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Heilpraktikerprüfung Dortmund

Fragen zur Ausbildung, Erfahrungsaustausch mit anderen, Lernhilfen...

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Fraudoktor
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Heilpraktikerprüfung Dortmund

Beitragvon Fraudoktor » 20. Jul 2004, 15:07

Hallo, Ihr lieben Freunde.

Hat irgend jemand schon Erfahrungen mit der Prüfung in Dortmund gemacht? Mich würde mal interessieren wie es dort so zugeht, und wie z.B. die Bestandsquote so ist.

Als Ausgleich kann ich ein paar Infos über Mainz verteilen, falls es jemanden interessiert...

Welche Schulen sind denn im Raum Dortmund empfehlenswert, auch im Bezug auf Fachqualifikationen?


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Ursula
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Beitragvon Ursula » 21. Jul 2004, 10:06

Hallo Fraudoktor :lol: ,

ich würde mich auch freuen, wenn sich jemand mit Erfahrungen aus diesem Raum melden würde. Wir sammeln hier ja alles, was es aus diesem Bereich an Infos gibt ;) ...

Als Ausgleich kann ich ein paar Infos über Mainz verteilen, falls es jemanden interessiert...


...das interessiert natürlich, kannst schon mal anfangen :cool:

LG Ursula

Fraudoktor
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Beitragvon Fraudoktor » 25. Jul 2004, 12:07

Hallo Ursula,

Mainz ist eigentlich ein netter Prüfungsort, wenn auch sehr schwer, aber wo ist es einfach...
Man hat gute Chancen dort, wenn man nach GK 3 lernt.
Ich war zweimal dort, beim ersten mal hatte es noch nicht gereicht, da habe ich mich zusehr von diesem Ratschlag "so genau will der Amtsarzt in der mündlichen es dann ja doch nicht wissen, der will ja nur herausfinden, ob man eine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt" beeinflußen lassen.
Sicher wollen sie das, aber sie wollen es trotzdem oder gerade deswegen ganz genau wissen.
Beim zweiten Mal hatte ich mich besser vorbereitet.
Auch innerlich , auf die Prüfungssituation.
War schön, ich denke noch gerne dran zurück.
Nun will meine Freundin in Dortmund zur Prüfung gehen, und ich denke es wäre besser, wenn man schon ein bischen über die Modalitäten dort weiß....
mfG

AGB
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Überprüfung in Dortmund

Beitragvon AGB » 7. Feb 2005, 10:09

Hallo,

an Infos über den Ablauf in Dortmund wäre ich auch interessiert. Habe soeben mit Herrn Linke dort telefoniert, der sehr nett war. :D

Zu Vorlaufzeiten: Anmeldung mit den üblichen Unterlagen reicht 6 - 8 Wochen vorher (nicht wie in Köln).

Gibt es hier Leute, die in Dortmund geprüft wurden und über Erfahrungen berichten können?

Sonnige Grüße
:sun1:
Anita
So ist das Wesentliche einer Kerze nicht das Wachs, das seine Spuren hinterläßt, sondern das Licht.
- Antoine de Saint-Exupéry

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illuminatus
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Beitragvon illuminatus » 1. Jul 2005, 23:33

Hallo!

Auch ich wäre sehr an Informationen aus Dortmund interessiert, fange im Herbst meine HP-Ausbildung an. Schwanke aber noch zwischen der Sanara und Paracelsus. Habe zu diesem Thema (Vergleich dieser beiden Schulen) bereits einen neuen Thread eröffnet.

Eine Freundin von mir macht dieses Jahr im Herbst Ihre Prüfung in Dortmund, ich werde dann berichten!

Viele Grüße
Wenn wir unsere Richtung nicht ändern, kommen wir wahrscheinlich genau dort an worauf wir zusteuern.

aruna_raven
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Beitragvon aruna_raven » 4. Nov 2005, 14:54

Also, ich bin gerade bei meinem zweiten Versuch in Dortmund. Beim ersten bin ich in der mündlichen Prüfung gescheitert.
Wie ich vor kurzem hörte, soll man in Dortmund wohl durchschnittlich 5 Anläufe brauchen, bevor man besteht. Allerdings kenne ich auch einige, die es bereits beim ersten Versuch geschafft haben. Letztes Jahr haben wohl von ca. 80 Anwärtern, 20 die schriftliche bestanden. Davon haben dann nur 3 die mündliche bestanden und dürfen sich nun Heilpraktiker nennen.
Leider muss man, wenn man durchfällt, (wie in vielen anderen Prüfungsorten auch) die schriftliche Prüfung auch noch mal wiederholen.

