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Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Moderator: Angelika

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Kräuterfee
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Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon Kräuterfee » 11. Mai 2006, 08:36

Grundsätzlich sollte die Temperatur des Wassers und die Dauer des Reizes nach individuellem Empfinden ausgewählt werden, bis etwa eine Rötung der Haut auftritt.

Die Dauer wird in der Regel zu Beginn der Anwendungen kürzer sein und mit der Zeit etwas länger werden.

Kalte Anwendungen sollten nur kurz, 15 bis 60 Sekunden erfolgen. Das Wasser sollte hierbei eine Temperatur von 10 bis 16 Grad haben.

Warme Anwendungen dauern länger, die Temperatur beträgt 36 bis 39 Grad,
bei heissen Anwendungen kann man die Temperatur bis 39 bis 42 Grad steigern.
Bei allen wechselwarmen Anwendungen sollte man mit warm beginnen, zweimal von warm nach kalt wechseln und stets mit kalt enden.

Wichtig
ist die Vor- und Nacherwärmung des Körpers.

Kaltes Wasser darf nie auf kalte Haut gebracht werden. Vor den Wasseranwendungen sollte der Körper daher durch Bewegung oder Warmanwendungen, wie eine warme Dusche, erwärmt werden. Nach der Anwendung sollte der Körper oder Körperteil mit den entsprechenden Mitteln wieder erwärmt werden.

Um die Wirkung der Anwendungen zu optimieren, empfiehlt sich, den Reiz zu variieren. Der Körper wird reaktionsfähiger gehalten, wenn man nicht jeden Tag dieselben Anwendungen macht.

Generell gilt, dass Reizart, Reizhäufigkeit, Reizstärke individuell nach Reaktion, Konstitution und Befindlichkeit dosiert werden müssen.
MfG
Kräuterfee


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Kräuterfee
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Wasseranwendungen

Beitragvon Kräuterfee » 29. Jun 2006, 09:43

Wasseranwendungen

teilen sich in:
– Waschungen-Gießungen
– Blitzgüsse-Wickel,
– Aufschläger, Auflagen, Packungen-Bäder-Dämpfe

Funktionen im Algemeinen:
– Kräuterbäder und Dämpfe lösen
– Wickel, Gießungen, Waschungen, Aufschläger – scheiden aus
– kalte Bäder, Gießungen, z.T. Waschungen scheiden aus, härten ab

Das Motto heisst:
Auslösen, ausleiten und kräftigen (des ganzen Körpers, nicht eines erkrankten Körperteils allein (Hand, Fuß etc.(!!!))
Niemals vernuftloses, strenges Anwenden von Wasseranwendungen durchführen (!)
Jede Anwendung diesbezüglich hat sich individuell nach dem Patienten zu richten – und nicht „weil es gut sein soll“ (!!!)

Vorgehensweise:
– Der Patient ist streng zu prüfen.
– Dazu werden einem erstmal die berühmten sekundäre Leiden ins Auge springen (das sind die sogenannten „Nebenkrankheiten“ !!! (diese lassen aber auch in ihrer Vielfältigkeit auf den ebenfalls vielfältigenund möglichen Krankheitsherd schließen ... ;-)
– danach/parallel erfolgt die gründliche Anamnese (Ursachenforschung) ;-)
– das Feststellen des Fortschreitungssgrades der Erkrankung
– das Feststellen des aktuellen Zustandes des Patienten (schwach, stark, alt, jung, mager, korpulent, blutarm, nervös usw. ...
– erst wenn alles klar ist, greift man zur entsprechenden Hilfe von diversen Wasseranwendungen (!)
das Motto der Anwendung dabei lautet immer: je geringer, je schonender, desto besser und wirksamer !!!!!!!

allgemiene Hinweise:
– keine Wasseranwendung kann schaden, wenn sie vorschriftsmäßig durchgeführt wird. ;-)
– bei Anfängern, Schwachen, Älteren und Kranken, Nervösen und Blutarmen in der Wasserkurbehandlung gilt:gerade besonders im Winter: erwärmte Räume, temperiertes Wasser bei ca. 17-19 Grad Celsius (also eine etwas geringere und damit schonendere Wasseranwendung)

Das Verhalten vor der Anwendung
niemals bei Kältegefühl, Frösteln etc. ein kalte Anwendung vornehmen, wenn dies nicht extra an der betreffenden Stelle erlaubt ist !!!
– die Anwendung schnell, aber ohne Hast vornehmen
– nicht zu lange vor der entsprechenden Anwendung unbekleidet (z.B. Vollbad) ausharren (Richtlinie dabei: nicht mehr als 4-5 min)
es gilt immer: die Reaktion und das Wohlbefinden des Patienten ist maßgebend ! (es gibt also nicht eine allgemeine Richtschnur, angegebene Zeiten sind nur durchschnittliche Richtwerte (!)

