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Konstitutionsmittel!

Moderator: Angelika

diufish
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Re: Konstitutionsmittel! die gibt es gar nicht.

Beitragvon diufish » 23. Jun 2013, 22:58

Grundsätzlich ist es so, daß es sogenanntes Konstitutionsmittel gar nicht gibt. Diese sind nur ein Beiprodukt der Irrwege der Kentschen Homöopathie und ihrer anthropomorphen Arzneimittelbilder. Homöopathisch behandeln bedeutet, ein Arzneimittel zu geben, welches beim Gesunden Symptome zu erzeugen in der Lage ist, die denen des Patienten möglichst ähnlich sind. Die Konstitution/der Charakter etc. sind nicht pathologisch (in der Regel). Homöopathie sollte nicht komplizierter gemacht werden als sie ist, sondern angewandt werden. Stattdessen gibt es heute einen spekulativen Methodenwirrwarr der sich Homöopathie schimpft.


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paul
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Re: Konstitutionsmittel! die gibt es gar nicht.

Beitragvon paul » 24. Jun 2013, 00:14

diufish hat geschrieben:Grundsätzlich ist es so, daß es sogenanntes Konstitutionsmittel gar nicht gibt. .... Stattdessen gibt es heute einen spekulativen Methodenwirrwarr der sich Homöopathie schimpft.


Na super! Was bist denn Du wieder für ein Typ?

Mit Deinen Äußerungen wirst Du es sicherlich nicht schwer haben, hier die Homöopathen und deren Anhänger auf die Plattform zu locken und Dein Ziel der Provokation bestimmt schnell erreichen. :eek: Aber das hatten wir hier schon zig-Mal :evil:

Konfuzius sprach: "Wer mit seinen Worten einen grundsoliden Eindruck erweckt, verdient zwar eigentlich Lob - dennoch ist zu prüfen, ob er wirklich eine edle Gesinnung hat, oder sich einfach nur wichtig macht."
Gruß: Paul

Wer anders ist der Feind der Natur, als der sich für klüger hält als sie, obwohl sie unser aller höchste Schule ist? (Paracelsus)

diufish
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon diufish » 24. Jun 2013, 20:12

Lieber Paul,

welche Äußerung meinst Du denn genau? Ich habe auch kein bestimmtes Ziel und bin selber ein brennender Verfechter der Homöopathie. Ich fühle mich nur selber provoziert dadurch, daß sehr viele Homöopathen sehr viele verschiedene Ideen darüber haben, was Ähnlichkeit bedeuten soll, wobei es die Werkzeuge gibt, um ein Mittel zu finden, welches in Prüfungen ähnliche Symptome wie die des Patienten erzeugt hat. Stimmst Du mir nicht zu, daß nur ein verschwindend geringer Teil der heutigen Homöopathen tatsächlich so ein Mittel sucht? Warum eigentlich?

amando
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon amando » 29. Jun 2013, 11:38

Die meisten Homöopathen wissen nicht dass die Symptome aus den Prüfungen alleine
nicht ausreichend sind um das Mittel für viele Krankheiten zu finden und auch dass die Wirkung vieler Mittel nicht aus den Prüfungen bekannt sind, sondern aus der Naturheilkunde.

Die Naturheilkunde basierte auf zwei Methoden: die Signaturlehre und die geistige Sehe begabter Menschen (Hildegard von Bingen alleine hat durch Hellsichtikeit mehrere Tausend Mittel beschrieben).
Aus diesem Wissen hat indirekt die Homöopathie "ausgeliehen", die Haupt-Wirkung von Arnika, Calendula, Eupatorium perf, und viele Hunderte pflanzklichen Mittel stammen daher.

Außerdem ist es unmöglich gewisse Krankheiten und Symptome durch Prüfungen alleine zu bekommen. Krebs, Katarkt, Gangrän etc sind durch Prüfungen nicht entstanden, dennoch kennen wir heute Mittel die das geheilt haben oder heilen können.

Die hochgelobte Prüfung ist also NUR einen TEIL und eine Methode die Wirkung der Mittel zu entdecken.

Um gute Prüfungen zu machen braucht man ausserdem gesunde und vor allem seelenreine Menschen, die es heutzutage nicht mehr gibt.

Damals war es anders.

Außerdem ist es sehr sher schwierig die Essenz eines Mittels aus Hunderten Symnptome zu synthetisieren und ohne klinische Erfahrungen und Glucksfälle wird man niemals den ganzen Spektrum eines Mittels kennen !

