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Kann mir jemand helfen?

Moderator: Angelika

SabineB67
Beiträge: 5
Registriert: 14. Jun 2012, 10:11

Kann mir jemand helfen?

Beitragvon SabineB67 » 14. Jun 2012, 10:22

Hallo,
meine kleine Tochter ist 18 Monate alt. Schon von Geburt an rieb und kratzte sie sich ständig. Seit etwa einem dreiviertel Jahr ist es so schlimm, dass wir sie nicht mehr ohne Kopfverband, Handschuhe und fixierte Beine schlafen lassen können. Die Ohrläppchen sind oft wund und entzündet und auch an den Fußgelenken hat sie viele alte und neue Wunden durch das ständige aneinander reiben der Füße. Wir ernähren sie seit über einem halben Jahr Histaminfrei/bzw.-arm. Weizenmehl, Zucker und Vollmilch werden konsequent weg gelassen. Die Ergebnisse eines Allergie-Bluttests stehen noch aus. Innere Organe wurden vor acht Monaten per Ultraschall untersucht. Hanna bekommt Solunat Tropfen, Globuli (Rhus, Histaminicum, Sulfur), täglich eine Zinktablette, drei mal täglich Dolchios. Die Darmflora wurde schon auf Pilze untersucht. Negativ. Mit Bactaflor haben wir aber versucht die Flora zu stabilisieren, das sie laut Laborbefund leicht instabil war.
Wie kann ich dem Kind während Phasen heftigster Juckreizattacken effektiv helfen?
Glücklicherweise schläft sie nachts seit etwa zwei Wochen recht gut und morgens auch noch oft sehr lange. Das war nicht immer so...
Hat hier jemand einen Tip???
LG
Sabine


greenbeans
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Registriert: 24. Aug 2003, 23:45

Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon greenbeans » 15. Jun 2012, 12:13

Hallo Sabine,
das hört sich ja richtig schlimm an für das Kind, aber auch die Maßnahmen, das Fixieren der Beine und so, ist sicher auch nochmal schlimm, auch wenn es ihr helfen soll, das kann sie ja vielleicht gar nicht so erkennen.
Da die Haut ein großes Kontaktorgan ist, würde ich, so als Mama gesehen, ihr ganz ganz viel Körperkontakt geben, wann immer es möglich ist, also viel tragen, ihr viel Zuwendung geben auch mit Berührungen, also über den Kopf streicheln, mal kurz drücken, beim Spielen nicht nur die Förmchen anfassen, sondern auch dem Kind hin und wieder über den Arm oder die Wange streicheln etc., und zwar schon bevor sie selber den Kontakt will durch ans Bein hängen, jammern, schreien oder auch andere Verhaltensweisen, Gesten etc., auch sie streicheln oder ihre Hand halten bis zum Einschlafen, die Hand auf ihre Wange legen, halt wo die Haut nicht wund ist, nie in den Laufstall und schon gar nicht das Zimmer verlassen ohne sie. Das wäre einfach so mein Tun, aus meinem Gefühl heraus. Der Kontakt ist etwas sehr Essentielles, die Haut ist wie gesagt ein, wenn nicht das, große Kontaktorgan, und wenn es da ein Problem gibt, würde ich aus meinem "Mamagefühl" heraus mich so verhalten, daß ich möglichst alle Unsicherheiten, die es da geben könnte, wieder bereinige. Also ein ständiges Angebot eines Körperkontaktes zum Kind, das Kind immer wieder versichern, nicht aufdrängen natürlich oder festhalten, wenn sie gerade etwas erkunden möchte. Der Kontakt ist für ein so kleines Kind einfach biologisch überlebenswichtig, wenn es den Kontakt zu seinen "Versorgern" (in der Regel die Mutter, die Eltern) verliert, dann kann es ja nicht überleben, sie ist vielleicht durch irgendein Erlebnis in ihrer Kontaktsicherheit irritiert worden, was auch vorgeburtlich gewesen sein kann, ein Ungeborenes ist ja nicht eine gefühllose Masse und erst mit der Geburt ändert sich das. Also ich würde versuchen, dies durch ständiges Präsentsein und ständige eigene Kontaktherstellung, wieder aufzuheben. Geht aber vermutlich nicht von heute auf morgen.
Das ist nur meine persönliche Meinung, fühle Dich bitte weder angegriffen, bloß nicht, noch mußt Du das überhaupt genauso sehen, verstehe es einfach als Denkansatz. Und ob Verhaltensänderungen allein so großen Erfolg haben können, wenn das schon seit der Geburt ein großes Problem ist? Ich würde es halt trotzdem wenigstens probieren, und viel guten Kontakt schadet ja auch nicht gerade.

Medizinisch Hilfreiches kann ich leider auch nicht sagen. Außer, es gab doch vor nicht allzulanger Zeit mal so eine Creme auf dem Markt, die jemand mehr oder weniger selber herstellen ließ oder so. Danach vielleicht mal erkundigen, das ging damals durch die Presse, war ohne Cortison und Co (weißt vermutlich schon, wie ich meine) und es hieß, daß sie trotzdem ganz gut helfen soll, vielleicht wäre das ja was für Euch. Den Namen und Näheres weiß ich jetzt leider nicht mehr, aber das läßt sich sicher finden. Aber meiner Meinung nach wird das trotzdem eine oberflächliche Behandlung bleiben.

