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Milchzuckerunverträglichkeit (Lactose-Intoleranz)

hier können Sie ihre Tipps weitergeben und um Rat fragen

Moderator: Angelika

Zhou
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Beitragvon Zhou » 14. Jul 2005, 08:31

hallo leonie

ja den tipp bekommt jeder vonseinem arzt, ist aber auch leichter gesagt als getan, wenn man sich mal anschaut wo das zeug so überall drin ist.


also....
eine LI durch darmerkrankungen, eine sekundäre LI, bekommt man, weil durch die krankheit der darm so im stress ist, dass nicht (mehr) genügend lactase gebildet wird.

wenn du den verdacht hast, dass du deine LI aufgrund einer darmerkrankung hast (oder die lactose diät nicht alle beschwerden beseitigt) dann frag bei deinem arzt nach tests auf darmerkrankungen, pilzbefall etc.


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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 14. Jul 2005, 08:56

Kleine Anmerkung:
Mit steigendem Alter (vorwiegend ältere Leutchen's) können trotz vorhandenes Enzym nicht mehr so gut die Lactose (Milchzucker) verabeiten; es kommt in diesen Fällen auch zu Unverträglichkeitserscheinungen.
MfG
Kräuterfee

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Devi
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Beitragvon Devi » 14. Jul 2005, 10:59

Ich wollte noch mal beitragen, dass die Lactoseintoleranz bei Erwachsenen eigentlich kein Krankheitsbild ist, sondern ein Normalfall.

Normalerweise erhalten nur Säuglinge Milch - in dieser Zeit sind normalerweise auch die dafür benötigten Enzyme vorhanden. Diese Enzymproduktion wird (weil evolutionär unsinnig) so ab dem 5./6. Lebensjahr langsam eingestellt.

Nun war es in unseren Breiten so, dass die rachitische Beckenverformung, die durch Mangel an Sonnenlicht entstand, bei Lactosetoleranten weniger stark bis gar nicht ausgeprägt war. So entstand ein Selektionsvorteil für Lactosetoleranz (die Lactase wird "fälschlicherweise" nicht rechtzeitig oder verspätet abgeschaltet). Und deshalb haben wir eine verbreitete Lactosetoleranz. In anderen Ländern lagen die Selektionsvorteile woanders und die Lactosetoleranten haben sich nicht so stark durchgesetzt.

Das Problem entsteht also eigentlich nur durch unsere Ernährungsweise, die stark auf Milcheiweiß abgestimmt ist.

Das hilft zwar auch keinem Betroffenen, aber ich finde es interessant sich mal klar zu machen, wie ein Krankheitswert aus einer normalen und sinnvollen Anlage durch veränderte Umweltbedingungen entstehen kann.

Devi :wink:
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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 14. Jul 2005, 12:06

Devi hat geschrieben:Ich wollte noch mal beitragen, dass die Lactoseintoleranz bei Erwachsenen eigentlich kein Krankheitsbild ist, sondern ein Normalfall.


Hallo Devi,

wenn Du es als Normalfall betrachtest, dass auch Erwachsene, die egal in welcher ("versteckten") Form kein Milcheiweiss zu sich nehmen und sich wirklich korrekt ernähren und dann mal eine Winzigkeit im Essen haben (durch einmaliges Ausprobieren) oder auch durch Globuli bekommen - ohne dass eine Lactose-Intoleranz vorliegt - und es kommt öfters vor, als man denkt - ist das auch eine krankhafte Erscheinung. Es gibt auch ältere Leutchen, die so was nicht haben, trotz Alter, trotz nicht so korreker Ernährung...
Wer ist oder was ist schon "normal" ? Es kommt halt auf den Bezug an. :D
MfG
Kräuterfee

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Devi
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Beitragvon Devi » 17. Jul 2005, 20:27

Hallo Kräuterfee,

nein, eine heftige körperliche Reaktion auf winzige Mengen Milchzucker betrachte ich auch nicht als "Normalfall" - ich würde das eher mit einer Art allergischen Reaktion vergleichen. Mir ging es um den von Dir genannten primären Lactasemangel - bei dem Lactose in wahrnehmbaren Mengen zu Verdauungsbeschwerden, Unwohlsein oder anderem führen kann.

