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Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Fragen zur Ausbildung, Erfahrungsaustausch mit anderen, Lernhilfen...

Moderatoren: Angelika, Ernst

Nordstern
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Suche nach einer guten THP-Ausbildung

Beitragvon Nordstern » 6. Jan 2007, 15:52

Pedi hat geschrieben:Habe mir schon 2 Schulen im Ruhrgebiet angehört/angeschaut (natura Sana und FAT) und werde am 25. oder 26.8. zum Gasthörer der ATM in D´dorf. Hab nur Gutes über die ATM gehört. Wenn das Seminar so gut ist, wie die eingesehenen Unterlagen , dann ist die Entscheidung schnell gefallen.
Gruss Pedi


Hallo - auch an Alle - und Pedi,
Bei dieser Gelegenheit stelle ich mich auch mal eben vor :D - ich bin aus Wermelskirchen (im Bergischen Land) und interessiere mich seit Jahren für eine Ausbildung zur THP, was ich allerdings weiterhin 'reifen' lassen möchte, da Vollzeit berufstätig. Ich bin auf die FAT in Gelsenkirchen gestossen, weil gerade diese Akademie eine sehr gute Grundausbildung in Anatomie vermitteln soll - stimmt das? Andere Schulen würden dieses, in meinen Augen, super wichtige Gebiet, nur am Rande anschneiden...

Worin unterscheiden sich die Schulen in Düsseldorf und die in Gelsenkirchen?

Welche Chancen räumt ihr jemandem ein, der voll berufstätig ist, eine Ausbildung so 'nebenher' zu machen? Meine Einstellung ist halt die, es vernünftig zu machen und nicht 'mal eben so am Rande'.

Ich möchte die Ausbildung machen weil es mir Spaß macht Tiere zu heilen und dabei geht es mir nicht darum die 'dicke Kohle' zu verdienen. Eher später gedacht als kleine Rentenaufbesserung ;-).

Die Berichte hier aus dem Forum, besonders den von Kim aus dem Jahre 2004, stimmen mich sehr nachdenklich...

Ganz herzliche Grüße und noch ein wunderschönes NEUES JAHR !

Heidi
Alles Liebe

Heidi


Kopf und Körper beeinflussen sich wechselseitig. ;)


Nici72
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Beitragvon Nici72 » 11. Feb 2007, 21:34

Hallo ihr alle!
Bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und finde es sehr interessant!!
Spiele selbst mit dem Gedanken eine Ausbildung als THP zu machen.
Habe bisher große Bedenken gehabt, ob die Ausbildung seriös ist.
Hier habe ich von der Möglichkeit des Probeunterrichtes erfahren. Das werde ich auch machen. Und bei den vielen Schulen habe ich dann die Qual der Wahl. Ich weiß nur schon, daß Fernunterricht nichts für mich ist!
Freue mich über viele neue Anregungen!
Liebe Grüße
Nici72

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Nordstjernen
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Beitragvon Nordstjernen » 12. Mär 2007, 16:51

Hallo,

tjaaaa, sehr schwer das Ganze !

De facto: Rein rechtlich kann ein jeder mit Gewerbeschein oder auch freiberuflich, nach Anmeldung beim Veterinäramt und Gewerbeamt seine Praxis eröffnen und sich THP nennen. Für Hessen kann ich nur sagen, dass ich bei meiner Gemeinde und der IHK angefragt habe. Da hies es zusammenfassend: Gewerbeschein, beim Veterinäramt Bescheid sagen und dann kann es los gehen. Da gar nix rechtlich geregelt ist und es diesen "Beruf" ja nicht gibt, geht das halt. Hier liegt also im Enddeffekt der Knaxus.


Ich glaube, dass die meisten Schulen ihr Lehrmaterial auch aus Büchern etc. nehmen, vielleicht auch aus eigenen Erfahrungen erstellen. Möglicherweise hilft der ein oder andere (befreundete) Tierarzt auch mit.

