Zum Inhalt

Salbengrundlage

hier können Sie ihre Tipps weitergeben und um Rat fragen

Moderator: Angelika

Benutzeravatar
nocoda
Beiträge: 89
Registriert: 28. Okt 2003, 19:21

Salbengrundlage

Beitragvon nocoda » 18. Nov 2003, 16:44

Hallo Ihr Lieben,
um Salben selber herzustellen, welche Salbengrundlage nimmt man am besten?
Bin mich mom. erst am informieren... :eek:
Von Schweinefett wírd abgeraten, da das Fett Giftstoffe speichern soll.... :-?
Vaseline auch nicht, da dass künstlich ist.... :-?
Bienenwachs? - für's Gesicht auch??? :-?

Was ist mit Mekfett? Habe im Netz nach den Inhaltsstoffen gesucht und bisher NICHTS gefunden! Wisst Ihr darüber etwas?

Danke im Voraus!

*lg
nocoda
:???:
Keinen Rosenstock ohne die "Unterwelt" des Erdbodens...


Wicca
Beiträge: 12
Registriert: 18. Nov 2003, 10:08

Verschieden Gundlagen

Beitragvon Wicca » 18. Nov 2003, 18:52

An was für eine Salbe hast Du den gedacht?Fürs Gesicht ,Körper,für die Schönheit oder zum heilen?Gruss Wicca

Benutzeravatar
nocoda
Beiträge: 89
Registriert: 28. Okt 2003, 19:21

Beitragvon nocoda » 18. Nov 2003, 18:54

An eine Heilsalbe für den Körper.... :???:
(hab ich das korrekt erklärt?)

Gibt es einen Unterschied zwischen der Salbe für den Körper und der für das Gesicht?

*lg
nocoda
Keinen Rosenstock ohne die "Unterwelt" des Erdbodens...

Wicca
Beiträge: 12
Registriert: 18. Nov 2003, 10:08

Unterschiedliche Bedürfnisse

Beitragvon Wicca » 18. Nov 2003, 19:18

Stell Dir, vor Dein Kind hat einen wunden Popo.Dann muss die Salbe bewirken , dass auf die gereizte Haut,nicht noch eine Salbe draufkommt,die viel Feuchtigkeit endhält.Also braucht es eine Salbe,die möglichst trocken ist und quasi blockt.Wen Du für deinen Körper,eine Salbe möchtest,sollte sie gut zum Verteilen sein.Also eine Lotion ,die mehr Feuchtigkeit endhält.Und da braucht es verschiedene Grundlagen,die verschiedene Bedürfnisse abdecken können.
Gruss Wicca

Benutzeravatar
nocoda
Beiträge: 89
Registriert: 28. Okt 2003, 19:21

Beitragvon nocoda » 18. Nov 2003, 19:36

ahja klar, stimmt, daran hatte ich gar nicht gedacht - Danke Wicca :)

Bin mal gespannt, ob und was ich für Tipps erhalte....

*lg
nocoda
Keinen Rosenstock ohne die "Unterwelt" des Erdbodens...

Wicca
Beiträge: 12
Registriert: 18. Nov 2003, 10:08

Mache den Anfang

Beitragvon Wicca » 18. Nov 2003, 20:07

8 gr Bienenwachs weiss,
66 gr Erdnussöl,
5 gr Rizinussöl, mischen,auf 80 Celsius erwärmen,dann auf 60 Grad Celsius abkühlen lassen,während dem abkühlen,0,1 Natriumlaurylsulfat(Apotheke)in 20 Gramm 60 Grad warmenWasser lösen.Beides mischen und unter rühren langsam abkühlen lassen.Das ist eine Coldcream ,die angenehm auf der Haut ist und pflegend wirkt.Es können auch ätherische Oele beigegeben werden.Z.Bsp.Lavendel,Rosenöl ectect.
Gruss Wicca :wink:


Benutzeravatar
Kräuterfee
Beiträge: 7701
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitragvon Kräuterfee » 18. Nov 2003, 20:29

Salbengrundlagen:
- Bioschweineschmalz, Ghee, Butter, Ziegenbutter
- Bienenwachs, Kakaobutter, Sheabutter ...
- Emulgatoren: Lecithin ...
- Öle: Advocado, Mandel, Olive, Mais, Ringelblume, nachtkerze, Jojoba...
:wink:
MfG
Kräuterfee

Benutzeravatar
nocoda
Beiträge: 89
Registriert: 28. Okt 2003, 19:21

Beitragvon nocoda » 18. Nov 2003, 21:33

DANKE :sun1:

wow.....jesses, habt lieben Dank!