Devi :wink:
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Zhou
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Beitragvon Zhou » 19. Jul 2005, 20:11

die lactoseintolleranz ist ein schutzmechanismus der säugetiere für ihre jungen.
lactose kommt ausschliesslich in der milch der säugetiere vor. und ausser dem menschen gibt es kein säugetier, dass im adulten stadium(also als erwachsener) noch milch zu sich nimmt, was daran liegt, dass sie, ausser in seltenen fällen, keine lactase mehr bilden, sobald sie in das entwöhnungs-alter kommen.

jetzt ist es aber so, dass die menschen in europa und vorderasien (israel etc.) eine lactosetolleranz ausbildeten, bzw. dass diejenigen, die die milch von nutztieren noch trinken konnten, nachdem sie von der mutter entwöhnt wurden, einen vorteil gegenüber denen hatten, die dies nicht konnten.
ein grund für die extreme ausbreitung der dem zugrunde liegenden genmutation, ist der, dass in den angesprochenen gebieten, die versorgung mit calcium durch eine geringere sonneneinstrahlung (hat was mit vitaminen zu tun, die durch licht beeinflust werden) beeinträchtigt wurde, und jemand mit einer zusätzlichen calciumquelle einen evolutiven vorteil hatte.

so gibt es in afrika und asien zwar auch Lactosetollerante, aber in wesentlich kleineren verhältnis zu denen, die lactoseintollerant sind.
dort wird zwar auch milchvieh gehalten, ich hab aber bis jetzt nur von vergorenen milchprodukten produkten gehört, die dort gegessen werden.




somit ist lactoseintolleranz KEINE krankheit sondern normal (zumal ca. 70% der Weltbevölkerung Laktoseintollerant sind).
die anderen sind eben nur mutanten. :razz:
leider wird man in deutschland meist nur doof angeguckt und nicht für voll genommen, oft werden vegetarier und veganer, die sich das ja wohl selbst ausgesucht haben, eher berücksichtigt, als LIler, FIler etc.



achja.....eine Lactoseintolleranz steht in keinem zusammenhang mit Milcheiweiss (ich vertrage z.b. sehr gut alten gouda, der nur von Kuhmilcheiweiss strotzt). in dem beschriebenen fall würd ich auf eine Milcheiweissallergie tippen.


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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 20. Jul 2005, 08:02


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Sandria
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Beitragvon Sandria » 18. Aug 2005, 08:02

Nach einer jahrelangen Odyssee durch die Ärzte kam ich irgendwann selber darauf, daß ich eine Lactoseintoleranz habe.

Ich hatte nie Darmprobleme (wenn eher Magenprobleme), also denke ich mal, ich bin der primäre Typ (dabei bin ich ja noch gar nicht soo alt)
:-)

Ich habe immer viel Milch getrunken, morgens Kakao, zwischen 0.3 - 05 Liter. Nachdem ich rausgefunden hatte, daß ich Lactoseintolerant bin, habe ich eine Tablette (wie hieß das bloß noch?) genommen und hatte dann keine Probleme. Seit einigen Jahren trinke ich lactosefreie Milch und neuerdings gibt es aus dieser Produktpalette auch Butter, Sahne, Joghurt und Magerquark.

Ich finde, man muss auf das Lebensmittel Milch und Milchprodukte heute nicht mehr verzichten, nur weil man Lactoseintolerant ist...

Es gibt aber auch so viele Leute, die es nicht wissen, daß es sowas überhaupt gibt, sagen nur "Milch vertrage ich nicht mehr, also lasse ich alle Milchprodukte weg." Habe schon soo oft lactosefreie Produkte für Erwachsene empfohlen.