Ich habe mich gefragt, warum die THP-Ausbildung zwischen 840 bis über 5000 Euro teuer ist. Erklären kann ich mir das nicht, es sei denn, dass ich mein Lehrmaterial auf teures Büttenpapier drucken lasse, wenn ich nur Fernstudien anbiete.

Ich stimme Gutenberg und Ernst zu. Eine Ausbildung oder sagen wir "Wissensaneignung" ist sehr wichtig. Ohne Wissen, denke ich, Finger weg von Tieren, weil man sich und den Tieren nix gutes tut.

Wissen aneignen ... Ich denke, da ist man gut beraten, wenn man sich entsprechende Bücher kauft, Praktika beim Tierarzt macht etc. .

Nun folgt ein grosses ABER. Wir wissen ja alle, wohin der Blick der Kundschaft geht. ... An die Wände. Landläufig heisst es: Wer viele Urkunden da hängen hat, kann ja nur "gut" sein. Also bleibt im Grunde nix anderes übrig, als eben doch eine Schule zu besuchen. Also muss man sich eine Schule suchen, wo man glaubt "aufgehoben" zu sein. Auch die eigenen Finanzen sollte man sich gründlich durchrechnen ! Auch das ist kein Punkt, den man schludern lassen sollte.

Ich habe mich auch umgehört. Dies sind die Empfehlungen, die ich bekommen habe:

-> http://www.thp-liebeskind.de/
-> http://tierheilpraktikerausbildung.de/
-> http://www.paracelsus.de/
-> http://www.atm.de/
-> http://www.naturemed.de/tierheilpraktiker/
-> http://www.tierheilpraktiker-ausbildung.de/
-> http://www.naturheilkundeschule.de/?lnk ... iker_start
-> http://www.fat-gelsenkirchen.de/
-> http://www.tierheilpraktiker-institut.de/

Nach langem Hin und Her habe ich unter diesen Vorschlägen eine Schule gefunden, wo ich einen Fernkurs absolviere. Praktikum mache ich bei einer Tierärztin. Nebenbei lese ich noch Literatur, die sich mit diversen Therapien etc. beschäftigen. Für mich ist das der "richtige" Weg.

Der Erfahrungsbericht eingangs hat mich vorgewarnt. Ich habe recht lange recherchiert. Genau das kann ich auch empfehlen. Sucht solange, Ihr das "Nullplusultra" gefunden habt !
Liebe Grüße
VISCUM ALBUM
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Katja2408
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Katja2408 » 3. Nov 2008, 11:03

Hallo zusammen,

also, dann möchte ich doch auch noch kurz von mir erzählen ;)
Ich bin seit April bei der ATM und besuche in Hannover die Seminare. Auch ich habe vorher sehr, sehr lange nach einer guten Schule gesucht, der Wunsch diesen Beruf zu erlernen, ist schon vor 5 Jahren gekommen,.... zwischenzeitlich habe ich noch eine kaufmännische Ausbildung gemacht, und als ich dann endlich dort die Prüfung bestanden hatte, habe ich mich gleich an der von mir ausgewählten Schule angemeldet.

Gut, ich bin noch keine absolute Fachfrau, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass das Niveau dieser Schule wirklich gut ist. Meine Dozenten sind jahrelange Experten auf ihren Gebieten und auch nach den Kursen noch erreichbar für Fragen etc.

Für Leute wie mich, ohne medizinische Vorbildung ist der Einstieg wirklich nicht einfach, aber es ist zu schaffen mit viel Fleiss,....

Was ich etwas wenig finde, ist die angebotene Praxis, wenn ich 2 Jahre Anatomie, Physiologie etc.Allerdings ist die ATM mit ihrem Praxisangebot schon eine von den Schulen, die viel Praxis anbieten,....
Ich möchte nächstes Jahr ein Praktikum beim TA oder auch bei einer nahegelgenen :-? THP-Klinik machen,.... :-? Oder auch bei beidem,...Eben, damit ich mehr Praxis habe, ich denke es ist ja auch kein Problem sich selbständig um solche Sachen zu kümmern,..