Das Verhalten nach der Anwendung
– der Körper wird nach einer kalten Anwendung im Allgemeinen nicht abgetrocknet, sondern sofort mit einem trockenen Kleidungsstück und dies möglichst luftdicht bedeckt. (-> das Abtrocknen erzeugt eine hierbei ungewünschte Erwärmung; das Nichtabtrocknen aber verhilft zu einer natürlichen, geordneten, gleichmäßigen und schnellen Naturwärme(der Körper muß selbst etwas aufgrund der äußeren Reize etwas tun) ;-), also nicht dato durch Abtrocknen !
– nach einer Wasseranwendung bewegen, falls nicht unbedingt eine Ruhezeit einzuhalten ist – und falls man schneller zu Schwitzen neigt, ist die Bewegung langsamer auszuführen - bei eher zum Frösteln neigenden Patienten, dato schneller (der eher Schwitzende bevorzugt auch dabei eine kühlere Umgebeung als der Fröstelnde – dies sollte auch dann so geschehen), ansonsten ist eine Erkältung schnell „vorprogrammiert“, selbst im warmen Zimmer ;-) => Richtschnur der Bewegung ist dabei immer mindestens eine ¼ h als Minimalzeit der Bewegungsphase zu rechnen ! (das muss nicht unbedingt gehen/laufen sein; körperliche Arbeit gerade bei uns in der gestressten Zeit kann gelichbedeutend sein, sollte aber den induviduellen Umständen angepasst sein und niemals in Stress ausarten!) ;-)
– bei Wickeln, bestimmten Waschungen, Aufschlägern, wenn Bettruhe angegeben ist, ist ein Einschlafen meist „vorprogrammiert“. Das sollte man dann auch tun und nicht nach vorgeschriebener/empfohlener Zeit abbrechen ! (der Körper nimmt sich, was er braucht, da für gibt es keine Norm/Richtlinie ! ;-)
– grundsätzlich ist das Frottieren ist bei Kneipp „out“ (fehlende Öffnung der Poren, geringere eigenen Initialisierung der Steigerung der Hauttätigkeit etc. ...) - das Naßwerden ist die Hauptsache, nicht das Abgerieben werden –> das ist wichtig für Kneippsche Wasseranwendungen; alles andere sind Verfälschungen seiner Anwendungen!(-> ein Luftbad und Trockenfrottieren, Körperreiben, Bürstungen hingegen sind bei Kneipp auch erwünscht, aber nicht eben im Allgemeinen bei den Wasseranwendungen, außer z.B. bei Kaltabreibungen nach Schwitzanwendungen, Wickeln, Bädern usw. oder bei Blutarmen, eine Reibung der Haut vor der kalten Anwendung => man merkt also genau die wichtigen Detailunterschiede von der genau abgestimmten Anwendung am einem immer sehr induviduell zu betrachtenden Patienten ;-)
– immer hinterher beachten: die Nachwirkung einer Hauptanwendung => das Ausklingen und bei bedarf Lüften oder Wärmestau zur Wiedergewöhnung an der Luft ist unbedingt zu beachten und individuell zu regeln !!!
MfG
Kräuterfee

Celine
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon Celine » 21. Jun 2010, 07:03

Liebe Kräuterfee,

ich habe mir zwar das Große Kneippbuch gekauft, aber ich komme leider nicht dahinter, wie ich bei meiner bisher erfolglos behandelten Polyneuropathie (als Folge von chronischer Borrelliose) verfahren soll. Ich leide sehr, das Brennen und Rötungen jede Nacht werden immer schlimmer, kann nachts nicht im Bett bleiben. Aber ich will nichts falsch machen!
Gibst Du Kräuterfee mir einen Rat?

Liebe Grüße, Celine

ursis
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon ursis » 23. Jun 2010, 12:29

hallo Celine
hast du es schon mal mit Homöopathie versucht? Lies mal hier: http://www.naturarzt-access.de/sixcms/l ... &di=963029
Gruß ursis

Celine
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon Celine » 23. Jun 2010, 14:53

Hallo liebe Angelica,

vielen vielen Dank für Deine Ausführungen. Wenn ich es recht verstehe, muß ich erst zu einem Facharzt gehen - "der Patient ist streng zu prüfen" usw.
Kann ich bei meinen polyneuropthischen Schmerzen einfach auf "Laien-Faust" die nächtliche Hitze ausleiten? Damit vergehen auch vielleicht die Schmerzen?
Nach den nicht kneipp-gerechten nächtlichen kalten Duschen wird anschließend alles nochviel schlimmer. Diese duschen sind sicherlich ganz falsch gewesen. Hab sie auch weggelassen, weglassen müssen.
Was bedeutet Wassertreten für nur eine Minute? Insgesamt eine Minute?
Wer macht die Anamnsese? Gibt es da bestimmte Ärzte, z. B. mit dem Neurolgen bin ich bei Polyneuropthie nicht weitergekommen, er schob es auf psychosomatisch, Mittel hat er nicht verordnet, gottseidank. Chemie nehme ich nicht mehr.
Mein Hausarzt? Ist gestorben, war lange nicht mehr bei einem Schulmediziner. Anamnese durch Heilpraktiker? Kann ich nicht bezahlen, habe Mindestrente (75).
Aber die Schmerzen und der taube Druck in den Füßen und Beinen und Händen und Armen nimmt jede Nacht zu.
Also erstmal Wassertreten. kalte Wickel haben enorm verschlimmert. (Kneipp-Buch).

Viele Grüße, Celine

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Angelika
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon Angelika » 23. Jun 2010, 23:44

Hallo liebe Celine,

die genaue Anwendung für Wassertreteen findest du hier

viewtopic.php?f=38&t=11007&p=69390&hilit=Wassertreten#p69390

und hier noch ein paar Tipps gegen Polyneuropatie

viewtopic.php?f=11&t=4897&p=28050&hilit=

Anamnese machen nur HP, und Homöopathen, du kannst dir aber einen Arzt mit einer Zusatzausbildung in Naturheilkunde suchen.

Gute Besserung
Angelika


Celine
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon Celine » 24. Jun 2010, 02:00

Liebe Angelika,

recht recht herzlichen Dank! Habe in Dresden vier Naturheilärzte gefunden, es geht los!
Beim Hausarzt hatte ich ja Antibiotika ohne Erfolg.
Vielen Dank auch für den Link mit den Kneipp-Anwendungen.
Momentan hat mich das Beinebrennen wieder geweckt (immer nach 2 Stunden erstem Erschöpfungsschlaf ist Schluß...........)

Liebe Grüße, Celine

stoeri
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon stoeri » 13. Nov 2015, 17:50

Hallo,

was nach dem Wechselbad oder den Wechselduschen?

Nicht abtrocknen sondern naß anziehen - auch wenn man Baumwollkleidung trägt?
Ich dusche mich gerne nach getaner Arbeit aber nachher betätige ich mich eigentlich nicht mehr Körperlich so stark bzw gehe ins Bett, ist das ok. Die paar mal wo ich abends eine Wechseldusche gemacht habe ging ich auch gleich ins Bett und habe ganz wunderbar geschlafen. Paßt das?

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Krâja
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Re: Allgemeine Regeln bei Wasseranwendungen

Beitragvon Krâja » 14. Nov 2015, 10:28

Hallo Stoeri

nach Kaltwasseranwendungen allgemein, Wechselbad und Wechselduschen. Man trocknet sich nicht ab sondern hüllt sich in warme Kleidung, am besten eine Wolldecke, bis man wieder warm ist oder halt Wollsachen. Wenn Du stricken kannst, strick Dir eine Wollhose, Wollpulli, Wollsocken. Das wärmt super. Luft ist gut, rennen ist gut, angekleidet kannst Du anschließend rennen, außer Du bist krank, dann kannst Du besser schlafen gehen. Übrigens hat Kräuterfee alles geschrieben, was zu beachten ist. Vielleicht solltest Du Dich von einem Wissenden Naturheilkundler untersuchen und beraten lassen, denn wir können hier nur allgemeine Ratschläge erteilen. Wir wissen folglich nicht, was bei DIR passt, weil wir Dich und deine persönlichen Probleme nicht kennen.
Grüße von Krâja ;)



   

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