Ich denke auch, daß Devi nicht unrecht hat. Allerdings glaube ich auch, daß es früher nicht so viele Lactoseintolerante gab. Ich denke, wir haben diese "Milchallergie", weil wir früher zu viel behandelte Milch getrunken haben und zuviel Lactose in Fertigprodukten ist, die man dummerweise ja früher zu futtern bekommen hat (wo man noch nicht so schlau war wie heute)...

Liebe Grüße,
Sandra

Klee
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Beitragvon Klee » 27. Okt 2005, 18:04

hi ihr!
ich bin auch laktoseintolerant und habe mich daher in meiner ernährung umgestellt. wie schon oben beschrieben wurde, war mir auch bald klar, dass dies ganz normal ist ;)
weil doch auch die calciumquelle angesprochen wurde, so möchte ich versuchen, den milchmythos ein wenig aufzuweichen:
bei der resorption von calcium spielt auch eine rolle, was wir sonst essen. ziel ist die positive calcium-bilanz, d.h. nach dem essen mehr calcium im körper zu haben, als vorher. bei einer aufnahme von 500 mg reinem calcium und 500g reinem tierlichem eiweiß liegt eine bilanz von -1,4 mmol pro tag vor, bei der gleichen menge soja liegt die bilanz bei plus 0,2 mmol pro tag. tierliches eiweiß übersäuert. zum ausgleich löst der organsimus phosphat aus dem knochengerüst, um die übersäuerung zu kompensieren. mit dem phosphat löst sich aber auch calcium aus den knochen und wird mit dem urin ausgeschieden.calcium- top 10: pro 100 g:
1. sesam 670 mg
2. tofu 500 mg
3. getrocknete feigen 250 mg
4. mandeln 238 mg
5. petersilie 200 mg
6. paranüsse 170 mg
7. milch 100 mg (aber: negative bilanz)
8. kohl 154 mg
9. hafer 52 mg
10. sojabohnen gekocht 83 mg

liebe grüße, klee

Rohkost-Harry
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Milchmythos

Beitragvon Rohkost-Harry » 10. Nov 2005, 16:31

hallo Klee,

schöner Beitrag

Gruß,
Harry

Zhou
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Beitragvon Zhou » 23. Mai 2006, 00:18

gute neuigkeiten für uns lactosegeplagten.

in deutschland tut sich was.
nicht nur, dass seit november 2005 lactose (und ein paar andere der top unverträglichkeitsauslöser) per gesetzt immer gekennzeichnet werden muss, nein auch die lebensmittelindustrie zeigt aktivität.
immer grösser wird das angebot an lactosefreien (bzw. lactosereduzierten) milchprodukten. nicht nur marken wie omira (mit ihrer minus-L reihe) oder weihenstephan, auch die discounter fahren mit.
sojaeis gibt es von verschiedenen firmen aus dem in- und ausland, schmeckt "fast" wie milch- bzw. sahneeis.
und endlich gibt es auch einen lactosereduzierten (lactosegehalt unterhalb der nachweisgrenze) FRISCHKÄSE!!!
freu mich so :)

wer näheres wissen möchte (bzw. links zu den produkten haben will), melde sich bitte per pn bei mir. werbung ist hier im thread ja ungern gesehen ;)

ansonsten steh ich auch zu anderen fragen zur lactoseintoleranz wie gehabt mit rat zur seite :)

lg
zhou

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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 23. Mai 2006, 07:39

Zhou hat geschrieben:....werbung ist hier im thread ja ungern gesehen ;)

Werbung ist überall im Forum verboten ! :-D
MfG
Kräuterfee

Leonie
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nochmal...Lactose-Intoleranz

Beitragvon Leonie » 26. Mai 2006, 13:46

...

bin z.Zt. bei einem Heilpraktiker, der einer der besten Akupunkteure sein soll (hab die erste Akupunktur hinter mir) und hoffe, dass er mir bei meinen Rückenproblemen (seit Sept.05)..Diabetes, hohen Cholesterin und eben auch bei der Lactose-Intoleranz weiter hilft.