Ansonsten, kann ich was die ATM betrifft, wirklich nichts Schlechtes sagen, auch wenn mal andere Probleme auftreten, sind alle dort wirklich sehr, sehr nett und zuvorkommend, also nicht wie bei manchen anderen Schulen, die wirklich Knebelverträge haben,.... :o

Ich habe am Anfang dieses Themas gelesen, dass viele von Euch aus meiner Nähe kommen, das freut mich sehr, denn von den anderen THP-Anwärterinnen kommt keiner so wirklich aus meiner NÄhe,... :sad: Ich komme aus dem Kreis Gütersloh und falls sich jemand aus der Nähe findet, der auch eine Ausbildung zum THP macht, und genau wie ich jemanden zum austauschen sucht, dann schreibt einfach eine PN :)

Abschließend kann ich nur bestätigen, was viele vor mir schon geschrieben haben, die Ausbildung erfordert sehr viel Eigeninitative und Selbständigkeit, ansonsten wird das NIX,....


LG
Katja

Jens Lau
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Jens Lau » 4. Jan 2009, 18:37

Jetzt gibt es zwei neue2 Schulen in Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Landesleitung des THP-Verbandes!
http://www.tierheilpraktiker-sh.de ist eigentlich keine neue Schule, da hier schun seit 9 Jahren THP-Ausbildungen durchgeführt werden. Allein das Schulkonzept ist verbessert worden und es gibt einen neuen Träger des Institutes vor Ort.
http://www.thp-schule.de ist Trifolium ... und das ist wirklich neu. der renomierte Kastanienhof aus Flensburg bietet hier eine Ausbildung mit drei alteingesessenen Lehrpraxen/Tierheilpraxen an, die übrigens alle von ihren THP-Einkünften leben können :-)

maude
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon maude » 12. Apr 2012, 21:57

Der letzte Beitrag ist zwar schon eine Weile her, da aber immer wieder die gleichen Fragen in verschiedenen Foren auftauchen, möchte ich einfach mal meine Erfahrungen schildern. Ich studiere seit mehreren Jahren bei animalmundi und für mich war es genau das richtige. Ich wollte mir keinen Abschluß erkaufen, es war mir einfach wichtig, sehr verantwortungsbewußt mit der Gesundheit der Patienten umzugehen. Außerdem hatte ich am eignen Leib erlebt, wie unglaublich spektakulär Heilungserfolge mit der Homöopathie sein können, wenn es jemand macht, der sein Fach versteht. Leider waren im Vorfeld auch jede Menge Fehlversuche von Leuten, die halt etwas "rumgedoktort" haben. Dann habe ich wirklich einige Monate recherchiert, habe Infomaterial angefordert und war auf "Schnuppertagen". Letztlich bin ich so froh, dass ich bei animalmundi gelandet bin! Wir haben einige Mitstudenten, die von anderen Schulen kommen und höchst unzufrieden waren. Das ist halt schon ein großer Unterschied, ob man mit 50 oder mehr Teilnehmern in einem Hörsaal sitzt oder in kleinen Gruppen richtig in die Tiefe gehen kann. In den Praxisseminaren hat JEDER ausreichend Gelegenheit, die Untersuchungsgänge zu üben.
Klar sehen andere Angebote auf den ersten Blick oft günstiger aus. Wenn man aber mal die Leistung (sprich Unterrichtseinheiten)dagegen rechnet, ist das Verhältnis mehr als ok! Die Dozenten dort sind die Besten ihres Faches. Die Tiermedizin wurde von Tiermedizinern unterrichtet, die Ethologie von namhaften Ethologen und Forschern, die Tierhomöopathie von Dozenten, die einfach spitze sind in ihrem Fach.
Gerade die Homöopathie ist wirklich kompliziert- anfangs habe ich gedacht, ich würde dies nie kapieren!
Wirklich eine Riesenhilfe ist dort auch die Lehrpraxis, in der man lernt, die Theorie unter Leitung eines erfahrenen Therapeuten anzuwenden. Man hat sich jahrelang die ganze Theorie reingezogen und plötzlich steht man vor einem kranken Tier und alles ist anders. An der Seite des Praktikers kann man in Ruhe Sicherheit aufbauen, kann die Fälle diskutieren und erhält den letzten Schliff.
Mittlerweile hat die Schule ihre Angebote umgestellt auf individuelle, aufeinander aufbauende Module, so dass man sich es so zusammen stellen kann, wie es für einen selbst am bessten finanziell oder zeitlich passt.Damit die Ausbildung günstiger wird, gibt es vor allem für die dröge Anatomie und Pathologie gute e-learning-Angebote. Das macht auch wirklich Sinn. Wer mal auf einer Vorlesung war weiß, dass man hinterher nichts weiß und sich eh alles erbüffeln muss. Da machen didaktisch gut aufbereitete e-Learning Angebote viel mehr Sinn- und günstiger ist es auch.
Man kann also mit den Grundkenntnissen anfangen und wenn man sich noch weiterbilden möchte kann man darauf aufbauen bis man zufrieden ist. In Planung ist ebenfalls ein Bachelor- Studiengang, es gibt seit geraumer Zeit Verhandlungen mit namhaften Universitäten, die Inhalte entsprechen diesem bereits jetzt.
Und zu guter letzt- die Schule ist auch noch als gemeinnützig anerkannt. Fazit: ich kann sie nur empfehlen und vor allem kann ich jedem nur raten nicht an der falschen Stelle zu sparen, es könnte letztendlich noch teurer werden!