Das werde ich mir Alles nochmal in Ruhe durchlesen.
Ein großes Thema, wobei man sicher viel bedenken sollte.

Ob ich das Alles so im Hirn behalte... :P

*lg
nocoda
Keinen Rosenstock ohne die "Unterwelt" des Erdbodens...

Benutzeravatar
Kräuterfee
Beiträge: 7701
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 08:39

Hallo Necoda,

damit noch nicht genug :lol:

weitere Grundlagen:
- Honig gemischt mit Bienenwachs
Eine Salbengrundlage sollte weiß und gleichmäßig beschaffen sein, kleinere Klümpchen schadet übrigens nicht ;-)

Ach so, noch was zu negativen Bestandteilen von Salben. :achtung:
Glycerin
ist eine sirupartige Flüssigkeit, die durch die chemische Verbindung von Wasser und Fett hergestellt wird. Sie kommt als Lösemittel und als Weichmacher zum Einsatz. Sie zieht Feuchtigkeit aus den unteren Hautschichten an die Hautoberfläche und hält sie dort - außer wenn die Luftfeuchtigkeit über 65% liegt. Dadurch trocknet die Haut von innen nach außen aus.

Salz
Ist austrocknend und führt zu Hautirritationen.

Talkum
ist ein weiches, grau-grünes Mineral, welches man in manchen Körperpflegemittelchen und Kosmetikprodukten enthalten ist. Das Einatmen von Talkum ist unter Umständen schädlich, da diese Substanz als möglicherweise krebserregend gilt.

Talg
ist eine bestimmte Art Tiergewebe und besteht aus ölhaltigen Feststoffen oder halbfeste Stoffe. Diese sind wasserunlösliche Ester von Glycerol und Fettsäuren. Tierfett und Lauge sind die Hauptbestandteile eines Seifenstücks, einem Reinigungs- und Emulgationsmittel, das wahrscheinlich beste Vermehrungsbedingungen für Bakterien bietet.

Lanolin
ist eine aus Wolle gewonnene fettige Substanz, die häufig Bestandteil von Kosmetikas ist. Die Haut kann manchmal allergisch auf Lanolin reagieren, z.B. mit Hautausschlägen.
:wink:
MfG
Kräuterfee

wald_fee
Beiträge: 196
Registriert: 14. Sep 2003, 16:46

Beitragvon wald_fee » 19. Nov 2003, 11:27

Hallo Kräuterfee !!!

Und was sagst Du dazu, dass Paraffin in den Salben drin ist ?
Das ist doch Erdöl......igittigitt...oder? :???:
Was macht das eigentlich mit der Haut......?
Hmm....verstopft die Poren oder....?
Dann wird gross gepriesen "Öko....Natur....Bio....reiiiin Pflanzlich.....
und was weiss ich nicht alles, aber bei den Inhaltstoffen steht Paraffinum liquidum oder so ähnlich.

Tschüüüühüs :wink: waldfee1970

Benutzeravatar
Kräuterfee
Beiträge: 7701
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 11:46

Hallo Waldfee1970,

heute geht's wohl nur um Chemie :D

Mineralöle ist der Oberbegriff.
Paraffine/Erdölprodukte,Schmiermittel. Silikone werden als Paraffin, Microcristalline Wax, Petrolatum, Mineral Oil, Ceresin oder Dimethicone bezeichnet. Mineralöl bildet einen öligen Film auf der Haut. So wird Feuchtigkeit, Toxine und Abfallstoffe eingeschlossen und die normale Hautatmung unterbunden, weil der Sauerstoff nicht in die Haut eindringen kann.
:wink:
MfG
Kräuterfee

Benutzeravatar
Lichterkind
Beiträge: 104
Registriert: 25. Jun 2003, 17:54

Beitragvon Lichterkind » 19. Nov 2003, 15:24

Bilden nicht alle Fette (inkl. Bioschweineschmalz, Butter usw.) einen Film auf der Haut, so dass diese schlecht oder gar nicht atmen kann? *grübel*
Grüßle,
das Lichterkind