Er hat mir geraten, Milch mit Joghurt-Kulturen zu impfen (Milch erst aufkochen, abkühlen lassen, dann Joghurt-Kulturen rein) und soviel davon trinken, wie eben möglich ist. Der Akupunkteur hat mir gesagt, dass er alle meine Probleme "hinbekommen" wird.

Hinsichtlich der Milch-Joghurt-Bereitung bin ich aber ziemlich skeptisch...aber ich habe auch gehört, dass man mit Lactobacillus Acidophilus-Kapseln eine LI sehr gut beeinflussen kann.

Mit LGG-Kaseln bin ich nicht weiter gekommen, einer Darmuntersuchung bin ich bis jetzt ausgewichen :-? Darmpilze sind bei mir auch nie festgestellt worden.

Wie ist Eure Meinung, kann Akupunktur mir wirklich weiter helfen ?

Leonie

Marley
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Registriert: 3. Jun 2006, 17:50

Beitragvon Marley » 18. Jun 2006, 19:52

Hallo ihr,
bin auch Betroffene, bin aber grade mal wieder auf einer Nullmilchbestandteilediät. Das ist heute wirklich viel schwieriger, als noch vor einigen Jahren. Nicht einmal Gummibärchen oder Pflanzenmargarinen sind unbedingt Lactosefrei. Es gilt auf jeden Fall viel zu lesen beim Einkaufen.
Ich nehme parallel dazu gerade pflanzliche Medikamente zur Leberentgiftung. Mein derzeitiges Ziel ist es, die Milchallergie ganz wegzubringen, ansonsten geht es mir gut (auch im Sommer weniger Heuschnupfen), wenn ich Sulfur in hoher Potenz vom Homöopathen habe.
Zum Heuschnupfen kann ich sagen, dass ich sobald ich auf Milchprodukte verzichte, auch dieses Übel nicht mehr habe.
Das ist immer diese Lösung wert, auch wenn es einem durch die heutige Nahrung erschwert wird.
Bis bald Andrea

Jennhawk
Beiträge: 1
Registriert: 20. Jun 2006, 02:39

Symptome

Beitragvon Jennhawk » 20. Jun 2006, 03:05

Hallo an alle,

zunächst einmal, denke ich, dass ich eine Laktoseintoleranz habe, geprüft ist es noch nicht. Allerdings paßt es mit den Symptomen ziemlich zusammen.

Meine Frage an euch betrifft die Symptome. Bei mir geht es ungefähr in dieser Reihenfolge:

1. Kopfschmerzen wie Migräne

2. Dann die Erkenntnis, dass das eher eine Urssache im Bauch/Darm hat.

3. Dann erst Blähbauch

Wenn ich dann rückblickend schaue, was ich gegessen habe, dann komme ich praktisch immer auf die "Extrem"-Milchprodukte wie Eis, Sahne-Mischungen etc.

Was mich wundert, ist, dass hier niemand von Kopfschmerzen als Symptom geschrieben hat. Und es würde mich interessieren, ob andere Lactoseintolerante eventuell dieses Symptom haben, aber vielleicht nicht in diesen Zusammenhang gebracht haben.

Wenn es denn so ist, dass man die LI sogar über den Wasserstoffgehalt im Atem messen kann, würde es mich jedenfalls kaum wundern, wenn Kopfschmerzen ein starkes Symptom sind.

Ob die dann durch den Wasserstoff selbst im Blut oder durch erhöhten Gasdruck im Blut oder schlimmer noch vielleicht teilweises Ausperlen des Wasserstoffs im Blut zusammenhängen, weiß ich nicht.

Bei mir ist das definitiv klar, dass die Kopfschmerzen mit dem Gasdruck im Bauch zusammenhängen. Sie gehen auch mit dem Gasdruck weg.

Ich kann das auch relativ gut sagen, weil ich nicht so der "Süßesser" bin, also solche Ereignisse wie Eisessen oder besonders viel/intensive Milchprodukte etwas Besonderes in meinem Leben darstellen.

Über Feedback würde ich ymich freuen
Gruss Jenn



   

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