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Nordstjernen
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Nordstjernen » 12. Apr 2012, 23:18

In Planung ist ebenfalls ein Bachelor- Studiengang, es gibt seit geraumer Zeit Verhandlungen mit namhaften Universitäten, die Inhalte entsprechen diesem bereits jetzt.


Interessant. Im Moment ist de jure der Beruf als solches nicht einmal anerkannt. Lediglich wurde von Karlsruhe erlaubt, dass man sich "Tierheilpraktiker" nennen darf, wenn man eine Ausbildung gemacht hat. Die Ausbildung an sich ist gar nicht geregelt.

Mit Bachelor etc. ... Was wird das denn ? Bedeutet das, dass der, der kein Abitur hat, nun keine Chance hat, THP zu werden ? Das kann man dann doch einfacher haben. Normal Veterinärmedizin studieren und sich entsprechend selber in Naturheilkunde nebst Physiotherapie fortbilden. Dann hat man das Gesamtpaket und keine Einschränkungen. Wenn dann wirklich mal ein Antibiotika nötig ist, kann man das selbst verordnen.

Nein, bevor ich gesteinigt werde, ich habe nichts gegen eine sehr gute Ausbildung. Ich würde es begrüßen, wenn jedes Ausbildungsinstitut eine umfassende anbieten würde (Übrigens nicht nur intensiv Hund, Katze, Pferd, sondern auch im gleichen Ausmass Vögel, Reptilien, Nagetiere). Ich würde mir wünschen, dass sich die Ausbildungsinstitute zusammen setzen, Standards schaffen, sprich ein einheitliches Curricullum schaffen.

Was die Schulsuche angeht ... Ich glaube, da muß jeder selber durch. Das, was füe einen sich gut anfühlt, das ist für den anderen einfach nur Mist. Die Chemie muß passen. Daher mein Rat:

1.
Anrufen und einfach sich mit den Leuten unterhalten. Wenn man keine Zeit hat für Euch, hat man die dann, wenn Ihr Probleme habt ? Ist keiner da, dann eine kurze Nachricht auf AB oder per Email. Eine gute Schule ruft zurück.

2.
Eine vernünftige Ausbildung ist teuer. In anderen Foren hatte ich einmal etwas geschrieben, wofür ich nahezu nieder gemacht worden bin. Daher halte ich meinen Mund. Warum und wieso ... Bei Interesse rechne ich Euch das mal privat am Telefon vor, ich habe eine Schule. Allerdings liegt der THP erst einmal auf Eis, denn im Grunde funktioniert es nicht zum Dumpingpreis eine Ausbildung anzubieten, die die eierlegende Wollmilchsau enthält.

