur für Menschen, die genügend Flüssigkeit haben, bzw. muss entsprechend viel getrunken werden.
Schönen Abend,
Johanna


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Angelika
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Beitragvon Angelika » 24. Okt 2001, 22:35

Hallo Kräuterfee,

hierzu gibt es fast nichts mehr zum tippen, Du hast schon fast alles aufgelistet.

Mein einfaches Rezept bei Fieber ist noch von Großmutters- Zeit.

Der Quark -Wickel

Gekühlten Speisequark einige Millimeter dick auf 2 Leinentücher auftragen und beide Waden damit umwickeln. Darüber ein trockenes Baumwolltuch und ein Wolltuch wickeln. Ca.1 Stunde einwirken lassen , bis der Quark durch die Wärme trocken geworden ist. Danach mit kaltem Wasser abwaschen.

Auch ein Holunderblütenbad ist wirksam.

2 Handvoll Holunderblüten in ein Baumwollsäckchen füllen und in die Wanne hängen. Ca. 10-15 min . darin baden. Anschließend Bettruhe.

Bei Hildegard steht geschrieben:

Ein Mensch ,der täglich Fieber hat, koche die Blätter vom Zitronenbaum in Wein, seihe den Wein ab und trinke ihn fleißig, und er wird geheilt.

Täglich Fieber ist wohl Grippefieber oder verschleppte Grippe.

mfg Angelika

Gast

Beitragvon Gast » 25. Okt 2001, 13:50

Hallo Johanna,

wenn man Fieber hat, soll man ja auch viel trinken - und was rein muß, soll auch wieder raus, sonst gibt's Ödeme...Durch das Trinken werden auch schneller Giftstoffe ausgeschieden und der Körper wird gekühlt (wenn man auch den richtigen Trank wählt). Dann ist auch gut, das eine Ausscheidung gefördert wird.

Liebe Grüße
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 25. Okt 2001, 13:57

Hallo Angelika,

schön, daß doch noch etwas zusammenkommt !

Anbei noch einige Dinge, die eigemtlich typisch sind - viele Eigenschaften von Pflanzen sind bis in das Detail manchmal wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen und es fehlen Fallstudien...aber der Gebrauch und die Wirkung erfahren dennoch die Kranken - es fehlt halt der wissenschaftliche Nachweis.

Hier auch ein Beispiel, da ich die Schlehe auch erwähnt habe als fiebersenkendes Kraut:
(ja, man kann auch noch andere schöne Sachen herstellen *ggg* - zum Essen, Trinken und Einölen....)

Die Schlehe (Prununs spinosa )
Synonyme: Druparia spinosa
Schwarzdorn, Dornschlea, Schlehenstrauch.
Die voll entfalteten und getrockneten Blüten mit einem Mindestflavonoidgehalt von 2,5 %
Synonyme Drogenbezeichnungen: Flores Pruni spinosae, Flores Acaciae, Schwarzdornblüten, Heckendornblüten, Eschendornblüten.
Inhaltsstoffe: Mindestens 2,5 % Flavonoide, überwiegend Glykoside
von Quercetin und Kämpferol (zählen zu den Flavonolen),
darunter u. a. Quercitrin, Rutin und Hyperosid
(pharmakologische Wirkungen:
antiallergische und antiphlogistische Wirkung
- antivirale und antimikrobielle Wirkung
- antioxidative Wirkung - antiproliferative und antikarzinogene Wirkung,
aus therapeutischer Sicht:
stabilisierende Wirkung auf die Blutgefäße (sogenannter Vitamin-P-Effekt)
- spasmolytische und cardioprotektive Wirksamkeit
- hepatoprotektive Wirksamkeit (s. "Cardui mariae fructus - Mariendistelfrüchte")
- diuretische Wirksamkeit
- antioxidative Wirksamkeit
Eine Wirkungsnachweis für die Droge wurde bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erbracht :-(((
Enthält Säuren und Gerbstoffe, daher eine unterstützende Wirkung bei Magenschwäche; wirkt leicht verdauungsanregend. Vitamin C, Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium - sehr gut für Herz und Kreislauf. Magen-Darm-Koliken, Infektionskrankheiten, wirkt blutreinigend
Volkstümliche Anwendungsgebiete: Zubereitungen aus Schlehdornblüten werden bei Erkältungskrankheiten, Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege, als Abführmittel, bei Durchfall, zur Vorbeugung und Behandlung von Magenkrämpfen, Blähungen, Darmerkrankungen und bei Magenschwäche, ferner bei Wassersucht, Nieren- und Blasenleiden, Blasenkrämpfen sowie als harntreibendes Mittel, als schweißtreibendes Mittel, bei allgemeiner Erschöpfung, in der Rekonvaleszenz, äußerlich bei Hautausschlägen und Hautunreinheiten sowie zur "Blutreinigung" angewendet. Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist nicht ausreichend belegt:-(((
Dosierung und Art der Anwendung: Zur Teebereitung werden 1 bis 2 gehäufte Teelöffel voll (1 Teelöffel = etwa 1 g) mit kochendem Wasser übergossen, 5 bis 10 min unter gelegentlichem Umrühren stehen gelassen und anschließend abgeseiht. Bei Bedarf werden 1 bis 2 Tassen tagsüber oder 2 Tassen am Abend getrunken.


MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 26. Okt 2001, 08:14

Nun noch zur Esche, da sie ja auch wie die Chinarinde verwendet wurde, aber viel billiger ist:

Gemeine Esche (Baum des Jahres 2001)
Esche / Gewöhnliche Esche
Fraxinus excelsior
Fraxinus war der Name der Esche bei den Römern und kommt vom griechischen Wort Phraxis „Zaun“, da man das Holz der Esche für Umzäunungen verwendete. Das lateinische Wort excelsior kommt von excelsus (= hervorragend), da die Esche zu einem stattlichen, hohen Baum heranwächst.
Inhaltsstoffe:
Bitterstoff
Flavonoide
Fraxidin
Fraxin
Fraxinol
Gerbstoff
Gerbsäureglykosid
Cumarine-verbindungen
Rutin
Apfelsäure
Schon von Hippokrates wurden Eschenblätter als harntreibendes und abführendes Mittel bei Gicht und Rheuma verwendet. Der Saft der Blätter sollte auch bei Schlangenbissen hilfreich sein. Matthiolus benutzte Esche bei Steinleiden und Gelbsucht.
Früher war Eschenlaub ein wichtiges Winterfutter für das Vieh und wurde teilweise an eigens dafür angelegten Schneitelbäumen gewonnen, indem es im Sommer geschnitten und getrocknet wurde. Diese Verwendung des Eschenlaubes für Futterzwecke ist so alt, dass in der germanischen Mythologie bereits davon erzählt wird. Viele sehr alte Eschen in der Nähe von Bauernhöfen und Burgen gehen darauf zurück. Und in den Alpen werden kranke Tiere noch bis heute mit Eschenblättern als Krankenkost gefüttert. Die Rinde benutzte man zum Gerben sowie zum Braun-, Blau- und Schwarzfärben.
In der Heilkunde haben die Blätter bei Rheuma und Gicht Bedeutung, indem man daraus Tee zubereitet. Dieser gilt zudem als blutreinigend und wassertreibend. Schon der Kräutervater Hieronymus Bock meinte im 17. Jahrhundert:"Viele lehren, wann man Eschenlaub zerstößt und etliche Zeit den Saft mit Wein trinkt, das soll die feinen Leute mager machen."
Zusammen mit Wacholderbeeren kann man aus Eschenblättern den Eschengeist herstellen
Die abgeschabte Rinde junger Bäume wurde Fieberkranken als Tee eingeflößt. Aus jungen, noch klebrigen Blättern lassen sich leckere Salate herstellen. Wenig bekannt ist die blutstillende Anwendung als Wundholz (wie Chinarinde), indem man Schnittwunden bei der ersten Hilfe mit frischen Eschenrindenstreifen verbindet. Schwarztee lässt sich in Notzeiten durch getrocknete und gestampfte Eschenblätter ersetzen. Eschenlaub in Schuhe gelegt, soll müden Füßen vorbeugen.

Indikationen:
Blasen- und Nierenleiden, Fieber, Rheuma, Gicht, Verstopfung, Wassersucht


MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 26. Okt 2001, 12:23

Noch die "Perlen" aus der chinesischen Medizin (wie versprochen) - Erklärungen bitte bei TCM suchen:

Bai hu Tang
Weißer Tiger Dekokt /
Ibid.
9 g Rhizoma Anemarrhenae (Zhimu)
30 g Gypsum Fibrosum (Shigao)
3 g Radix Glycyrrhizae (Gancao)
9 g Semen Oryzae Nonglutinosae (Jingmi) Wirkung: Hitze klären u. Körpersäfte mehren.
Indikationen: Hohes Fieber mit gerötetem Gesicht, Durst, Schweiß, usw. u. bei Diabetes (Xiao-Ke)

Chai hu Shu gan San
Radix Bupleuri Pulver, das das Leber (-Qi) strömen läßt/ Bupleuri Leber-Lockerungs-dekokt
6 g Radix Bupleuri (Chaihu)
6 g Pericarpium Citri Reticulatae (Chenpi)
6 g Fructus Aurantii (Zhiqiao)
9 g Radix Paeoniae Alba (Baishao)
3 g Radix Glycyrrhizae Tosta (Zhigancao)
6 g Rhizoma Cyperi (Xiangfu)
6 g Rhizoma Chuanxiong (Chuanxiong) Wirkung: Leber Qi-Fluß und Blutfluß fördern und Schmerz lindern.
Indikationen: Schmerz im Bereich des Hypochondriums mit alternierenden Phasen von Fieber und Frösteln durch eine Leber-Qi-Stagnation.

Da Bu yin Wan
Bolus, der stark das Yin tonisiert/ Großes Yin-Tonikum
80 g Cortex Phellodendri (Huangbai)
80 g Rhizoma Anemarrhenae (Zhimu)
120 g Radix Rehmanniae Praeparata (Shudihuang)
120 g Plastrum Testudinis (Guiban)
160 g Medulla Spinalis Suis (Zhujisui)
Jede Substanz wird pulverisiert, in gleichen Mengen gemischt und zu Arzneipillen verarbeitet, 2-3 Mal täglich 6 g. Wirkung: Das Yin der Leber und Nieren nähren.
Indikationen: Nacht- schweiße und Knochendampf-Fieber durch Feuer, das durch Yin-Leere der Leber u. Nieren verursacht ist.

Dang gui Bu xue Tang
Rx. Angelicae Sinensis Dekokt zur Tonisierung des Blutes/Dangui Blut-Tonikum
30 g Radix Astragali (Huangqi)
6 g Radix Angelicae Sinensis (Danggui) Wirkung: Qi stärken und Blut nähren.
Indikationen: Blut-Leere und Fieber durch Blut-Leere.

Huang lian Jie du Tang
Rh. Coptidis Dekokt, das toxische Wir-kungen lindert/ Entgiftendes Drei Huang Dekokt
9 g Rhizoma Coptidis (Huanglian)
6 g Radix Scutellariae (Huangqin)
6 g Cortex Phellodendri (Huangbai)
9 g Fructus Gardeniae (Zhizhi) Wirkung: Starke Hitze und Toxine beseitigen.
Indikationen: Hohes Fieber durch Hitze.