Mittlerweile sollte man sich auch zeitig anmelden, da es (wahrscheinlich auch wegen der hohen Durchfallrate) zu Wartezeiten kommen kann. Dieses Jahr wurde die schriftliche Überprüfung im Herbst in 2 oder 3 Räumen vorgenommen. 120 Heilpraktikeranwärter hatten geschrieben, es gab aber auch noch welche auf Wartelisten, die nicht mehr zugelassen wurden, da die Räume voll waren. Erfreulicherweise haben aber diesmal 79 von den 120 die schriftliche bestanden und erfreulicherweise eine Freundin von mir bereits die mündliche (ich muss noch bibbern, hab erst später). Sie hatte es nach dem dritten Mal endlich geschafft, die schriftliche zu bestehen und ist dann auch gleich durch die Mündliche gekommen.
Geprüft wird in alphabetischer Reihenfolge, 3 Prüflinge pro Tag an zwei Tagen die Woche (diesmal Montag/Dienstag).
Prüfender Amtsarzt ist Herr Dr. Striegler und sein Steckenpferd ist die Gesetzeskunde (und die gründlich!). Die mündliche Prüfung dauert ca. 45 Minuten.

Ein Gedächtnisprotokoll von der Prüfung meiner Freundin:

Amtsarzt:
-Mit welchen Gesetzes kommt der HP in Kontakt/welche interessieren besonders? Kurze Beschreibung, was die Gesetze sagen
-Infektionsschutzgesetz: Welche Paragraphen interessieren da besonders und warum?
-Definition Ausscheider
-Vogelgrippe: Meinen Sie, dass die Vogelgrippe menschenpathogen ist? Wo ist das Reservoir (Wildvögel)?
-Botulismus: Was machen Sie mit dem Patienten (Notarzt!)? Warum (damit ihm im KH das Antitox gegeben wird)? Wie infiziert man sich? Was für ein Gift ist das (Neurotoxin)?
-Wie werden homöopathische Mittel hergestellt?

1. Beisitzerin:
- DD Proteinurie
- Fall: Frau kommt mit Heiserkeit. Diagnose nach ausführlicher Anamnese: Frau ist wahrscheinlich Alkoholikerin und hat sich ein Ösophagus-Ca eingefangen (DD: Pancoast-CA) War die Beisitzerin mit zufrieden und hat gleich weitergegeben.

2. Beisitzerin:
- Pathophysiologie Nephrotische Syndrom? Woher kommt die Hyperlipidämie?
- DD Erythema nodosum
- Komplikationen der Influenza

Alles in allem schwitzte meine Freundin eine geschlagene Stunde in dem Raum. Aber es hat gereicht!

Soweit erstmal die Fragen, die ich so noch im Kopf hatte. Ich werde meine Freundin noch mal fragen und gegebenenfalls vervollständigen (sie meint auch, dass ihr jeden Tag neue Fragen einfallen, die ihr gestellt wurden. In so eine Stunde passen viele Fragen). Wenn ich wieder zu Hause bin, setz ich noch mal die Fragen aus meiner ersten Prüfung rein und von einer Bekannten, die gleich beim ersten Mal vor zwei Jahren bestanden hat.


Edit: Meine Ausbildung hatte ich in Göttingen gemacht, daher kann ich zu Schulen in Dortmund nicht viel sagen. Ich war kurz vor meiner ersten Prüfung im Crashkurs in der Paracelsus-Schule in Dortmund, aber das hat nicht wirklich was gebracht (außer, dass ich da die Leute kennengelernt habe, mit denen ich mich jetzt auf die Prüfung vorbereitet habe). Aber von der Sanara-Schule habe ich bis jetzt nur gutes gehört (und ich persönlich würde immer nach einer Alternative zur Paracelsusschule suchen, wenn es die gibt).
Zuletzt geändert von aruna_raven am 22. Nov 2005, 20:47, insgesamt 2-mal geändert.


aruna_raven
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Beitragvon aruna_raven » 4. Nov 2005, 19:43

Hier, wie versprochen, die zwei anderen Prüfungsprotokolle:

Amtsarzt:
- Was steht im IfSG? Was steht im § 42?
- Wie wird gemeldet? Schriftlich, telefonisch? In welchem Zeitraum?
- Was steht im § 6?
- Was heißt Epidemie, Pandemie, Endemie? Unter was fällt Aids?
- Welche Erkrankungen kommen in Quarantäne?
- Was bedeutet Ausscheider? Wie wird man Ausscheider, welche gibt es? Welche Übertragungsarten gibt es beim Ausscheider? Wo sitzt der Erreger?
- Wo stehen die Ausscheider im IfSG, welche sind genannt? Salmonellen, welche Arten gibt es?
- Was heißt EHEC? Welche Erkrankung macht es? Leitsymptome dieser Erkrankung?
- Wie kommt Durchfall zustande? Was braucht man dazu?
- Darf ich als HP eine Stuhluntersuchung vornehmer? Wenn ja, wann nicht?
- Was untersucht man im Stuhl?

1. Beisitzer:
- Erklären Sie den Umgehungskreislauf der Leber
- Wo kann man den Puls fühlen?
- Fall: Mann mit Kopfschmerzen kommt zu Ihnen. Er fährt am nächsten Tag in den Urlaub und will eine Schmerztablette von Ihnen. Was tun Sie?
Bei der Anamnese stellte sich dann heraus, dass er im Nacken noch Schmerzen (Ziehen) hatte und Druck auf einem Auge sowie "Nebel" vor diesem Auge.
Welche Vermutung haben Sie? Welche Untersuchungen können Sie noch in Ihrer Praxis durchführen (Lasegue, Kernig, Bruzinski).

2. Beisitzerin:

- DD starke Kopfschmerzen
- DD chronischer Durchfall

Dauer der Prüfung: ca. 45 Minuten

_____________________________________________________________

Amtsarzt:

- Was sind nosokomiale Infektionen? (Übrigens eine der Lieblingsfragen!)
- Durch welche Erreger verursacht?
- Kann so eine Infektion auch in Ihrer Praxis auftreten und wenn ja, warum (fehlerhafte Desinfektion, Sterilisation).
- Wer könnte denn in der Praxis Bakterien verbreiten und Fehler bei der Desinfektion und Sterilisation machen (Patienten, HP selber, Putzfrau, Hilfspersonal..)
- Wie funktioniert die Flächendesinfektion?
- Welche Wirkungsbereich der Desinfektionsmittel kennen Sie? (A, B, C, D)
- Welcher Bereich wird für Bakterien und Viren genommen? (A und B)
- Wofür braucht man die anderen Bereiche? (Zur Abtötung von Sporen)
- Was sind denn Sporen? Können Sie einige nennen? (Alle Clostridien und Bacillus anthracis)
- Was ist Quarantäne?
- Wie lange wird isoliert, wer wird isoloert? Wann könnte es noch zur Quarantäne kommen? Wer bestimmt über die Quarantäne? (Rober-Koch-Institut).
- Welche Arten von Fieber gibt es?
- Was sind Tumormarker, wie aussagekräftig, welche kennen Sie. Abkürzungen erklären.
- Nehmen Sie in der Praxis Tumormarker ab?
- Erklären Sie den Hämoculttest. Wie wird er gemacht, was sagt er aus. Machen Sie ihn in der Praxis?

1. Beisitzerin:

- Fall: Es kommt ein junger Mann zu Ihnen, 22 Jahre, war heute morgen schwimmen, hat jetzt Atemnot (-> Spontanpneumothorax) Was erwarten Sie bei der Auskultaion, Perkussion... Komplikationen? Was muss mit dem Mann geschehen?
- DD Epistaxis (Nasenbluten)


2. Beisitzerin:

- Fall: 48-jähriger Bankbeamter kommt zu Ihnen mit Kopfschmerzen und Rückenschmerzen, hat aber drei Tage vor dem Computer gehockt, um eine dringende Arbeit fertig zu bekommen, fühlt sich jetzt müde, schlapp, und möchte ein paar Vitamine von Ihnen. (-> Glomerulonephritis)
- Wie sehen denn so Zylinder aus (die Eryzylinder, die beweisend für die Glomerulonephritis sind, sind hier gemeint) und wodurch entstehen sie?
- Pathophysiologie Glomerulonephritis

Dauer: ca. 45 Minuten

____________________________________________________________

Hoffe, damit weitergeholfen zu haben. Vielleicht findet sich ja auch noch der ein oder andere, der ein Protokoll erstellt hat und es zur Verfügung stellt (eignet sich nämlich sehr gut, um so eine Prüfung mal vorher "richtig" zu üben, was man auf jeden Fall machen sollte)

aruna_raven
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Beitragvon aruna_raven » 22. Nov 2005, 20:46

Hier das Gedächtnisprotoll meiner Prüfung in Dortmund (ich habe bestanden! :D )

Begleitet wurde ich von meiner Freundin Eva, die die Prüfung bereits vor einem Monat bestanden hatte.

Herr Dr. Striegler (Amtsarzt) beginnt: „Fangen wir doch gleich mit der Gesetzeskunde an. Was dürfen Sie als Heilpraktiker nicht?“ Schöne Frage zu Anfang, leg ich also gleich los.
Bei dem Bestattungsgesetz sage ich natürlich, dass mir als HP die gerichtliche Leichenschau und das Ausstellen von Totenscheinen untersagt sei. Durch Evas Prüfung wusste ich ja bereits, dass das Wort „gerichtlich“ in diesem Fall sehr wichtig ist. Herr Dr. Striegler fragt auch gleich nach: „Wie ist denn das? Dürfen Sie bei jemanden den Tod feststellen?“ Ich sage ihm, dass ich mich natürlich davon überzeugen muss, dass derjenige wirklich tot ist und keine Reanimation mehr möglich ist, denn sonst wäre es natürlich unterlassene Hilfeleistung, den Totenschein dürfe ich aber nicht ausstellen. Damit war er dann zu frieden.
Dann wollte er erklärt bekommen, was denn ein „Krankheitsverdächtiger“ sei und was ein „Ansteckungsverdächtiger“. Hat der Ansteckungsverdächtige schon Symptome? Ich ihm erklärt. „Was ist denn ein Ausscheider?“ Wieder meine Definition genannt. „Hat denn der Ausscheider Symptome?“ Ob ich denn einen typischen Ausscheider kennen würde? (Mist, solche Fragen bringen mich gerne durcheinander. Typisch? Mhm.) Herr Dr. Striegler will mir mit dem Bundesseuchengesetz helfen, da dieser Erreger da noch viel vehementer genannt wurde. Da ich aber das Bundesseuchengesetz nicht gelernt habe, sondern nur das Infektionsschutzgesetz, hat mir das natürlich nicht viel geholfen. Er meinte jedenfalls Salmonellen. Ich ihm die Typen genannt (Salmonella typhi, paratyphi und der ganze Rest). Welche Erkrankungen die anderen Salmonellen machen würden. Ich ihm infektiöse Gastroenteritis genant. Darüber wollte er dann auch einiges wissen. Mit welchem Symptom die Patienten wahrscheinlich in meine Praxis kämen und wann damit zu rechnen sei. Wie der Übertragungsweg sei? Natürlich über infizierte Lebensmittel, aber auch fäkal-oral. Was es dazu bräuchte bei der fäkal-oralen Übertragung? Ungenügende Hygiene, antworte ich. Was ich denn so schätzen würde, wie viel Prozent der inf. Gastroenteritiden fäkal-oral übertragen werden würden. Keine Ahnung. Ich nenn ihm auch keine Prozentzahl, sage nur, dass ich denke, dass eine Übertragung über Lebensmittel wahrscheinlicher ist. Genau, sagt er. 99 % werden über Lebensmittel und nur 1 % über Fäkal-Oral übertragen. Welche Personen besonders gefährdet wären? Ich sage ihm, dass das besonders Kinder und alte Menschen wären. Genau, sagt er. Und wo kann es also besonders auftreten? Im Altersheim, antworte ich.
Dann weiter mit der Inkubationszeit. Weitere Symptome? Verlauf der Erkrankung. Komplikation? Bei letzterem nenne ich die Exikose und daraus resultierende Kreislaufstörungen. Woher denn die Kreislaufstörungen kämen? Ich sag: „Durch die Hypovolämie.“ „Was man da machen würde?“ Infusionen geben. „Was glauben Sie denn, wie viel Volumenersatz man geben müsste?“ Ich rate. Überlege, wie viel sollte man täglich trinken und schlag noch ein wenig drauf, da man ja eine Menge verliert. Sag 2-3 Liter (war wahrscheinlich etwas niedrig gegriffen), aber er war zufrieden und wollte nun wissen, ob ich denn Erregernachweise im Stuhl machen dürfe und in welchen Paragraphen im IfSG Erreger genannt werden. Dann gab er an die erste Beisitzerin weiter.

Diese fängt dann auch gleich mit einem Fall an, was ich sehr begrüßt habe.
„Ein Mann kommt in Ihre Praxis, weil er unter Leistungsminderung leidet. Was tun sie?“
Ich sage, dass ich mir erstmal den Allgemeinzustand und Ernährungszustand des Patienten anschauen würde. War o.B. Dann mache ich eine ausführliche Anamnese, die, soweit ich mich erinnere (die Zettel musste ich am Ende abgeben), nur eine schwere Belastungsdyspnoe ergab. Körperliche Untersuchung: Herztöne leise, abgeschwächtes Atemgeräuch über allen Quadranten, Stimmfremitus erniedrigt. „Wenn Sie eine Verdachtsdiagnose haben, dürfen Sie diese auch nennen.“ Ich sage, okay, lass mir aber Zeit, überflieg noch mal alle Daten und frag noch nach der Atemverschieblichkeit. Die ist fast aufgehoben. Ich denk nochmal kurz nach und sage dann, dass es sich um eine Pleuritis exsudativa handeln könne, aber auch um ein Lungenemphysem. „Genau. Letzteres hat er auch.“ Sie sagte dann noch, dass ich am Anfang eine entscheidende Frage vergessen hätte. Ob er denn rauchen würde. Tut er nämlich und hat daher eine chronisch obstruktive Bronchitis (wusste der Patient anscheinend selber nicht, da er Vorerkrankungen verneint hatte). Mit der Frage wäre ich wahrscheinlich noch schneller draufgekommen, sagte sie. (Nach der Prüfung ist mir noch eingefallen, dass ich den Klopfschall noch hätte untersuchen können, das hätte mir dann vielleicht auch noch weitergeholfen zu differenzieren.)
Dann Differentialdiagnosen:
DD Hämaturie (das ist doch schön) Ich zähl also einiges auf. Bei Nieren-Ca wollte sie dann noch wissen, wie man den bei Kindern nennt (Wilms-Tumor).
DD einseitig vergrößerter Axillarlymphknoten (das war dann nicht mehr so schön). Mamma-CA fiel mir ein, Mb Hodgkin, lokale Entzündungen, Lungen-Ca.
Ja, meint sie, aber vielleicht noch mal bei den Infektionskrankheiten. Mir fällt nichts ein. Wäre für Kinder und Jugendliche interessant. Immer noch keinen Schimmer worauf Sie hinauswollte. In meiner Verzweiflung sag ich einfach Herpes. War aber nicht das, was sie meinte. Sie sagt: infektiöse Mononukleose. (Nun gut, daran hatte ich wirklich nicht gedacht, v.a. da meine ganzen Bücher einschließlich Psychrembel von generaliserter LK-Schwellung bei infekt. Mononukleose sprechen).
Dann war sie aber auch fertig und gab an ihre Kollegin ab.

Die nimmt wieder einen Fall aus der Praxis (wofür ich ihr sehr dankbar bin).
„Ein Mann kommt zu Ihnen mit Bauchschmerzen und einem Ziehen im Rücken." Ich mach meine Anamnese, die aber bis auf Streß und einen fast schwarzgefärbten Stuhl unauffällig war.
Körperliche Untersuchung ergab Schmerzen zwischen Nabel und Mitte des rechten Rippenbogens. Ich überlege, was könnte das sein. Dann fällt mir ein, dass ich eine ganz entscheidende Frage gar nicht gestellt habe und stell sie noch schnell: „Wann werden die Beschwerden denn besser oder schlechter?“ Ja, wenn er nichts essen würde, dann wäre es besonders schlimm. Okay. Dann ist es klar. Er hat ein Ulcus duodeni.
Damit ist die Beisitzerin dann auch zufrieden und Herr Dr. Striegler sagt, dass wir dann auch fertig wären.

Ich geh raus mit einem Strahlen, dass Eva dachte, ich hätte das Ergebnis schon gekriegt, aber ich war einfach nur zufrieden mit mir. Ob es reichen würde, war mir nicht klar, da ich am Anfang etwas unsicher war, aber ich hatte mein bestes gegeben. Nach ca. 1 Minute kam Herr Dr. Striegler auch schon raus und bat mich noch mal rein.
„Machen wir es kurz: Herzlichen Glückwunsch.“ Ich hab mich noch bedankt, auch noch mal bei den beiden Beisitzerinnen und wieder raus zu Eva, der das sowieso schon vorher klar war.

Die ganze Prüfung dauerte nur 40 Minuten und ging wirklich schnell vorüber.
Jetzt gönn ich mir erstmal ein paar Tage Pause und ordne einige liegen gebliebene Dinge und dann schau ich mal wo und wie ich jetzt am besten weitermache.
Zuletzt geändert von aruna_raven am 24. Nov 2005, 09:53, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon Alchemilla » 23. Nov 2005, 08:42

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung! :)

Und vielen Dank für die Mühe- die Gedächnisprotokolle sind super! :D
Grüße aus dem Norden :-)

Katja P.
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Beitragvon Katja P. » 23. Nov 2005, 10:24

Auch von mir Danke, für die Protokolle, mache zwar meine Prüfung nicht in Dortmund, finde das aber für alle interessant. :D Mit Fallfragen komme ich auch gut zurecht, aber solche: "Nennen sie mir dies und jenes Fragen"; da stehe ich immer auf dem Schlauch. Na ja, bin ja auch noch nicht ganz fertig mit dem Lernen. :oops:

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Beitragvon aruna_raven » 23. Nov 2005, 10:46

Die Mühe mit den Protokollen mache ich mir gerne. Ich fand es vor meiner Prüfung schade, dass ich kaum welche im Internet gefunden habe (v.a. speziell für Dortmund).
Eins kann ich evtl. noch im Januar nachliefern, da hat die letzte aus meiner Gruppe Prüfung. :D
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Beitragvon Angelika » 23. Nov 2005, 21:05

Hallo aruna-raven,

Herzliche Glückwünsche zur bestandenen HP Bild

und viel Erfolg beim Heilen ;)

Angelika :wink:

antsche
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Beitragvon antsche » 25. Nov 2005, 00:57

Auch von mir die herzlichsten Glückwunsche zur bestandenen Prüfung! Ein tolles Stück Arbeit liegt hinter Euch - ein anderes noch vor Euch! Dazu wünsche ich Euch viel Erfolg, den richtigen Riecher ... und alles, was Ihr Euch selbst wünscht!
antsche

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illuminatus
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Beitragvon illuminatus » 29. Nov 2005, 11:35

Auch ich gratuliere zur bestandenen Prüfung! :flower:

Die Durchfallquote ist ja doch enorm, mich würde mal interessieren wie sich die Anzahl der Leute, die bestanden haben, auf die einzelnen Ausbildungsformen und auf die Schulen verteilt.
Unsere Schulleiterin hat uns gestern noch erzählt, dass aus dem letzten Wochenendkurs alle! (ca. 20 Leute) und aus den Vollzeitkurs 80% bestanden hätten. Das scheint mir anhand solchen Zahlen nur schwer glaubbar... :-?
Wenn wir unsere Richtung nicht ändern, kommen wir wahrscheinlich genau dort an worauf wir zusteuern.

dulcewgendoline
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Beitragvon dulcewgendoline » 30. Nov 2005, 11:19

@illuminatus: Ich denke net dass xy lügt. (Name entfernt)

Es ist natürlich auch immer so eine Sache, mit welcher Bildung man in die Prüfung geht.
Ich denke wenn man genug Engagement zeigt und eine gute Schule hat,i st diese Prüfung durchaus zu schaffen.
LG Rahini :wink:



   

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