Weitere Ideen, einen Homöopathen mit der Kleinen aufsuchen (aber bitte nicht "selber homöopathisch behandeln"!, wenn Du homöopathisch behandeln lassen willst, dann geh mit ihr zu einem guten Homöopathen, alles andere ist m.E. nach nicht vertretbar, schon gar nicht bei einem kleinen Kind), das würde ich vermutlich tun, oder auch andere naturheilkundliche Wege gehen, wozu ich einen Arzt für Naturheilkunde zu Rate ziehen würde. Vielleicht könnte man auch osteopathisch was machen, da kann Dir sicher ein Osteopath Auskunft geben, ob er eine Möglichkeit sieht.

Die "gemischten Globuli", die sie scheinbar bekommt, sehe ich übrigens nicht als die homöopathische Behandlung, wie ich sie verstehe. Da gibt es in der Regel immer nur ein Mittel zur Zeit. Und dann wartet man, wie die Entwicklung ist und überprüft erneut, ob es noch paßt, oder welches andere nun paßt. Aber das ist eine eigene Diskussion zur Vorgehensweise speziell in der klassischen Homöopathie. Du machst ja eine ganz Menge schon, läßt alles mögliche abklären usw., ich kann mir schon vorstellen, wie schwierig die Situation auch für Dich ist. Tur mir richtig leid, daß ich auch keinen goldenen Lösungsweg habe.
Lg

SabineB67
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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon SabineB67 » 18. Jun 2012, 09:04

Die derzeitigen Medikamente haben wir alle von einer Homöophatin verschrieben bekommen. Mir scheint aber, dass auch sie die Kratzerei nicht wirklich in den Griff bekommen kann.
Seit dem WE bekommt unsere Tochter nur noch Dolchios und Ledum Globuli. Hoffe, dass das nun endlich mal die gewünschte Wirkung zeigen wird.
Nächste Woche fahre ich mit der Kleinen nach Mainz in die Uniklinik. Eine Nacht sollen wir bleiben. Man möchte noch einige Tests machen... Glaube ja nicht, dass die etwas finden werden.
Deine Empfehlungen sind natürlich richtig.
Viel Zuwendung! Viel Körperkontakt!
Habe die Kleine sogar jetzt beim Schreiben auf meinem Schoß sitzen.
So klappt das natürlich nur an ruhigen Tagen wie heute. Dieses "viel" ist im Alltag manchmal einfach ZU viel. An manchen Tagen bekommt sie zwangsläufig vielleicht mal nicht so viel, wie sie tatsächlich braucht...
Habe derzeit meinen 21 jährigen Sohn zu betreuen, der nach zwei Gehirnblutungen im Oktober mit fehlendem Kurzzeitgedächtnis aus der Reha entlassen wurde. Auch für ihn muss ich kämpfen und viel Kraft investieren.
Ich danke dir, greenbeans, für deine ausführliche Antwort.

SabineB67
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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon SabineB67 » 18. Jun 2012, 09:06

Übringens, das fixieren der Beine bedeutet nur, dass wir ihr schaumstoff zwischen die Beine binden, damit sie diese nicht aneinander reiben kann. Es bedeutet nicht, dass wir die Beine am Bett fest binden... Seit wir es tun, schläft sie nachts wieder ruhiger

SabineB67
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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon SabineB67 » 18. Jun 2012, 09:11

streicheln oder ihre Hand halten bis zum Einschlafen, die Hand auf ihre Wange legen,

Leider schläft unsere Hanna nicht ein, solange noch jemand in ihrer Nähe ist.
Ins Bett, mit Teddy, Schnuller und Einschlafmusik, dunkel machen Gutenacht-Kuss und raus gehen..., nur so funktioniert es, übringens auch tagsüber...

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Angelika
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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon Angelika » 18. Jun 2012, 22:08

Hallo Sabine,

leidet deine Tochter unter Neurodermitis?

dann schau mal hier nach,

viewtopic.php?f=56&t=7453

Alles Gute
Angelika


SabineB67
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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon SabineB67 » 19. Jun 2012, 13:21

Es scheint, dass wir ND ausschließen können. Erstens wurde uns nur eine ganz minimale Gesammt-Allergie-Neigung des Kindes bescheinigt und zweitens hat sie auch nicht die typischen Hautveränderungen, die eine ND hervor ruft. Hanna hat überhaupt keinen Ausschlag! Ihre Haut wird nur manchmal etwas trocken, wenn das Eincremen mal vergessen wird. Sie hat eine schöne, zarte und gesunde Haut. Alle Wunden rühren nur von ihrer massiven Kratzerei her. Außerdem fügt sie sich durch ständiges Reiben der Haut starke Schürfwunden zu.

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Lue Cha
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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon Lue Cha » 3. Jul 2012, 13:16

Wie ist den der aktuelle Stand inzwischen?
LG., Lue Cha
Das Beginnen wird nicht belohnt, einzig & allein das Durchhalten.
Katharina v Siena
http://luechasiniertphilosophiert.blogspot.de/

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Re: Kann mir jemand helfen?

Beitragvon TandemPilot » 6. Mai 2015, 10:16

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