Liu wei Di huang Tang
Rx. Rehmannia Dekokt der Sechs Anteile/ Rehmannia Sechser Dekokt
24 g Radix Rehmanniae Praeparata (Shudihuang)
12 g Fructus Corni (Shanzhuyu)
12 g Rhizoma Dioscoreae (Shanyao)
9 g Rhizoma Alismatis (Zexie)
9 g Cortex Moutan (Mudanpi)
9 g Poria (Fuling). Wirkung: Nieren-Yin nähren. Indikationen: Nieren-Leere mit Schwindel, Tinnitus, Schwäche v. Rücken und Knie, Samenverlusten, Diabetes, od. Fieber

Niu huang Qing xin Wan
Calculus Bovis Bolus, das das Herz klärt / Bovis Herz- Bolus
Calculus Bovis (Niuhang)
Cinnabaris (Zhusha)
Rhizoma Coptidis (Huanglian)
Radix Scutellariae (Huangqin)
Fructus Gardeniae (Zhizi)
Radix Curcumae (Yujin)
Arzneibolus 3-6 g, zweimal täglich. Wirkung: Toxische Hitze ausleiten und beruhigen.
Indikationen: Hohes Fieber mit Delirium und Ruhelosigkeit.

Qing Wen Bai Du Yin
Dekokt, das febrile Krank- heiten kühlt und Toxine beseitigt / Antifebriles Dekokt forte
30-60 g Gypsum Fibrosum (Shigao)
15-30 g Radix Rehmanniae (Shengdihuang)
3-9 g Rhizoma Coptidis (Huanglian)
6-12 g Fructus Gardeniae (Zhizi)
3-6 g Radix Platycodi (Jiegeng)
6-12 g Radix Scutellariae (Huangqin)
3-6 g Rhizoma Anemarrhenae (Zhimu)
6-12 g Radix Paeoniae Rubra (Chishao)
6-12 g Fructus Forsythiae (Lianqiao)
6-12 g Radix Scrophulariae (Xuanshen)
3 g Radix Glycyrrhizae (Gancao)
3-6 g Herba Lophatheri (Zhuye)
1-3 g Cornu Rhinocerotis (Xijiao) separat pulverisiert und nach Dekokt von 1-3 g einzunehmen (10-fache Menge wenn Wasserbüffelhorn verwendet) Wirkung: Ausgeprägte Hitze und Toxine aus den Qi und Blut beseitigen.
Indikationen: Hohes Fieber, Ruhelosigkeit und Delirium

Qing Ying Tang Dekokt, das die Ying-Ebene klärt / Ying klärendes Dekokt forte
15 g Radix Rehmanniae (Shengdihuang)
9 g Radix Scrophulariae (Xuanshen)
9 g Radix Ophiopogonis (Maidong)
9 g Flos Lonicerae (Jinyinhua)
6 g Fructus Forsythiae (Liangqiao)
6 g Radix Salviae Miltiorrhizae (Danshen)
3 g Herba Lophatheri (Zhuye)
5 g Rhizoma Coptidis (Huanglian)
2 g Cornu Rhinocerotis (Xijiao), gesondert pulverisiert und nach dem Dekokt einzunehmen Wirkung: Hitze und Toxine aus der Ying-Ebene beseitigen.
Indikationen: Hohes Fieber mit Delirium und Hautausschlägen.

Sheng Mai San
Pulver, das Puls erzeugt / Puls-Pulver
10 g Radix Ginseng (Renshen)
15 g Radix Ophiopogonis (Maidong)
6 g Fructus Schisandrae (Wuweizi) Wirkung: Qi, Yin u. Körpersäfte nähren.
Indikationen: Fieber mit Schweiß, Durst, Müdigkeit, chron. Hu -sten (wenig Aus-wurf), Kurzatmigkeit u. Palpitationen, (i.v. Lösung: Kollaps, u.
Kardiogener Schock).

Shen Su Yin
Dekokt mit Rx. Ginseng u. Fl. Perilla/Ginseng-Perilla-Dekokt
24 g Radix Ginseng (Renshen)
24 g Folium Perillae (Zisuye)
24 g Radix Puerariae (Gegen)
24 g Radix Peucedani (Qianhu)
24 g Rhizoma Pinelliae (Banxia)
24 g Poria (Fuling)
15 g Pericarpium Citri Reticulatae (Chenpi)
15 g Radix Glycyrrhizae (Gancao)
15 g Radix Platycodi (Jiegeng)
15 g Fructus Aurantii (Zhiqiao)
15 g Radix Aucklandiae (Muxiang) Gemischt und zu Pulver verarbeitet, 12 g pro Gabe, mit frischem Ingwer und chinesischen Jujubadatteln zu kochen.
Wirkung: Schleimlö- send,schweißtreibend
Indikationen: Erkäl- tungskrankheiten bei geschwächten Pat. u. Schleimakkumulation bei Fieber/Frösteln ohne Schweißbil-dung, Kopfschmerzen u. Husten mit zähem Auswurf und schwachem Puls.

Xiao Chai Hu Tang
Kleines Rx. Bupleuri Dekokt/
Kleines Bupleurum
Dekokt
12 g Radix Bupleuri (Chaihu)
9 g Radix Scutellariae (Huangqin)
9 g Rhizoma Pinelliae (Banxia)
9 g Radix Codonopsis Pilosulae (Dangshen)
6 g Radix Glycyrrhizae Tosta (Zhigancao)
9 g Rhizoma Zingiberis Recens (Shengjiang)
4 Stück Fructus Jujubae (Dazao) Wirkung: Shaoyang-Erkrankungen.
Indikationen:Wechsel von Frösteln/Fieber, Völle der Brust, Übel keit, bitt. Geschmack (Pleuritis, Malaria, Pyelonephritis, akute Cholezystitis o akute Pankreatitis).

Xi jiao Di huang Tang
Dekokt mit Cornu Rhinocerotis und Radix Rehmanniae
Cornu Rhinocerotis (Xijiao) separat zu pulverisieren und 1,5
3 g nach dem Dekokt einnehmen.
30 g Radix Rehmanniae (Shengdihuang)
12 g Radix Paeoniae Rubra (Chishao)
9 g Cortex Moutan (Mudanpi) Wirkung: Toxische Hitze aus dem Blut beseitigen und Blut
Stase beheben.
Indikationen: Fieber mit Delirium und Hautausschlägen und Hämatemesis, Epistaxis und Teerstühlen durch Hitze im Blut.

Yin Qiao San
Pulver mit Flos Lonicerae und Fructus Forsythiae
30 g Fructus Forsythiae (Liangqiao)
30 g Flos Lonicerae (Jinyinhua)
18 g Radix Platycodi (Jiegeng)
18 g Herba Menthae (Bohe)
12 g Herba Lophatheri (Danzhuye)
15 g Radix Glycyrrhizae (Gancao)
18 g Herba Schizonepetae (Jingjiesui)
15 g Semen Sojae Praeparatum (Dandouchi)
18 g Fructus Arctii (Niubangzi) Gemischt und zu Pulver verarbeitet, eine Gabe bestehend aus 20 g Pulver mit einer entsprechender Menge von Rhizoma Phragmitis (Lu Gen) dekoktiert.
Wirkung: Wind-Hitze ausleiten und Toxine beseitigen.
Indikationen: Initialstadien epidemischer fieberhafter Erkrankungen mit Fieber, leichtem Frösteln, Kopfschmerz, Durst, Husten, wundem Hals.

Zeng ye Tang
Dekokt, des die Körpersäfte vermehrt
30 g Radix Scrophulariae (Xuanshen)
24 g Radix Ophiopogonis (Maidong)
24 g Radix Rehmanniae (Shengdihuang) Wirkung: Die Produktion der Körperflüssigkeiten fördern.
Indikationen: Leere an Körperflüssigkeiten bei fieberhaften Erkrankungen.

Zhi bai Di huang Tang
Dekokt mit Radix Rehmanniae Praeparata plus Rhizoma Anemarrhenae und Cortex Phellodendri
Liuwei Dihuang Tang (Sechs Bestandteile Bolus mit Radix Rehmanniae Praeparata), plus Rhizoma Anemarrhenae und Cortex Phellodendri (Huangbai) Wirkung: Nieren-Yin nähren und Leere -Feuer dämpfen.
Indikationen: Trockener Mund und wunden Hals, Nachtschweiße oder niedriges Fieber.


Ein schönes WE
wünscht
Kräuterfee


Gast

Beitragvon Gast » 29. Okt 2001, 09:00

zu den erwähneten Sellerie (bei Pater Simon z.B. zur Erklärung)
Inhaltsstoffe
Die Pflanze enthält als wirksame Bestandteile ätherisches Öl, Apiin, Cholin, Cumarine, Flavonoide, Furanocumarine, Harz und Vitamine ( B, C, E ).
Sellerieöl wird von Terpenen dominiert, vor allem Limonen (70 bis 90%) und den Sesquiterpenen beta-Selinen (10%) und Humulen. Der charakteristische Selleriegeruch dagegen stammt von Phthaliden (3-Butylphthalid und sein 5,6-Dihydroderivat Sedanenolid), obwohl letztere nur in Spuren auftreten.
Weiters enthält Sellerie ein Furocoumarin namens Bergapten, das photosensibilisierend wirkt und das daher Photodermatitis (Hautreizung durch Lichteinwirkung) bei Feldarbeitern auslösen kann.
Besonders Wilder Sellerie (Sumpfsellerie (var. graveolens)) , aber auch die Zuchtform, die vom Supfsellerie abstammt, ist reich an Vitamin C (Blätter), die Knolle an den Vitaminen B1, B2 und Nicotinsäureamid, Carotin und den Mineralien Calcium, Natrium, Kalium, Magnesium und Phosphor. Ein besonders wertvolles, mineralstoff- und Vitamin C reiches Gemüse zur Aktivierung des Stoffwechsels ist der rohe Sellerie. Seine ätherischen Öle und Vitalstoffe regen die Drüsenfunktion an und helfen Umweltgifte aus dem Körper auszuscheiden.

Geschichte:
Sellerie ist eine seit dem Altertum im Mittelmeergebiet bekannte Pflanze.Die homerischen Epen erwähnen sie (Odyssey) . Es ist wenig bekannt, daß Sellerieblätter die Sieger der Nemeischen Spiele zierten.Sellerie ist ein alte Kulturpflanze. Im Alten Ägypten wurde sie zu kultischen Zwecken benutzt. Bei den Griechen und Römern war sie dem Gott der Unterwelt geweiht. Sie wurde schon zur Zeit Plinius d.Ä. ( - 79 n.Chr.) kultiviert. Nach Deutschland kam sie im frühen Mittelalter.
Entstanden ist sie aus der Wildform A. graveolens var. graveolens (Wilder Sellerie), die an den Küsten des Mittelmehr und des Atlantiks vorkommt."Gekocht schadet Sellerie nicht, sondern macht viele gute Säfte." Hildegard von Bingen
Achtung Kreuzallergien möglich !
Baumpollen (Birke, Erle, Hasel etc.) Apfel, Birne, Pfirsich, Kirsche, andere Kern- und Steinobstsorten, Nüsse (bes. Haselnüsse), Kiwi, Sellerie
Beifuß Küchenkräuter und roher Sellerie, Gewürze (Anis, Koriander, Zimt)

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 29. Okt 2001, 10:23

Holunder als Fiebersenkendes Mittel
Synonyme: Elder, Flieder, Hölder, Holderbaum, Holderbusch, Holler, Kelkenbusch
Schon in der Antike galt die Pflanze als wichtige Arznei und heute noch ist der Holunder eines der bekanntesten Volksheilmittel - seine Wirkstoffe befinden sich in den Wurzeln, Blättern, Blüten und Beeren. Er stützt das Immunsystem, gilt als wirkungsvolles Blutreinigungsmittel, wird zur Darmregulierung, Schmerbekämpfung und vor allem bei Fieber und Erkältungskrankheiten erfolgreich eingesetzt. Er besitzt einen hohen Mineralstoff- und sehr hohen Vitamin-C-Gehalt;
deshalb hilft er auch zur Vorbeugung eines Herzinfarktes.
Inhaltsstoffe
Alkaloid
Bioflavone
Bitterstoff
BlausäureCholin
Coniin
Farbstoff
Flavonoide
Phosphor
FruchtsäureGerbstoff
Gerbsäureglykosid
Harz
Kalzium
Kalium
Organische SäurePektin
Schleim
Rutin
Saponine
Zucker
Triterpene
Vitamin
Vitamin-a
Vitamin-b
Vitamin-c
ApfelsäureÄetherisches Öl
In den Früchten:
Vitamine A, B und C, organische Säuren, Zucker, Anthocyanfarbstoff, Gerbstoffe
In den Blüten:
Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Sambunigrin (Blausäureglykosid), Schleim, Phenolcarbonsäuren, Apfelsäure
Wirkung:
Wurde schon in alten Zeiten für sogenannte Blutreinigungskuren gebraucht;
harntreibende Wirkung - "säubert" den Körper
leicht abführend (angeblich die rohen Früchte - hier aber streng darauf achten, dass nicht zuviele konsumiert werden)
Stärkt die Abwehrkraft (Die Blüten sind ein Diaphoreticum und vor allem ein Mittel zur Steigerung der unspezifischen Abwehr)
schweißtreibend (Tee so heiß wie möglich trinken - wirkt besser als eine Schwitzpackung und strengt den Körper nicht so an; schwächt nicht so wie eine Schwitzbad)
fiebersenkend
Tee aus den Blüten vermehrt die Bronchialsekretion
Heilanzeigen:
Ein Saft oder Mus aus den Beeren gilt als gutes Mittel bei altem Rheuma, bei Neuralgien, Nervenschmerzen und Ischias
Bei allen mit Fieber einhergehenden Erkrankungen der Luftwege, Schnupfen, Rachen-, Kehlkopf-, Luftröhrenentzündungen, Mandelentzündung, Bronchialkatarrh oder grippeartigen Entzündungen als schweißtreibende Maßnahme
gekochte (wegen der besseren Verträglichkeit) Zubereitungen aus reifen Beeren als Mittel bei Lungenentzündung
Nieren- und Blasenleiden
bei anhaltendem Kopfschmerz soll ein Umschlag aus frischen Holunderblüten Linderung bringen
Hinweis:
Werden die Früchte in rohem Zustand in größeren Mengen oder unreif verzehrt, kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
Holunderblüten - Tee:
2-3 mal täglich eine Tasse Holunderblüten - Tee heiß trinken (evtl. mit einem EL Lindenblüten- oder Salbeiblütenhonig süßen).
dazu 2-3 EL Holunderblüten auf eine Tasse sehr heißes (nicht kochendes) Wasser geben, wenn eine schweißtreibende Wirkung erwünscht ist. (zugleich mit einer Schwitzanwendung wie Wickel, heißes Bad oder einem längeren heißen Fußbad möglich. - diese Schwitzprozeduren schwächen und belasten manche Menschen allerdings - bei kräftigen Personen sind sie aber als zusätzlicher Reiz durchaus in manchen Fällen angezeigt - danach Bettruhe!).
Zur Steigerung der Abwehrkräfte nur 1 EL Holunderblüten auf eine Tasse Wasser! 3 mal täglich eine Tasse, 14 Tage lang.
Häufiger Gebrauch auch als Gemisch mit Lindenblüten und Kamille, zur Anregung der Hauttätigkeit. Oder in der Mischung mit Lindenblüten als zusätzliche schweißtreibende Kombination.


MfG
Kräuterfee, die lieber nicht si viel über Holunder schreibt... *ggg*

Gast

Beitragvon Gast » 29. Okt 2001, 12:07

Nun noch was von der guten Hildegard-Medizin:
Hildegard's Anwendungen gegen Fieber:
Fieber:
Heilende Abwehrreaktion des Körpers gegen Bakterien, Viren oder Gifte. Fieber als Symptom nicht unterdrücken. Kinder bekommen dank ihrer Lebenskraft oft und leicht Heilfieber.
Galgant in Himbeerwasser
Hilft bei: Grippefieber, Virusfieber, Kinderfieber.
1 bis 2 Galgant-Tabletten 0,1 g
1 Glas Himbeersaft
Zubereitung:
Die Tabletten im Himbeersaft auflösen, gegebenenfalls den ausgepreßten Saft einer halben Zitrone hinzufügen.
Anwendung:
Einmal täglich bis in den Herbst und Winter hinein trinken.
Akelei-Urtinktur
Hilft bei: Virusgrippe, Kinderfieber, Masern, Röteln, Mumps, Windpocken, Herpes, Angina, Allergiefieber, Lymphknotenschwellung, Polypen, Lymphdrainage; Fiebermittel.
Zubereitung:
Nach Hildegard, aber auch fertig in der Apotheke erhältlich."Wer Fieber hat, presse den Saft der Akelei aus und gebe dazu etwas Wein. Das trinke er oft, und es wird ihm besser gehen.
Anwendung:
3mal täglich 5 bis 10 Tropfen, Kinder 3mal täglich 3 Tropfen, vor dem Essen einnehmen.
Akeleisaft: Indikation: Fieber, Nachtschweiß, Masern, Angina, Virusfieber (Röteln, Grippe, Mumps, Windpocken, Herpes). Allergiefieber
Anwendung: Akeleisaft in Wein (konserviert) mehrmals tgl. 1 TL voll einnehmen oder Akelei-Urtinktur mehrmals tgl. 20 Tropfen auf Zucker nehmen.