Benutzeravatar
nocoda
Beiträge: 89
Registriert: 28. Okt 2003, 19:21

Beitragvon nocoda » 19. Nov 2003, 16:23

Nur mal so als Gedankenblitz:

Ist nicht der Aufbau, bzw. der Inhalt der Salbengrundlage Voraussetzung für die Art der Aufnahme der Inhaltsstoffe über die Haut, von größter Wichtigkeit? (was für ein deutsch... :roll: )

Wie sieht es dann in diesem Zusammenhang (da hierbei Wasser ja eine wesentliche Rolle spielt) mit Gel- und Creme-Gel-Präparaten aus????
-?) -?) -?)

lg
nocoda
Keinen Rosenstock ohne die "Unterwelt" des Erdbodens...

Benutzeravatar
Kräuterfee
Beiträge: 7701
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 18:28

Hallo Lichterkind, hallo Necoda,

hmm, schon wieder Chemie heute – ich versuche mal beide Fragen zu erschlagen :D

Tja, Fett ist nicht gleich Fett.
Fette eignen sich als Schmier-, Trenn- und Haftmittel, aus ihnen lassen sich Salben und Seifen herstellen. In flüssiger Form bezeichnet man ein Fett als Öl.
Obwohl alle Fettmoleküle nach dem gleichen Schema aufgebaut sind, können sie sich in vielerlei Hinsicht voneinander unterscheiden. Ungesättigte Fettsäuren sind biegsamer. Deshalb sind tierische Fette wie Butterfett, Schweineschmalz oder Rindertalg bei Zimmertemperaturen fest.... (außer Kokosfett).

Menschliche und tierische Haut enthalten in der äußersten Schicht der Epidermis neben freien Fettsäuren und Cholesterol hauptsächlich Ceramide.
Ceramide sind hauteigene Fette. In der Hautschicht befinden sie sich in veresterter Form (Linolsäure und komplexe Proteine). – das ist sozusagen unsere Schutzbarriere der Haut.
In der Hornschicht bilden Ceramide (gibt’s verschiedene Arten) mit anderen Hautbestandteilen eine natürliche Schutzschicht. Sie wirken vor allem dem Austrocknen der Haut entgegen.
Sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenwelt gibt es Ceramide. Die menschliche Haut enthält vor allem Ceramide in der "Kittsubstanz" zwischen den abgestorbenen Hornzellen, also der äußersten Hautschicht.
Fehlt z.B. Linolsäure kann ein bestimmtes Ceramid nicht gebildet werden und die Haut wird trocken und schuppig; die Schutzbaariere bröckelt und es kann sich eine Dermatitis bilden (z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte).
Für Cremes werden sie unter anderem aus Sojabohnen oder Hefepilzen oder Reis oder Rind glaube hergestellt.
Alles Zartmacher der Haut sind dann sozusagen, Ceramide, Linolsäure und komplexe Proteine (einfaches Bsp. Weizenproteine) , Nachtkerzenöl (Gamma-Linolensäure), Lipide usw. fördernd.

In der Haut kommen noch Stearate = Stearinsäure vor. (Syn.: Stearic Acid, Octadecansäure) – riecht schon etwas schwach nach Rindertalg :D
Beim Mensch wie beim Tier. Das sind Fettkörper, die auch im Hauttalg vorkommen. (Hauttalg ist wiederum ein Hautfett, in den Talgdrüsen entsteht und hormonell beeinflußt ist).
Stearinsäure ist am Aufbau von Fetten als Fettsäure beteiligt und wird durch Fettspaltung gewonnen. Verwendet wird es in kosmetischen Produkten als Emulgator und Konsistenzgeber.
Sie ist zum Bsp. in Margerine enthalten...