3.
Schaut Euch die Ausbildungsverträge gut an. Insbesondere Kündigungsfristen, Kündigungsmodalitäten, Finanzierung etc. Eine gute Schule hat keine Knebelverträge. Will heißen: Man kommt aus dem Vertrag, auch ohne finanzielle Nachteile. Ausserdem schaut, ob Eure Ausbildung dort drin festgelegt wird. Steht da der Umfang drin ? JEDER Vertrag ist verhandelbar ! Wenn Euch etwas nicht passt, dann fragt nach bzw. verhandelt solange, bis dieser Euren Vorstellungen entspricht. Wenn die Schule nicht drauf eingeht, so what ? Es gibt andere Institute.
Liebe Grüße
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Julia H.
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Julia H. » 13. Apr 2012, 07:45

AnimalMundi liegt als Schule für Homöopathie sicher mit ganz vorne.
Aber wann endlich spricht es sich mal herum, dass weder die Ausbildung zum THP , noch die zum Homöopathen ein STUDIUM ist?
Beides sind Ausbildungen, Ausbildungslehrgänge, die staatlich nicht geregelt sind und haben mit einem HochschulSTUDIUM nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Die Bezeichnung Studium ist in diesem Zusammenhang nicht nur irreführend, weil sie dem Tierhalter ein falsches Bild suggeriert, sondern de facto einfach- falsch.
Stapelt daher doch bitte einfach nicht so hoch, sondern nennt die Dinge beim richtigen Namen.
Grüße
Julia

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Nordstjernen
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Nordstjernen » 13. Apr 2012, 13:13

[...], aber ich habe noch nirgends Anhaltspunkte gefunden, ob man mittel- bis lanfristig von diesem Beruf leben kann.


Nein, bei den meisten funktioniert das definitiv nicht allein von einer Tierheilpraxis. Wer ehrlich ist, der wird das auch zugeben. Fakt ist:

1.
Wer nicht bereit ist, viel Geld für die Ausbildung zu investieren und viel zu lernen, der kann es sein lassen.

2.
Wer den THP nicht als richtigen BERUF (aus Berufung), sondern als lala sieht, der fällt auf die Nase. Man muß einiges leisten, um davon zu leben, aber auch Nebenleistungen anbieten. Ohne Rundumservice kann man das fast vergessen. Kaufmännisch gesehen bekommt das Wort "selbständig" die Bedeutung:"Man arbeitet selbst und das ständig.".

Begründung:

Die Leute haben heute schlicht und einfach weniger Geld, und das sitzt auch ziemlich eng. Selbst die Tierarztpraxen müssen oft nach 2 bis 3 Jahren oft wieder schliessen. Habe ich jetzt bei uns öfter erlebt. Schade, weil die wirklich super waren fachlich. Auch wenn die Familie ihren Hamster oder ihren Hansibubi (Wellensittich) wirklich lieb hat, wird gerechnet. Da bekommt man zu hören, dass das Tier im Neukauf ja preisgünstiger ist, als Kosten für schulmedizinische und / oder naturheilkundliche Behandlung. Oder aber man bekommt das Argument zu hören, dass ein THP ja nicht alles machen darf, und man dann ja doch zum TA geschickt wird.

Tierheilpraktiker und auch Tierphysiotherapeut sind anscheinend Modeberufe geworden. Jede gelangweilte Hausfrau, die sich noch einmal, nachdem die Kinder ausser Haus sind, macht statt früher in den 70er den Italienischfernkurs an der VHS eben ein Fernkurs THP. Das ist auch die Gruppe, die den praktizierenden einiges mit mangelnder Ausbildung kaputt macht. Wertet man die Anfragen aus, dann will man die eierlegende Wollmilchsau in max. 2 Jahren Fernkurs, wobei das Script ja nicht größer als 30 bis 50 Seiten sein darf. Ja und bitte ja keine Praxis, weil man ja noch seinen Hamster versorgen muß. Und Bücher zusätzlich anschaffen ? Ach Gott, das geht ja mal grad gar nicht. Die Kosten dürfen ja nicht 1200,- Euro übersteigen, aber eigentlich ist das noch zu teuer, weil man das ja nur für sich machen möchte oder halt mal stundenweise. Wenn man weiter hört, dann wird die Diagnose doch nicht mit einer vernünftigen Untersuchung gestellt, sondern selbstredend hat man doch sein Pendel. Da greift man sich an den Kopf. Noch mehr frage ich mich dann, ob man solche Leute erst ausbilden muß ?