Meisterwurz-Wein
Hilft bei: Besonders hohem Fieber, Masern, Scharlach, fieberhafter Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Mandelentzündung; ist das Fieber-Universalmittel.
1 Eßlöffel Meisterwurz geschnitten
1/2 Tasse Wein
Zubereitung:
Zutaten abends ansetzen über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen mit etwas frischem Wein auffüllen.
Anwendung:
Tagsüber schluckweise trinken. Kleinkinder nur teelöffelweise, Kleinstkinder tropfenweise.

Drei-Tage-Fieberdiät
Bei allen Infekten schaltet der Körper von selbst auf Fieber und Fasten um. Die Temperaturerhöhung dient der Bekämpfung der Erreger und sollte nicht medikamentös unterdrückt, sondern mit der Fieberdiät unterstützt werden.
So wirds gemacht:
Erster Tag: Absolutes Fasten. Nichts essen, nur trinken. Ungezuckerten Fencheltee, soviel der Kranke will.
Zweiter Tag: Nun darf man eine dünne Dinkelgrießsuppe mit etwas Salz und Petersilie essen. Auch Dinkelspätzle oder Dinkelnudeln. Dinkelzwieback soviel man essen mag, am besten in Tee getaucht. Dazu mit viel Wasser gekochte Apfelstücke (kein Apfelmus) und das Wasser mitgetrunken.
Dritter Tag: An diesem Tag kann man Hühnerbouillon und etwas Hühnerfleisch essen. Auch gelöschter Wein ist ein gutes Getränk. Es gibt nur Äpfel, keine anderen Früchte, am besten wieder Apfelstücke in Wasser gekocht.
Maulbeeren
Bei Fieber, Husten, Halsschmerzen werden die Maulbeeren ihrer schleimlösenden Wirkung wegen geschätzt. Außerdem stabilisieren sie die Leber gegen Entzündungen, da sie wertvolle Vitamine enthalten.
Lorbeeren: Indikation: Magenfieber (Allergie), Fieber, Gastritis
Anwendung: "Wer Lorbeeren fleißig roh ißt, dem räumen sie mit allen Fiebern auf."

Irgendwie las ich auch noch was über Borretsch - hab's aber noch nicht gefunden :-(((


MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 29. Okt 2001, 14:34

Nun zu Borretsch (ohne Hildegard):
Borretsch
(lat. Borago officinalis)
Auch: Gurkenkraut, Blauschimmelstern, Herzblüten, Liebäuglein, Wohlgemutsblume, Gurkenkönig.
Hilfreich bei Husten und Bronchitis, wirkt blutreinigend und fiebersenkend
wirkt blutfettsenkend, antirheumatisch, harntreibend, auswurffördernd, hustenstillend, juckreizlindernd, schmerzstillend und hilft bei Hautrötungen, Herzklopfen, Nervosität, Halsentzündung, Fieber, Mundschleimhautentzündung, Nierenentzündung und vielem mehr.
Heilwirkung: Hoher Mineralstoffgehalt. , desinfizierend, blutreinigend und entzündungshemmend.
Die wesentlichen Inhaltsstoffe von Borretsch sind: Vitamin A, B1, B2, Bausteine für B12, C, Kalzium, Magnesium, Eisen, Natrium, Phosphor, Zink, Mangan, Molybdän, Silicea, Saponine, Flavonoide, ätherische Öle, Chlorophyll.
Ein Getränk aus Borretschblättern unterstützt die Reinigung und Sanierung geschädigter Zellen von schwer löslichen Schlacken und Giften. Auch bei hartnäckigen rheumatischen Stoffwechselablagerungen und Schlacken sowie bei Herzbeschwerden, Nierenentzündungen, Leber- und Gallenerkrankungen werden Borretschgetränke empfohlen.
Warnung: Da die in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalalkaloide hoch giftig sind, sollte Borretsch nicht innerlich angewendet werden. In jedem Fall sollte ein Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden.
Im Mittelalter wurde Borretsch von den Arabern verbreitet; zum Wecken der Lebensgeister, später wurde er zu einer bekannten Honig und Gewürzpflanze.
Der Name leitet sich von arabisch abu buraq "Vater des Schweißes" ab und bezieht sich auf die schweißtreibende Wirkung.
Auch Hildegard von Bingen verwendete ihn.

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 29. Okt 2001, 18:27

Und nun zum Frauenmantel. Bekannt nur als hauptsächliche Anwendung bei Frauenleiden. In der Volksmedizin aber für noch mehr. Es mutet schon seltsam an, daß dieses Kraut, das auch heute einem großen Namen hat, wissenschaftlich nicht näher untersucht wurde.
Es ist zwar bekannt, daß der Frauenmantel über Gerbsäure, Salicylsäure, Saponine, Phytosterine, ätherisches Öl und Bitterstoff verfügt, aber es fehlen die klinischen Tests über die Wirkung. In der modernen Pflanzenheilkunde wird dieses Kraut lediglich als Bestandteil für einen „Frauentee“ angegeben, der helfen soll, die Geburt vorzubereiten und die Milchbildung zu fördern.
Das war in früheren Zeiten ganz anders...
Bei Adamus Lonicerus heißt der Frauenmantel auch Sinnau, Löwenfuß, unser Frauen Mantel. Seine Anwendung war gegen hitzige Geschwülste (Sinnauwasser).
Maria Threben empfahl es bei Wundfieber und Fieber allgemein. (1 geh Teel auf ein ¼ L Wasser, brühen, kurz ziehen lassen).
Pater Simon empfielt ihn ebenfalls gegen Fieber (siehe Ausführung bei Simon).
Kräuterpfarrer Künzle : „Ferner ist Frauenmanteltee empfehlenswert bei Fieber ...“
Auch im Wochenbett:t
„Jede Kindbetterin sollte 8 bis 10 Tage fleißig recht viel von diesem Kraut trinken. Manche Kinder hätten noch ihre Mutter und mancher geschlagene Witwer seine Frau, wenn sie diese Gottesgabe gekannt hätten.“ (Künzle)
Kräutertee für die Kindbetterin
Brennesselblätter (Urticae folia cc.)
Frauenmantelkraut (Alchemillae herba cc.)
Himbeerblätter (Rubi Idaei folia cc.)
Johanniskraut (Hyperici herba cc.)
Melissenblätter (Melissae folia cc.)
Schafgarbenblüten (Millefolii flores cc.) zu gleichen Teilen
M.f.spec.; ein Eßlöffel der Mischung mit ca. 200 ml siedendem Wasser überbrühen, ca. 10 Minuten ziehenlassen, abseihen, mit Honig süßen; drei bis vier Tassen täglich.
Anmerkung und Ergänzung: Die Teemischung regt die Blutbildung an, kräftigt das Bindegewebe und fördert die Rückbildung. Frauenmantel und Schafgarbe, die volksmedizinischen Blutreiniger, stehen darüber hinaus im Ruf, Kindbettfieber zu verhüten.

Hier mehr über Frauenmantel (für Fan's):
http://www.naturheilkunde-online.de/Fac ... emilla.htm


MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 30. Okt 2001, 08:42

Benediktenkraut (Geum urbanum ) nicht das (Kardo)-Benediktenkraut (Cnicus benedictus) ist gemeint !!!
Echte Nelkenwurz / Gemeine Nelkenwurz / Stad-Benedikte / Stadt-Nelkenwurz
Inhaltsstoffe
Bitterstoff
Eugenol
Flavonoide
Gerbstoff
Gerbsäure-
Harz
Äetherisches Öl
Aufgrund des Nelkengeruches wurde der Wurzelstock von Geum urbanum früher als Ersatz für Gewürznelken (Name!) eingesetzt.
Für den Römer Plinius war der echte Nelkenwurz eine wirksame Arzenei gegen Brustbeschwerden. In eine ähnliche Richtung, wenn auch auf einen ganz anderen Gebiet, zielte die Ansicht hildegards, daß nämlich die "Benedicta" die Brust in Liebe entflammen und befreieen konnte. Deutlicher wurde da schon die Bedeutung Mannskraft. Lonicerus verabreichte das Nelkenwurzkraut gegen Leberverstopfung, Gelbsucht, Wassersucht und auch Unterleibskoliken. Sein "Kollege" matthiolus verwendete die Nelkenwurz als Heilmittel gegen Schlaganfall. Auch Kräuterpfarrer Künzle hielt in seinen Rezeptbüchern fest: "Leute, die Schlaganfälle erlitten haben oder selbe zu fürchten haben, tun gut, fleißig die Benedikte zu benutzen." Er glaubte auch, daß der Nelkenwurz bei Hirnhautentzündung, Augenentzündungen, Blasenschwäche und Zahnweh helfen konnte.
Von all diesen ist so gut wie nichts mehr geblieben. Nur in der Volksmedizin nutzt man noch die zuammenziehende Wirkung der Nelkenwurz, die sich aus den Inhaksstoffen (siehe oben) ergibt. (Eugenol ist übrigens auch in der Gewürznelke drin).
In unserer Zeit gilt er als verläßliches Mittel gegen heftigen Durchfall und zum Gurgeln bei Mund- und Rachenentzündungen, insbesondere bei blutendem Zahnfleisch.

Nelkenwurztee auch gegen fiebrige Erkältungen (nach Hochenegg)
1 TL der Wurzel in 1 Tasse kaltem Wasser ansetzen und 5 min leicht kochen.
Von dem abgeseihten Tee trinkt man täglich 3 Tassen. Er hilft bei Darmproblemen, zum Bsp. einer entzündeten Dickdarmschleimheit. Er wirkt beruhigend bei Brechreiz und kann auch gegen fiebrige Erkältungen eingenommen werden. In den Tee getauchte Reintücher dienen als Umschläge gegen hautentzündungen.
Für ein Sitzbad wird ein kräftiger Sud ins Badewasser gegossen und hilft so gegen Hämorrhiden.

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 30. Okt 2001, 15:03

weiteres aus der Homöopathie

Schwalbenwurz Vincetoxicum hirundinaria Asclepiadaceae
Begleitend bei Bluthochdruck, Nierenleiden (wassertreibend), zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte bei fieberhaften Infekten (schweißtreibend)

Blauer Eisenhut Aconitum napellus Ranunculaceae
Bei Fieber (Grippe), Nervenschmerzen

Tollkirsche Atropa belladonna Solanaceae
Bei Fieber, übermäßiger Hirndurchblutung, Wundrosen, Scharlach und Angina


MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 31. Okt 2001, 14:44

Noch zur vielgepriesenen Kamille:

Kamille Chamomilla recutita
Volkstümliche Bezeichnungen
Deutsche Kamille ( dt.); Echte Kamille ( dt.); Feldkamille ( dt.); Hermel ( dt.); Kamille ( dt.); Kleine Kamille ( dt.); Mägdeblume ( dt.);
Wirkungsbestimmende Inhaltsstoffe
Die ober- und unterirdischen Pflanzenorgane enthalten ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung von der Zugehörigkeit zu einem der bekannten Chemodeme bestimmt wird. Nach dem jeweils dominierenden Bisaboloid werden Handelskamillen in Bisabolol-, Bisabololoxid A. Bisabololoxid B- und Bisabolonoxid-Typen eingeteilt. Die Ölgehalte variieren im Laufe der Ontogenese. Während der Blütenentwicklung wird im allgemeinen ein Gehaltsanstieg beobachtet. Der Maximalgehalt von 0,3 bis 1,5 % wird vor dem vollen Aufblühen erreicht. Mit dem Abblühen geht der Ölgehalt deutlich zurück. Der Gehalt an Matricin und Bisaboloiden folgt diesem Gang, bei gleichzeitiger Abnahme des trans-beta -Farnesengehalts. Die Wurzeln enthalten nur geringe Mengen an ätherischem Öl. Therapeutisch relevante Kamilleninhaltsstoffe, wie Chamazulen und Bisabolol. fehlen. Wurzelöl enthält trans-alpha-Farnesen, die isomeren Chamomillaester und En-In-Dicycloether. Chamomillol, beta- und cis-Caryophyllen sowie Caryophyllenepoxid.
Anwendungsgebiet - Phytotherapie
Äußerlich: Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bakterielle Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches; Entzündliche Erkrankungen und Reizzustände der Luftwege (Inhalationen); Entzündungen im Anal- und Genitalbereich (Bäder und Spülungen); - Für Bäder und Spülungen bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bakteriellen Hauterkrankungen, wie Nachbehandlung eröffneter Furunkel und infizierte Wunden. Als Sitzbad bei entzündlichen Erkrankungen des Analbereiches, Pruritus ani, nach Operationen, zur Linderung der Beschwerden bei Hämorrhoiden, Analekzemen, Analfissuren bei perianalem Ekzem, entzündlichen Erkrankungen im Genitalbereich, zur Nachbehandlung von vaginalen Operationswunden, Episiotomien. Innerlich: Gastro-intestinale Spasmen und entzündliche Erkrankungen des Gastro-intestinal-Traktes, Magen-Darm-Beschwerden; Reizung der Mund- und Rachenschleimhaut sowie der oberen Atemwege.
Anwendungsgebiet - Homöopathie
Entsprechend dem homöopathischen Arzneimittelbild. Dazu gehören: Entzündungen der Atemorgane, Zahnungsbeschwerden, Entzündungen und Krämpfe der Verdauungsorgane, der weiblichen Geschlechtsorgane, heftige Schmerzzustände, reizbare Verstimmungszustände.
Für das Chamazulen ist eine fiebersenkende Wirkung im Tierversuch dokumentiert .
Geschichte
Die Echte Kamille gehört zu den Arzneipflanzen, die bis auf den heutigen Tag ihren festen Platz in der Volksheilkunde sowie in der medizinischen Therapie behauptet haben. Auf die heilende Wirkung des Kamillentees wies schon Galen (130-199 n. Chr.) hin. Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) ließ neben den Blüten auch das Kraut und die Wurzel verwenden und empfahl in seinen Schriften die Kamille als Trank, Sitzbad und für Umschläge gegen eine Reihe von Krankheitssymptomen, wie z.B. gegen Blähungen, Krampfzustände aller Art, Magenkatarrhe, Darmkatarrhe, Leibschmerzen, Krampfzustände von Blase und Gebärmutter. In der Volksheilkunde wird die Kamille heute wegen ihrer antiphlogistischen, spasmolytischen und karminativen Wirkung geschätzt. Da man ihr auch eine desinfizierende Wirkung nachsagt, verwendet man Kamillentinkturen bzw. Fluidextrakte gerne in der Zahnheilkunde (z.B. bei Entzündungen des Zahnfleisches und der Wurzelhaut) und in der Dermatologie, dort besonders bei großflächigen und schlecht heilenden Wunden, Ekzemen, Furunkeln und Geschwüren. Die Kamille wird sowohl äußerlich (z.B. als Dampfbad, zu Inhalationen, Pinselungen, Einreibungen) als auch innerlich (z.B. als Teeaufguß) angewendet.

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 31. Okt 2001, 17:12

Roter Sonnenhut Echinacea purpurea
Volkstümliche Bezeichnungen
Purpurfarbene Kegelblume ( dt.); Purpurfarbener Igelkopf ( dt.); Purpurfarbener Sonnenhut ( dt.); Roter Sonnenhut ( dt.); Rote Sonnenblume ( dt.);
Wirkung
Echinacea stimuliert die Zellen und Faktoren, die am körpereigenen angeborenen Abwehrsystem beteiligt sind.
Anwendungsgebiet - Phytotherapie
Innerlich: Unterstützende Behandlung rezidivierender Infekte im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege. Äußerlich : Schlecht heilende, oberflächliche Wunden.
Anwendungsgebiet - Homöopathie
In der Homöopathie findet Echinacea entsprechend dem homöopathischen Arzneimittelbild Anwendung. Dazu gehören: Unterstützende Behandlung schwerer und fieberhafter Infektionen.
Geschichte
Echinacea ist eine in der amerikanischen Volksmedizin seit Jahrhunderten bekannte Arzneipflanze. Den Indianerstämmen in Nebraska und Missouri war sie bereits bekannt.Ein Arzt beobachtet, wie eine Indianerfrau eine Echinacea Pflanze zwischen Steinen zerquetschte und den Pflanzenbrei einem Jäger, der sich bei der Jagd verletzt hatte, mit einem Verband auf die Wunde legte, damit diese rasch verheile. Daneben wurde diese Behandlungsform auch bei Schlangenbissen und fieberhaften Erkrankungen angewandt. Der Arzt beschaffte sich die Pflanzen und konnte die Erfahrungen der Indianer bestätigen. Dadurch kam Echinacea sehr bald in den USA in Gebrauch.
Wirkungsbestimmende Inhaltsstoffe
Kaffeesäurederivate (u.a.Cichoriensäure); Polysaccharide; Alkylamide (langkettige, ungesättigte Fettsäuren).

MfG
Kräuterfee



   

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