Was sagt uns doch so der einfache Spruch? Ähnliches löst Ähnliches. So kann man das auch im Zusammenhang "mit dem was auf die Haut schmieren sehen" – gaanz salopp gesagt. Und dann gibt da noch Hauttyp und Hautprobleme – also sollte man sich dato die passende Creme machen. So sind auch früher Salbenrezepte mit Schweinefett und Butter und Dachsfett entstanden, die gut von der Haut aufgenommen werden, scheint anfangs fettiger, harmonisiert aber mit der Haut gut.
:wink:
MfG
Kräuterfee

Benutzeravatar
Kräuterfee
Beiträge: 7701
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitragvon Kräuterfee » 20. Nov 2003, 09:23

Die äußerste Hautschicht besteht wie schon oben erwähnt aus Ceramide, Cholesterol und freien Fettsäuren. Gemeinsam mit Wasser bilden sie die Schutzbarriere. Die Schicht ist immer aktiv und ständig passiert was Neues – für uns sichtbar meist, die abgestoßenen alten Hautzellen, oder wenn’s in dieser Schicht schon krieselt: Rötung, Schuppung, Juckreiz...
Und Kreatin ist nicht nur im Haar gebildet, sondern auch in der Haut. Substanzen werden von der Hornschicht und den Poren, über die Talg- und Schweißdrüsen, den Haarfolikeln aufgenommen, wobei die Hornschicht die größere Rolle spielt. Natürlich hat jeden eine indivudulle Struktur der oberen Epidermis.
Wasserlösliche Stoffe (lipophile Stoffe) werden meiner Ansicht nach interzellularen Weg nehmen, also zwischen den Zellen. Die Fettsäuren erleichtern das Eindringen/Einlagern von Lipiden. Einfach ungesättigte Fettsäuren wirken dabei besser als ungesättigte. Ölsäuren fördern das Eindringen. Dieses Eindringen macht z.B. das Propylenglykol möglich (nähere Beschreibung der Nebenwirkungen s.u.).
Was machen Tenside in Kosmetika ? – Es gibt ja verschiedene - sie beinflussen auch den Transport und das Eindringen von Stoffen in die Haut.
Was ist mit Harnstoff ? – Der besitzt gute Hautverträglichkeitseigenschaften (wahrscheinlich weil er selbst in der Haut des Menschen vorkommt). Harnstoff ist ideal für trockenen Haut, da er juckreizstillend ist und die Regeneration und Wundheilung durch Vermehrung des Gewebes fördert. Harnstoff bindet viel Wasser und das ist positiv für das Kreatinin in der Haut. Außerdem öffnet er verstopfte Poren (besonders in höheren Konzentrationen). Das geht aber alles nicht so schnell, also ‚draufschmieren und auf Wirkung warten, diese Prozesse laufen sehr langsam ab und die sichtbare Wirkung kann schon mal Wochen dauern.

Also ein ausgesuchter Wirkstoff soll durch die Haut an die betreffende Stelle (auch in der Kosmetik, Hände, Gesicht, Haar, Körper, Füße etc.) kommen und dort seine Wirkung entfalten.
Damit’s wie ein Gel aussieht, kommt zu den z.B. Ölen ein Emulgator (dieser kann auch schon rückfettend wirken und vor allem für die Verbindung von Wasser und Öle sorgen – bekanntlich schwimmt ja sonst das Fett auf dem Wasser). Gel ist hier dann der Formzustand. Und der kann sich nach Art des Stoffes ändern, z.B. durch Schütteln sich verflüssigen und im Ruhezustand wieder fest werden (bestes Bsp. Ketschup). Diese Stoffe nennt man thixotrophe Substanzen.
Tja, Shampoo soll schäumen, alles soll duften und Cremes sollen ja gut auf der Haut spürbar sein, also verwendet man in der Kosmetik sogenannte Schaumbildner (Sodium-lauryl-sulfat (SLS) und Sodium-laureth-sulfat (SLES) und was weiß der Henker noch alles) – das wird im Körper abgelagert, ist irritierend für die Augen und Haut und können allergische Reaktionen auslösen und können ebenso potentiell gesundheitsgefährdend sein. Propylenglykol in Gels z.B. in Rasiergels und ~schaumes verhindert das Entweichen von Feuchtigkeit/Wasser und reizt die Haut und steht auf der Liste der „Stoffsicherheitsblätter“, da der Stoff alleine zu Leber- und Nierenprobleme führen kann. – Also, auch hier auf die Packung schauen und versuchen das Fachchinesisch zu entziffern – ich liebe deshalb meine selbstgemachten Cremes, auch wenn sie in den Kühlschrank wandern und nicht softig sind, sondern nach der Entnahme fest – und ? Die Salbe ein bißchen im Handteller gehalten, sorgt schon für weichere Konsistenz durch die Körperwärme und der Rest läßt sich dann auch verstreichen ;-)
:wink:
MfG
Kräuterfee



   

Zurück zu „Tipps“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste