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Thromboseprophylaxe übertrieben?

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Moderator: Angelika

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hexe-333
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Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon hexe-333 » 3. Sep 2009, 22:31

Hallo zusammen,

mein Sohn war jetzt eine Woche lang im Krankenhaus wegen einer Fraktur im Sprunggelenk.
Ich erfuhr, dass es inzwischen Pflicht ist, bei jedem Patient Thrombosespritzen zu geben.

Aber nun soll der sie auch zuhause die nächsten Wochen bekommen.
Er ist mobil, auf Krücken unterwegs und ich finde diese Verordnung sehr übertrieben. :o

Natürlich ist so die Gefahr einer Thrombose gebannt, aber ich nehme ja auch nicht täglich fiebersenkende Mittel, um kein Fieber zu bekommen, oooder?

Ich wüsste gerne über Nebenwirkungen und Risiken Bescheid.
Habt ihr Infos darüber?

LG


SeeBär
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon SeeBär » 4. Sep 2009, 11:32

Moin hexe...
nun ja, die sogenannte Thrombose Prophylaxe in der klinischen Medizin ist letztendlich abhängig von der Diagnose. Bei einer Fraktur des OSG erfolgt meißt eine operative Versorgung und eine anschließende Ruhigstellung mittels Gips, Cast oder Orthese. Manchmal muss auch vor OP ruhiggestellt werden, um vorerst ein Abschwellen zu ermöglichen.
Bedingt durch die Ruhigstellung fällt im betroffenen Unterschenkel die Muskel-Venen-Pumpe aus und das Risiko einer Thrombose ist gegeben - egal wie alt mensch ist. Meißt wird mit einem niedermolekularen Heparinpräparat ( z.B. Mono Embolex, Clexane oder Fraxiparin ) einmal täglich subcutan ein Depot zur Beeinflussung der PTT/PTZ ( Prothrombinzeit, Gerinnungszeit) SOWIE einem Kompressionsstrumpf am gesunden Bein vorbeugend behandelt.
Falsch ist die Aussage, dass es eine Vorschrift gibt, das JEDER Patient/Patientin eine "Thrombosespritze" appliziert bekommen muss.
Hier ist es Aufgabe des aufnehmenden Arztes/Ärztin abzuwägen und entsprechend der Diagnose ein erhöhtes Thromboserisiko zu erkennen und entsprechend eine Thromboseprophylaxe zu verordnen.
Im Fall Deines Sohnes, sicherlich war sein Unterschenkel ruhiggestellt / und wird dies ggf. auch noch sein, ist es eine richtige Entscheidung. Ich denke mal, dass er auch nach OP und stationärem Aufenthalt, zu Hause noch weiter Thromboseprophylaxe betreiben durfte. Z.B. mit Selbstgabe von Heparin subcutan.
Dein Fieber-Beispiel ist nicht ganz passend - aber wenn Du in einem Beruf arbeitest, welcher Dich einem hohen Infektionsrisiko aussetzt, musst Du z.B. vorbeugend gegen Hepatitis geimpft sein.

Gruss von der stürmischen Küste
SeeBär :wink:

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hexe-333
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon hexe-333 » 4. Sep 2009, 13:08

Hallo Seebär,

erst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Also, der Unfall ist jetzt 9 Tage her, operiert wird nicht und mein Sohn ist seit gestern entlassen.
Bis auf die Tatsache, dass er auf Krücken läuft, ist er sehr mobil :cool:
Als Spritzen habe ich Fraxiparine 0,3ml hier.
Der Beipackzettel stimmt mich nachdenklich......

So, wie ich verstanden habe, soll das Mittel noch 5 Wochen verabreicht werden.
Ein Thrombosestrumpf am anderen Bein hat und hatte er nicht.

Was mir auffällt, wenn ich an frühere Krankenhausaufenthalte denke, dass das Thema Prophylaxe damals wesentlich "lockerer" gesehen wurde und es inzwischen Menschen gibt, sie sich spritzen, bevor sie ins Flugzeug steigen, ich weiss nicht, ob das nicht alles auch ein wenig übertrieben ist.

Was genau macht denn dieses Fraxiparine?

LG hexe

SeeBär
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon SeeBär » 4. Sep 2009, 15:28

Eben...das betroffene Bein darf also nicht belastet werden....er entlastet mit Unterarmgehstützen.... und eventuell ist ja noch ein Baycast/Gips/ Zinkleimverband oder ähnliches angelegt... und das bedeutet, dass bereits erwähnte Muskelvenenpumpe nicht funktioniert - denn diese ist von der vollen Belastung und Bewegung abhängig.
Das Fraxiparin gehört zu den genannten niedermolekularen Heparinen und bewirkt in der Blutgerinnung, dass das Blut nicht so schnell zu Klümpchen ( Thromben) gerinnt, derweil das Blut in den unteren Venen des betroffenen Beines "steht". In der Blutgerinnung wirken viele Faktoren zusammen ( und das soll hier kein Fachreferat werden) unter anderem das Prothrombin, welches in einer bestimmten Zeit dafür sorgt, das Blut gerinnen kann. Diesen Zeitwert nennt man in der Medizin PTZ, Prothrombinzeit. Das Heparin bewirk, dass diese Zeitspannen verlängert wird, das Blut also langsamer gerinnt.
Die heutigen Prophylaxen ( von Thrombose über Decubitus bis hin zu Kontrakturen ) sind allerdings nicht nur Zeichen einer "modernen" Krankenpflege, sondern auch das Ergebnis vieler Klagen und Prozeße. Deshalb muss mensch heute vor einer OP auch eine ganze Liste von möglichen Risiken unterschreiben - oder eben sich nicht operieren lassen. Diese Aufklärungen und Prophylaxen dienen also auch dem Selbstschutz von klinischer Medizin/Pflege.
Gruss aus dem Sturm-Nordfriesland
SeeBär

rine
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon rine » 4. Sep 2009, 15:51

Meine Tochter (da 11) musste nach einer Trümmerfraktur im Unterschenkel auch noch lange nachdem sie schon wieder teilbelasten durfte, die Prophylaxe bekommen, eben wegen der nicht ausreichenden Muskel-Venen-Pumpe. Manche Menschen bekommen die Thromboseprophylaxe jahrelang ohne große Probleme, da würde ich ein paar Wochen nicht als problematisch ansehen.
Im Laufe der Jahre hat man aber ja unter anderem auch einige Erkenntnisse sammeln können, manchmal begründen sich verstärkte Maßnahmen ja auch einfach da drauf. Vor zig Jahren flogen nicht so viele Leute mal kurz nach Thailand oder oder oder wie heute. Nachdem es die ersten Todesfälle wegen flugbedingter Thrombosen gab, sind die Leute da einfach auch sensibler geworden.:ratlos:
Viele Grüße,
Rine

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Gingkoblatt
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon Gingkoblatt » 7. Sep 2009, 09:33

Noch ein kleiner Nachtrag:

den Trombosestrumpf am gesunden Bein braucht dein Sohn nicht mehr, weil er ja voll belastet (oder sogar mehr?)
Ich würde die Tromboseprofylaxe auf jeden Fall durchziehen!
:wink: Gingkoblatt
______________________________________
Nur wo nicht Natur draufsteht, ist auch wirklich Natur drin.


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hexe-333
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon hexe-333 » 7. Sep 2009, 14:22

Danke für eure Antworten.

und ich dachte, diese Vorsichtsmassnahme sei übertrieben :-?

Robert Schumann
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon Robert Schumann » 11. Apr 2010, 18:57

Aus Sicht der Chinesischen Kaiser-Medizin ist ein wirklicher "Erfolg" von Stützstrümpfen höchst fragwürdig. Denn auch hier wird rein symptomatisch behandelt. Sicher mag das aus Sicht der westlichen Schulmedizin ja eine "gute" Möglichkeit sein, überhaupt eine Hilfe dem betroffenen Patienten zuteil werden zu lassen. Aber sowohl Stützstrümpfe, die die Gefäße zusammenschnüren, als auch Massagen dürften kaum auf die Ursachen einwirken. Und diese liegen hier eindeutig im LEBER-Bereich!

Da die Milz als Erde-Organ als eine der Hauptaufgaben die Blut-Produktion hat, wird sie durch das Milz-Organ angegriffen - die Leber! Die Leber kontrolliert daher den Blut- und den Qi (Energie)-Fluß.

Auch bei einem Schlaganfall ist von der Hauptursache einer Leber-Disharmonie auszugehen. Daher ist die Thrombose eigentlich nur die folgende Ausweitung des Ungleichgewichtes in dem Leber-Bereich, da ja die Ursache für den Schlaganfall bislang auch nicht behoben wurde. Ein Schlaganfall kann auch zu halbseitigen Lähmungen, Sprachstörungen usw. führen - typischen Symptomen von bereits kräftigem Leber-Wind.

Auf das Beispiel Thrombose bin ich in diesem Forum bereits mit dem Artikel "Die unterschiedliche Herangehensweise" eingegangen und wie diese aus unserer Sichtweise tatsächlich entsteht.

Wie wäre der Gefahr von Thrombosen nun aber aus Sicht der Chinesischen Kaiser-Medizin zu begegnen?

Der Therapieansatz (Untersuchung aus DIESER Sichtweise und damit einhergehende Annamnese, sowie Diagnoseerstellung einmal vorrausgesetzt) wäre hier die Stagnation des Blutes wieder zu lösen, also das Blut zum Fließen zu bringen. Dies erreicht man beispielsweise mit dem Mittel "Gong Ting Yu Yong Dan Shen Bu Yao" von JIN FENG (Kaiserliches Dan Shen-Tonikum). Der Hauptwirkstoff ist hier Dan Shen, die Wurzel des Rotwurzelsalbei (Achtung: hat nichts mit dem hier angebauten Harten-Salbei zu tun und wirkt somit auch völlig anders), der das Blut wieder kühlt, belebt und somit deutlich bewegt.
Unterstützt wird die Wirkung erheblich durch das "Gong Ting Yu Yong Hong Cha Jun" (Kaiserliches Tee-Pilz-Getränk), das zusätzlich die Leber stark entgiftet und den Blut- und Qi-Fluß deutlich verstärkter anregt, als es das Tonikum allein tun würde (Achtung: nicht mit Kom Bu Cha-Getränken verwechseln, die völlig anders hergestellt werden und somit auch völlig andere Wirkungen erzielen).

Dies wäre bei vorliegendem Krankheitsmuster in jedem Fall die dringlichst anzuratende Therapie.

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Krâja
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Re: Thromboseprophylaxe übertrieben?

Beitragvon Krâja » 3. Jan 2020, 08:20

Ein uralter Thread und ich frag mich, was eure Meinungen hier im Natur-Forum.de mit Natur zu tun haben...

Ich lese nicht ohne Grund hier, meine 7 jährige Gefäßerkrankung ist - aufgrund eigener Dusseligkeit - genau an Silvester zum Ausbruch gekommen und ich wollte mal nachschauen, wie man am Natur-Forum.de damit umgeht... Dabei bin ich dann mit der Suche in diesem Thread gelandet. Thromboseprophylaxe hab ich in dem Sinne nie wirklich betrieben, ich hab seit rund 7 Jahren eine Gefäßerkrankung in der linken Wade, mit dem latenten Verdacht auf Thrombose.

Ich vertraue der Naturheilkunde bei Weitem mehr als der Schulmedizin, zumal ich ja auch weiss, dass sie weit mehr kann. Ich kenne zwei Methoden die Thrombose alternativ zu heilen, das eine ist die Homöopathie, die ich fúr die effektivere Methode halte, das andere sind die Schüssler Salze. Aufgrund der Notfall Situation und der Nichtvorrätigkeit der homöopathischen Heilmittel hab ich mich für die zweite Methode entschieden und hab die sehr akute Thrombose mit den Schüssler Salzen 4 und 7 im Wechsel, mehrfach am Tag, zuzüglich Bodysil (gen5.eu) in nur einem Tag zum abklingen gebracht, sie ist bis auf eine leichte Rötung im betreffenden Bereich abgeklungen. Gut gel? Man braucht sie nicht, die Schulmedizin, wenn man sich mit der alternativen Heilkunde auskennt und ihr vertraut, da man 30 Jahre die Erfahrung gemacht hat, dass man damit alles heilen kann, auch die Erkrankungen, die von der Schulmedizin nicht geheilt werden können oder nur mit Hilfe von blutigen OPs, die den Patienten in Lebensgefahr bringen / ein Gedankensprung.

Probiert die Thromboseprophylaxe mit Schüssler Salzen, ganz ohne Nebenwirkungen...
Grüße von Krâja :wink:



   

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