Also wer nur die Prüfungen als einen Weg sieht die Wirkung der Mittel zu kennen oder zu verschreiben ist ein blinder Theoretiker der die Realität der Homöiopathie leugnet.
Ich kenne leider sehr viele davon, denn wenn man nur agrumentiert um Recht zu haben bemüht sich nicht um die Wahrheit sondern um das eigene Ego.

diufish
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon diufish » 20. Aug 2013, 18:20

Ich habe lange gebraucht für eine Antwort, denn eigentlich fällt mir dazu nichts mehr ein. Natürlich reichen die Prüfungen aus um ein Mittel zu wählen. Zusammen mit statistischen Auswertungen mit dem Symptomenlexikon sind sie sogar die einzige sichere Möglichkeit zur tatsächlichen Bestimmung der Mittelwirkung. Hahnemann und seine Schüler haben unzählige Verschreibungen auf dieser Basis gemacht und mit großem Erfolg. Es ist doch überhaupt nicht notwendig in Prüfungen Pathologien zu entwickeln um für diese als Heilmittel in Frage zu kommen! Da mangelt es doch sehr an homöopathischem Verständnis! Hahnemann hat in seinem Chinarinden Versuch auch nicht die Malaria bekommen!!! Es geht auch nicht um irgendeine Essens oder ähnliches sondern um die sichere Anwendung des Simile Prinzips! So gut wie alle lehnen es ab, sagen so geht es nicht, aber fast niemand probiert es aus. Ob das mit irgendwelchen Seelenunreinheiten zusammenhängt, kann man nicht sicher wissen.

greenbeans
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon greenbeans » 20. Aug 2013, 19:07

diufish hat geschrieben:Es geht auch nicht um irgendeine Essens oder ähnliches sondern um die sichere Anwendung des Simile Prinzips! So gut wie alle lehnen es ab, sagen so geht es nicht, aber fast niemand probiert es aus.


Hallo diufish,
wie kommst Du auf diese Schlußfolgerung? Ich jedenfalls gehe davon aus, daß mir Mittel immer nach dem Ähnlichkeits-Prinzip verschrieben wurden und werden. Nach was auch sonst.
Das Wesen eines Mittels, oder seine "Essenz", wenn man so will, die ergibt sich doch aus den ganzen Symptomen. Aus was sonst.
LG, greenbeans


diufish
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon diufish » 20. Aug 2013, 22:23

Hallo Greenbeans,

es geht doch in der Homöopathie eigentlich nur darum, ein Mittel zu verschreiben, welches beim Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann, wie die zu heilenden. Nicht mehr und weniger. Dies besagt das Simile Prinzip. Heutzutage wird aber hauptsächlich auf Essenzen oder sogenannte Mittelbilder hin verschrieben, ein Materia Medica Abgleich erfolgt mit sekundären Materia Medicae (das ist jedenfalls der Normalfall). Natürlich versucht jeder Homöopath das Simile Prinzip auf die eine oder andere Art und Weise anzuwenden, jeder hat eine etwas andere Vorstellung, was Ähnlichkeit bedeutet. Nur durch das konsequente Studium der Prüfungen allerdings kann man sichere Aussagen über die Wirkung der Arzneimittel treffen - und so arbeitet fast kein Homöopath heute. Heute sind die Repertorien künstlich aufgebläht und damit extrem unsicher. Du findest interessante Artikel dazu auf der Seite symptomenlexikon.de. ich hoffe das beantwortet Deine Frage.

Gruß,

diufish

greenbeans
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon greenbeans » 22. Aug 2013, 11:48

diufish hat geschrieben:Heute sind die Repertorien künstlich aufgebläht und damit extrem unsicher.


Das Aufblähen entsteht meiner Kenntnis nach durch die Aufnahme neuer Symptome aus Prüfungen, deren Quellen wiederum nicht überprüft wurden. Das gefällt mir auch nicht, das kann m.E. niemandem gefallen.

Nur durch das konsequente Studium der Prüfungen allerdings kann man sichere Aussagen über die Wirkung der Arzneimittel treffen


Meinen wir möglicherweise das Gleiche? Ich bezog mich auf die Übernahme von in Prüfungen hervorgebrachten Symptomen, ungeprüft, wie die zustandekamen. Man weiß also nicht, wie verläßlich diese überhaupt sind. Ich fand eine Aussage in einem Deiner obigen Postings interessant: "Ein Charakterzug ist erstmal nicht pathologisch". Das geht ja auch in diese Richtung.

Aber Deine Aussage bzgl. des Mittelbildes verstehe ich nicht so ganz. Das Mittelbild setzt sich doch aus den Prüfsymptomen zusammen. (MIr liegt schon wieder auf der Zunge: Aus was sonst. :D ).

Ich habe auf der verlinkten Seite gelesen. So ganz verstehe ich einfach nicht, was da unterschieden wird.

diufish
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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon diufish » 23. Aug 2013, 12:22

Die Repertorien bestehen heute zu einem großen Teil aus klinischen Symptomen, welche aus verschiedenen Gründen die Mittelwirkung nicht sicher widerspiegeln. Sogenannte Mittelbilder sind immer Verkürzungen, Vereinfachungen der eigentlichen Symptomreihen. Die Bilder helfen etwas auswendig zu lernen, was so gar nicht geht und nicht sinnvoll ist. Man kann nicht 50000 Prüfungssymptome auswendig lernen und das ist auch überhaupt nicht sinnvoll. Man lernt z.B., daß es Mittel gibt die Brennen. Sulph oder Ars z.B. Schaut man in die Prüfungen, so sieht man, daß alle Mittel Brennen signifikant hervorgebracht haben, aber an verschiedenen Stellen und mit unterschiedlichen Modalitäten und mit anderen Beschwerden in Begleitung. In der ZKH 3/4/2002 hat Klaus Holzapfel einen guten Artikel zur Entstehung der Arzneimittelbilder geschrieben.

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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon greenbeans » 23. Aug 2013, 17:51

Hallo diufish,

so richtig habe ich es immer noch nicht verstanden, z.B. was Du in diesem Zusammenhang mit Mittelbild meinst.

Dieser Artikel ZKH, ist das eine homöopathische Zeitschrift? Zeitschrift für klassische Homöopathie, nehme ich an. Ich versuche, die Ausgabe mal zu bekommen, ich finde das Thema sehr interessant.

Danke Dir für Deine Ausführungen, auch wenn ich das Thema (noch) nicht richtig durchblicke, nicht mal genau, wo die gemeinten Unterschiede sind. :D Er dämmert mir höchstens, so ein bißchen.

:wink: greenbeans

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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon diufish » 23. Aug 2013, 20:32

Meiner Meinung nach gibt es nur die Symptomenreihen der Prüfungen als sichere Aussagen über die tatsächliche Arzneiwirkung. Die heutigen "Mittelbilder" sind aus einer langen Entwicklung heraus entstanden. Hier haben immer wieder Autoren voneinander abgeschrieben, jeder hat durch den jeweiligen Zeitgeist geprägt, Symptome neu gewichtet, eigene Erfahrungen mit eingebracht und haufenweise klinische Symptome hinzugefügt. Bei klinischen Symptomen kann man sich nicht sicher sein ob sie tatsächlich auf die Mittelwirkung zurückzuführen sind oder nicht. Die Erstellung von Essenzen, zentralen Wahnideen etc. etc. ist eine recht moderne Entwicklung. Das mag mal funktionieren, ein anderes Mal nicht. Sicher bleiben aber nur die Prüfungen. Und wenn man diese dann noch statistisch mit dem Symptomenlexikon auswertet kann man sichere Aussagen über die Wirkung der Arzneien machen und das muss man, wenn man das Simile Gesetz sicher anwenden möchte und das ist man, finde ich jedenfalls, des Patienten schuldig. Ich sage daher, es gibt eigentlich keine Mittelbilder, sondern nur abstrakte Symptomenreihen.

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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon greenbeans » 24. Aug 2013, 01:31

Hallo diufish,
irgendwie kann ich momentan keine PN versenden, habe da wohl irgendwas verstellt, muß erst herausfinden, was und wie wieder ändern. Daher an dieser Stelle vielen Dank für Deinen Hinweis! :wink:

Zu dem, was Du gerade hier geschrieben hast. Für mein Verständnis (und vielleicht versteht es ja noch wer nicht):

klinische Symptome hinzugefügt. Bei klinischen Symptomen kann man sich nicht sicher sein ob sie tatsächlich auf die Mittelwirkung zurückzuführen sind oder nicht.


Ich bin unsicher, ob ich das richtig verstehe. "Klinische Symptome", sind damit jene gemeint, die man z.B. nur per Laboruntersuchung erfassen könnte? Oder Röntgen usw.?

Falls ja, habe ich's verstanden.

Die Erstellung von Essenzen, zentralen Wahnideen etc. etc. ist eine recht moderne Entwicklung.


Es ist möglicherweise ein Problem des fehlenden Fachvokabulars bei mir. Jedenfalls verstehe ich das auch überhaupt nicht. Was ist gemeint mit: Wahnideen werden 'erstellt'?

Symptomenlexikon


Ein Repetitorium, nehme ich an. Ein spezielles? Wo ist der Unterschied, z.B. zum Kent-Rep.?

Allgemein sage ich mal, daß ich bisher immer den Eindruck hatte, daß meine Verschreibungen geradezu "mathematisch" getätigt wurden. Also "streng symptomabgleichend", meine Symptome mit denen des Mittels.

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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon diufish » 29. Aug 2013, 08:49

greenbeans hat geschrieben:"Klinische Symptome", sind damit jene gemeint, die man z.B. nur per Laboruntersuchung erfassen könnte? Oder Röntgen usw.?


klinische Symptome, sind Symptome des Patienten auf die nicht verschrieben wurde aber dennoch während der Behandlung verschwinden. Daraus wird dann geschlussfolgert, daß sie auch zum Mittel gehören. Dies ist allerdings nur eine von mehreren Möglichkeiten und daher unsicher.

Essenzen und Wahnideen sind nur Beispiele (hier von Vithoulkas and Sankaran) von modernen Entwicklungen der vermenschlichten, psychologisierten Arzneimittelbildern, die sich weit von den ursprünglichen Symptomenreihen der Prüfungen entfernt haben.

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Re: Konstitutionsmittel!

Beitragvon greenbeans » 29. Aug 2013, 13:34

Ach, jetzt verstehe ich so langsam, was gemeint ist, - glaube ich. Das finde ich nicht so einfach, das genau abzugrenzen.

Danke diufish für die weiteren Erklärungen. :wink:



   

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