So ... Nun nehmen wir mal an, dass jemand seine "Ausbildung" gemacht hat. Egal wie und egal in welchem Umfang. Der wird sehen, hoppla, im Umkreis gibts ja noch einige Tierärzte und einige THP. Wenn derjenige klug ist, dann geht er auf die Kollegen zu zwecks Zusammenarbeit etc. Mit Glück klappts und man ergänzt sich, mit Pech läuft der vor eine Mauer, die dicker nicht sein kann. Meistens ist es eine Mauer, weil man ja erst einmal Konkurrenz ist !! Und innerhalb der THP ist es sogar am übelsten. Da funktioniert ja nicht einmal eine Urlaubsvertretung oftmals. Wenn also die Praxis nicht läuft, was passiert dann ?? Jaaaaaaaa, genau ... Man gibt Vorträge und Seminare für THPA (Tierheilpraktiker in Ausbildung), Kollegen und Kundschaft. Wenn man das Glück hat, dass sogar mal 5 Leute kommen, dann ist der Gedanke zur eigenen Schule nicht weit. Wie man eine Schule eröffnet ist einfach. Wieder eine mehr am Markt und wieder Mitkonkurrenten, die man ausbildet bzw ausbilden will. Nun kommt das große ABER. Es gibt massig Schulen. Genaugenommen gibt es mehr Schulen als Interessenten. Die kleinen Schulen werden über kurz oder lang - um zu überleben - Ausbildung zu Dumpingpreisen anbieten. Aber diese kann gar nicht die Qualität haben, die sie haben müßte.

Das sind nur einige Sachen, die man spontan so schreiben kann. Mir fällt noch eine Menge mehr dazu ein. Natürlich werde ich jetzt vielleicht gesteinigt, weil es immer noch Leute gibt, die romantisch denken.
Liebe Grüße
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Nordstjernen » 13. Apr 2012, 13:28

Julia H. hat geschrieben:[...]Aber wann endlich spricht es sich mal herum, dass weder die Ausbildung zum THP , noch die zum Homöopathen ein STUDIUM ist?
Beides sind Ausbildungen, Ausbildungslehrgänge, die staatlich nicht geregelt sind und haben mit einem HochschulSTUDIUM nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Die Bezeichnung Studium ist in diesem Zusammenhang nicht nur irreführend, weil sie dem Tierhalter ein falsches Bild suggeriert, sondern de facto einfach- falsch.
Stapelt daher doch bitte einfach nicht so hoch, sondern nennt die Dinge beim richtigen Namen.



Du sprichst mir aus der Seele. Es gibt sogar noch Schulen, die stellen ein Zertifikat als "Dipl. Tierheilpraktiker" aus. Leute, das kann richtigen Ärger mit dem Gesetz geben.

Zitate aus der Wikipedia:

"Deutschland ist das Diplom der häufigste akademische Grad und wird als solcher nur von Hochschulen verliehen."

"Diplomgrade dürfen in Deutschland gemäß § 18 Hochschulrahmengesetz (HRG) nur von Hochschulen verliehen werden. Wortkombinationen der Bezeichnung „Diplom“ bzw. „Dipl.“ und einer Fachrichtung oder Berufsbezeichnung, die nicht von einer Hochschule verliehen wurden, sind mit akademischen Graden verwechslungsfähig und daher unzulässig. Das Führen solcher Bezeichnungen ist gemäß § 132a Abs. 2 StGB strafbar."
Liebe Grüße
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon seltershexe » 14. Aug 2013, 10:14

Hallo zusammen!

Der Thread ist zwar schon sehr alt, aber nicht weniger aktuell.

Inzwischen gibt es ja sogar Förderungen von der Arbeitsagentur. Das heißt, die Schule muss sich zertifizieren.

Die ATM macht soweit einen guten Eindruck. Von der Paracelsus steht hier so gar nichts.

Aktuelle Empfehlungen von euch?

Liebe Grüße

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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Nordstjernen » 14. Aug 2013, 18:11

seltershexe hat geschrieben:Hallo zusammen!

Inzwischen gibt es ja sogar Förderungen von der Arbeitsagentur. Das heißt, die Schule muss sich zertifizieren.

Aktuelle Empfehlungen von euch?



Förderungen von der Arge ? Wie sieht die Zertizifirung denn aus, wenn die Ausbildung staatlich nicht anerkannt, noch in irgendeiner Form geregelt ist ? Es gibt im Grunde nicht einmal eine Prüfung analog der Heilpraktiker im Humanbereich. Jede Schule kann im Grunde ihre eigene Suppe kochen.

Eine Schule empfehlen ist schwierig. Im Prinzip ähneln sich die Inhalte. Schwerpunkt liegt bei den meisten auf Hund, Katze und Pferd.

Ich glaube, man muß sich selbst andere Fragen stellen, nämlich:
  • Möchte ich ein Selbststudium, Fernstudium oder Präsenzunterricht ?
  • Was bin ich bereit für meine Ausbildung zu investieren ?
  • Bin ich engagiert und bin bereit, viele Stunden vor Ort zu verbringen ?
  • Bin ich bereit, Geld für zusätzliche Bücher / Unterrichtsmaterialien auszugeben ?
  • Welche Schwerpunkte soll die Auisbildung haben ? Eher 90% Anatomie/Physiologie oder eine vernünftige Ausbildung, wo Naturheilkunde, Pathologie, Untersuchungsmethoden, Praxiswissen (Management, Marketing, Hygiene etc.) etc. beinhaltet ist.

Je nachdem, wie Du das beantwortest fällt die ein oder andere Schule ohnehin raus.

Der nächste Punkt ist, dass Du mal Kontakt zu einer Schule aufnimmst. Eine "kleine" Schule kann unter Umständen vielleicht besser sein, als eine "große" bekannte Schule. Es gibt heutzutage sogar THP, die keine Schule haben, jedoch ausbilden. Auch diese Ausbildung muß nicht schlecht sein. Hier lernt man unter Umständen unglaublich viel direkt aus der Praxis und hat ggf. auch die Chance mal mitzugehen.

Empfehlungen sind so eine Sache. Was für andere das Nullplusultra ist, muß für Dich nicht zwangsläufig passen. Und nur weil vielleicht in der Vergangenheit 70% von einer Schule abraten, heißt das nicht, dass sich nichts getan hat. Die könnte sich auch "gemacht" haben, weil sie auf Hinweise reagiert und sich verbessert.

Insofern ... Schule selbst suchen und auf das Bauchgefühl achten. Und natürlich auf den Vertrag ! Ich würde keinen Knebelvertrag unterschreiben. Da kommt man nicht mehr raus, und muß letztendlich zahlen.

Viel Glück !
Liebe Grüße
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon seltershexe » 18. Aug 2013, 03:53

Das mit der Zertifizierung steht auf diversen Schulseiten.

Z. B. steht dann da sowas:
[...] anerkanntes Ausbildungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit für die Weiterbildungsmaßnahmen "Tierheilpraktiker" und "Tierphysiotherapeut" [...]


Was das im Detail bedeutet ist mir auch noch ein Rätsel. Es gibt ja Bildungsgutscheine, aber auch Förderungen. Angeblich sollen komplette Ausbildungen bezahlt werden, sagt man. Welche Voraussetzungen man erfüllen muss, finde ich nirgendwo. Ist vielleicht auch Ermessenssache des jeweiligen Sachbearbeiters? Vielleicht weiß ja hier jemand mehr dazu?

Inzwischen habe ich Unterlagen von der ATM. Mal sehen, wo die Reise hingeht. :D

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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Nordstjernen » 18. Aug 2013, 15:41

seltershexe hat geschrieben:Das mit der Zertifizierung steht auf diversen Schulseiten.

Z. B. steht dann da sowas:
[...] anerkanntes Ausbildungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit für die Weiterbildungsmaßnahmen "Tierheilpraktiker" und "Tierphysiotherapeut" [...]


Was das im Detail bedeutet ist mir auch noch ein Rätsel.


Ich habe auch meine Ausbildungsangebote eine zeitlang auf der Plattform der Arge veröffentlicht. Das ist mit entsprechenden Nachweisen auch kein Problem. Aber eine Zertifizierung wie z. b. irgendwelche Iso-Dinger, die man von Arztpraxen etc. kennt, fand da NICHT statt bei mir.

Es gibt eigentlich nur die ZFU, die Kurse "zertifiziert". Aber das ist kein Qualitätssiegel, sondern die prüfen, ob das Angebot mit dem Gesetz konform geht.

Fernunterricht im Sinne des Fernunterrichtsschutzgesetzes liegt immer vor, wenn die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten auf vertraglicher Grundlage, gegen Entgelt erfolgt, der Lehrende und der Lernende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt sind und der Lehrende oder sein Beauftragter den Lernerfolg überwacht. Hierbei ist die Form bzw. das Medium, welches verwendet wird (Lehrbriefe, computergestützte Programme, CD-Rom) unerheblich.

Fernunterricht im Sinne des Gesetzes darf nur nach vorheriger Zulassung durch die ZFU angeboten werden. Die gilt auch, wenn es sich um einen ausländischen Veranstalter handelt oder das Angebot in Lizenz vertrieben wird.

Es gibt ja Bildungsgutscheine, aber auch Förderungen. Angeblich sollen komplette Ausbildungen bezahlt werden, sagt man. Welche Voraussetzungen man erfüllen muss, finde ich nirgendwo. Ist vielleicht auch Ermessenssache des jeweiligen Sachbearbeiters? Vielleicht weiß ja hier jemand mehr dazu?


Hier findest Du alle Antworten auf Deine Fragen:

http://www.bildungspraemie.info

ATM


Also Fernlernen ? Zu Fernlernen kann ich Dir nur sagen, dass Du anschliessend definitiv nicht in der Lage sein wirst, eigenverantwortlich zu praktizieren. Ohne Praxis funktioniert das nicht. Du könntest aber neben diesem Fernlerngang regelmässig in Tierarztpraxen arbeiten. Allerdings wird genau das deftig schwer, denn viele Veterinäre sind nicht so aufgeschlossen.
Liebe Grüße
VISCUM ALBUM
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Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Akademie » 21. Apr 2014, 19:31

Liebe Seltershexe,

da Sie unseren Text aus unserer Internetseite kopiert haben, möchten wir Ihnen das gerne erklären.
Die Arbeitsagentur für Arbeit zertifiziert Ausbildungsinstitute, die sogenannte AZWV. Diese Zertifizierung ist sehr umfangreich und alle Bereiche der Schule werden durchleuchtet. Dazu gehören Inhalte, Aufbau, Dozenten, Wirtschaftlichkeit etc. Das heisst, dass Sie bei einer solchen Schule sicher sein können, dass die Dozenten eine entsprechende Qualifizierung haben, dass Sie ihr Studium beenden können, da keine Insolvenz droht, dass Sie einen strukturierten Lehrplan haben... um nur ein paar Punkte zu nennen.
Diese Zertifizierung muss erfolgreich durchlaufen werden, damit die Schule von der Arbeitsagentur für Arbeit anerkannt wird und die entsprechenden "Maßnahmen", wie der korrekte Name dort für ein Lehrgang heisst, von der Arge finanziert wird. Der Lehrgang / Maßnahme wird dann zu 100% von der Arbeitsagentur für Arbeit übernommen.

Ich hoffe, wir konnten ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Ihr Akademie für Tierheilkunde Team



   

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