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Niedriger Blutzuckerwert/versteckter Diabetes???

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Lichterkind
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Niedriger Blutzuckerwert/versteckter Diabetes???

Beitragvon Lichterkind » 22. Sep 2003, 19:47

Hallo zusammen,

ich hoffe, es kann mir jemand diese Frage beantworten:

habe mir letzte Woche nüchtern Blut abnehmen lassen.
Der Ergebniswert war 66, also zu niedrig.
Da ich aber übergewichtig bin, sagte meine Ärztin, sie wolle noch einen oralen Glukosetoleranztest machen, da es sein könne, dass sich hinter dem niedrigen Wert auch ein "versteckter Diabetes" verberge.

Ich dachte immer, bei Diabetes wären die Zuckerwerte zu HOCH und nicht zu niedrig...... :eek: (vorausgesetzt natürlich, dass man kein Insulin spritzt, wodurch man ja auch unterzuckern kann).

Kann mir das mal bitte jemand erklären???

Vielen Dank.

P.S.: Ich hatte übrigens seit mittags vor dem Tag der Blutabnahme nichts mehr gegessen und vermute einfach mal, dass das Ergebnis daher rührt, dass ich 20 Stunden keine Nahrung mehr zu mir genommen hatte.
Grüßle,
das Lichterkind


med-con

Beitragvon med-con » 22. Sep 2003, 22:14

Beides ist richtig.
Wer 20 Stunden nichts ißt und dann Blutzucker bestimmten läßt, ist selbst schuld. Da müssen die Werte verrückt spielen.
Normalerweise kontrolliert man den Blutzucker 2 x, einmal nüchtern (wobei vorausgesetzt wird, daß am Abend vorher gegessen wurde) und dann nach einem Frühstück nochmals so zwischen 11 und 12. Dann hat man ungefähre Anhaltspunkte, wie der Körper mit dem Zucker umgeht.

Es ist auch richtig, daß ein zu niedriger Blutzuckerwert auch ohne Insulin den Beginn einer Diabetes anzeigen kann. Hier ist der Köper aus dem Takt und kann nicht die Menge Insulin produzieren, wie aufgrund der Zuckerzuführung benötigt wird. Das heißt, einmal zuviel und dann zuwenig Insulin. Also eine gestörte Regulierung.

Den gleichen Effekt gibt es übrigen auch bei der Produktion der Gallenflüssgkeit, die zur Fettspaltung benötigt wird. Auch hier kann einmal zuviel und dann zuwenig abgegeben werden, was eine Gallenstörung ankündigt.

Also nicht verrückt machen lassen. Regelmäßiges Essen kann auch eine beginnende Diabetes verhindern.

Wolfgang Lammery

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paul
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Beitragvon paul » 23. Sep 2003, 08:25

Hallo Lichterkind,

ich vermute auch, dass der niedrige Wert vom längeren "Nüchternsein" kommt.

Die klinische Diagnose wird i.d.R. folgendermaßen gestellt:

Legen die Beschwerden des Patienten und die klinische Symptomatik den Verdacht nahe, es könne sich um einen Diabetes mellitus handeln, müssen Blutzucker- und Urinzuckerbestimmungen durchgeführt werden. Der Blutzucker liegt normalerweise nüchtern unter 110 mg/dl (= Milligramm pro Deziliter) und steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Oberhalb eines Nüchternblutzuckers von 126 mg/dl wird von einer diabetischen Stoffwechsellage gesprochen. Ab einem Blutzucker von 160-180 mg/dl wird die so genannte Nierenschwelle für Glukose überschritten, der Körper beginnt, die überschüssige Glukose über den Urin auszuscheiden. Dieser ausgeschiedene Zucker kann mit Hilfe von Teststreifen, die sensibel auf Glukose reagieren, nachgewiesen werden. Da das Hormon Insulin auch Bedeutung für den Fettstoffwechsel hat, deutet der Nachweis von so genannten Ketonkörpern im Urin (hierbei handelt es sich um Abbauprodukte, die bei einem gestörten Kohlenhydratstoffwechsel der Leber entstehen) auf eine beginnende allgemeine Stoffwechselentgleisung hin (=Ketonurie).

Nach der WHO-Empfehlung von 1981 liegt ein manifester Diabetes mellitus vor, wenn der Nüchternblutzucker über 120 mg/dl und der so genannte postprandiale (= nach der Mahlzeit) Blutzucker über 180 mg/dl liegen. Werden bei der ersten Kontrolle Blutzuckerwerte im Grenzbereich festgestellt, ist zur weiterführenden Diagnostik ein oraler Glukosetoleranztest (=oGTT) zu empfehlen.

Bei einem solchen oGTT erhält der Patient morgens nüchtern nach der ersten Blutentnahme 75 g Glucose in 300 ml Wasser gelöst. Diese Lösung muss er innerhalb von 10 Minuten langsam trinken. 60 bzw. 120 Minuten nachdem der Patient mit dem Trinken begonnen hat, folgen weitere Blutentnahmen. Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn die Werte für den Nüchternblutzucker über 120 mg/dl und den 2-Stunden-Blutzucker über 200 mg/dl im kapillaren Vollblut (Blut aus der Fingerkuppe) betragen. Von einer so genannten Glukosetoleranz mit Krankheitswert (=pathologische Glukosetoleranz) wird gesprochen, wenn der Nüchternblutzucker unter 120 mg/dl und der 2-Stunden-Blutzucker zwischen 140 und 200 mg/dl liegen. Sind dagegen der Nüchternblutzuckerwert unter 120 mg/dl und der 2-Stunden-Blutzuckerwert unter 140 mg/dl, besteht kein Nachweis für eine Glukoseverwertungsstörung.

Wenn ein Diabetes mellitus nachgewiesen wurde, muss der Blutzucker in der Folge regelmäßig gemessen werden. Für die Kontrolle der Effektivität einer eingeleiteten Therapie eignet sich daneben ein anderer Wert, der über eine Blutentnahme gewonnen wird: der so genannte HbA1c-Wert. Dieser gibt den Prozentanteil des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffs an, der normalerweise bei 4-6% liegt und direkt vom Blutzucker abhängt. Mit dem HbA1c-Wert lässt sich eine Aussage über die Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zehn Wochen treffen. Für eine optimal verlaufende Therapie sollte der HbA1c immer unter 7% liegen.

Diesen Text und weitere gute Infos zu dem Krankheitsbild kannst Du hier nachlesen: http://www.m-ww.de/krankheiten/innere_k ... 2#diagnose

Gruß: Paul

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Lichterkind
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Beitragvon Lichterkind » 23. Sep 2003, 22:10

Vielen lieben Dank für Eure postings, sage Euch dann morgen, wie es ausgegangen ist!
Grüßle,
das Lichterkind

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Lichterkind
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Beitragvon Lichterkind » 24. Sep 2003, 20:33

So.....habe jetzt ein Ergebnis.

Es kam wohl von der langen Nüchternheit. Heute morgen war der Wert erst bei 88, dann, 2 Stunden nach dem oGTT war er auf 112, also alles ganz normale Werte.

Vielen Dank nochmals!!!
Grüßle,
das Lichterkind


   

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