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Geht das: Heilpraktiker im Fernstudium?

Fragen zur Ausbildung, Erfahrungsaustausch mit anderen, Lernhilfen...

Moderatoren: Angelika, Ernst

antsche
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Geht das: Heilpraktiker im Fernstudium?

Beitragvon antsche » 28. Jun 2005, 03:17

Ich weiß, ich weiß: Über dieses Thema ist schon oft hin- und her diskutiert worden. Ich bin jetzt bei den Info-Seiten der HP-Schule Lotz in München auf eine Bemerkung gestossen: "Fernstudium .... die übelste Art der Abzocke". Dieser Satz wird dort seriös argumentiert. Das gleiche wurde mir seinerzeit bei diversen HP-Schulen im Beratungsgespräch sozusagen "anvertraut". Im Laufe meiner Ausbildung habe ich auch immer wieder "Opfer" diverser Fernlehr-Versuche getroffen, die trotz allen Fleisses (und Geld-/Zeit-Investitionen) mit dem Selbststudium ins Leere liefen, sich verzettelten und zum Schluß die persönliche Ansprache an einer HP-Schule vorzogen.
Mir fällt außerdem auf, dass Threads mit Überschriften FERNSTUDIUM immer sehr gut gelesen werden. Es scheint also schon eine gewisse Verlockung in der Möglichkeit zu liegen, HP "von zuhause aus" werden zu können!
Ich weiß, es gibt Leute, die mit der eisernen Disziplin, die ein Fernstudium benötigt, es geschafft haben, die Prüfung zu absolvieren.
Mich würde dabei Folgendes interessieren:
- Wer kann von sich sagen, dass er die Prüfung als Anfänger ohne Vorbildung per Fernstudium geschafft hat? In welchem Zeitraum?
- Wie steht Ihr zu der Einstellung?: Nicht alleine das Durchkommen durch die Prüfung ist es. Man sollte während seiner Ausbildung auch lernen, wie man konstruktiv mit dem Lernstoff umgehen kann - also nicht nur auswendig pauken! Schafft das jemand ohne med. Vorbildung per Fernkurs?
- Ist dieser Punkt für Euch wichtig?: Die Ausbildungszeit sollte einem auch Einblicke und Tipps für die Praxis und die Patientenarbeit geben. Wenn ja, geht das per Fernkurs?

Es wäre schön, wenn hier viele Erfahrungsberichte landen! :P
Danke im voraus, antsche


whisper
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Beitragvon whisper » 28. Jun 2005, 09:36

Hallo Antsche,

ich befinde mich gerade in einem Fernstudium zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, und habe bisher keine Probleme. Aber auch da wird einem nahegelegt, durch Praktika Erfahrungen zu sammeln. Und ich bin auch der Meinung, dass ein reines Fernstudium für den "großen" HP immer mit Praxisseminaren kombiniert sein muss, um wirklich erfolgreich zu sein. Das Non-plus-ultra ist natürlich eine Vollzeitausbildung, aber wer kann sich das schon leisten? Vor allem steht da jeder auch selbst in der Verantwortung. Wer ein Fernstudium absolviert, muss sich darüber im Klaren sein, dass er Praxiserfahrung braucht, und sollte so etwas nicht von der Schule angeboten werden, muss man sich eben selbst kümmern, indem man als Externer zu einer anderen Schule geht oder sich um Praktika bemüht. Das Lernen für den eigentlichen Beruf fängt ja nach der Prüfung beim Gesundheitsamt (meist) erst an.

Gruß
Whisper

veilchen
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Beitragvon veilchen » 28. Jun 2005, 10:56

das erlebe ich auch so - wer es sich nicht leisten kann, zwei - drei jahre eine halb- oder gar ganztagsschule zu besuchen, für den ist das fernstudium genau richtig. da kann man sicdh den lernstoff im eigenen tempo aneignen und zusätzlich auch noch praxisseminare belegen, damit der stoff nicht zu trocken bleibt.

ich zb lerne seit einem halben jahr mit den skripten der heilpraktikerschule likamundi und komme damit sehr gut zurecht. außerdem bietet likamundi auch praktischen ergänzungsunterricht und intensiv-paukkurse an, wo ich mich echt gut betreut fühle
immerhin schaffen es 80 % ihrer schüler, hab ich mir sagen lassen.

@antsche: ich glaube schon das man ohne vorkenntnisse durch das fernstudium kommt. ich selbst hab auch überhaupt keine ahnung gehabt weil bio nach der zehnten abgewählt aber mittlerweile komm ich echt gut rein.
mache zusätzlich gerade auch die naturheilkunde-basis-ausbildung, das ist eine angenehme abwechslung.

viel durchhaltevermögen und anhaltenden wissendurst
wünscht
das veilchen

whisper
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Beitragvon whisper » 28. Jun 2005, 13:09

Hallo Veilchen,

Naturheilkunde-Basis-Ausbildung? Klingt interessant. Wo machst denn das?

Gruß
Whisper

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Michael L.
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Beitragvon Michael L. » 28. Jun 2005, 15:29

Ich denke man muss unterscheiden zwischen "Amtsarzt Prüfung bestehen" und "Heilpraktiker werden".

Ich habe schon so oft den Satz gelesen "jetzt mach ich erst mal die Prüfung und danach lern ich meine Heilverfahren".

Sorry, aber ich fühl mich bei dem Gedanken nicht gut, dass es dort draussen Leute gibt, die diese Prüfung bestanden haben und sich Heilpraktiker nennen dürfen und die nach ihrer Prüfung eigentlich wenig bis nix können, was den Beruf wirklich ausmacht.

Deshalb kam für mich von Anfang an nur eine Vollzeit Ausbildung in Frage.
Für die Fernschulen braucht man einen eisernen Willen und sehr viel Disziplin, eine Eigenschaft die weit weniger Menschen, meiner Meinung nach, besitzen als Fernschulen in Anspruch nehmen.

whisper
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Beitragvon whisper » 28. Jun 2005, 15:49

Hallo Michael,

ich sag ja, das ist das Non-plus-Ultra. Aber das scheitert leider oft zum einen an der Finanzierung, und zum anderen muss man auch eine kompetente Schule in der Umgebung haben, wenn man nicht unbedingt einen Umzug deswegen haben will (was ja auch wieder Kosten verursacht).

Wenn man die Ausbildung nebenberuflich macht, ist es zeitlich kaum zu schaffen, gleichzeitig auch die Heilverfahren zu lernen. Zumindest so, dass man nach bestandener Prüfung gleich loslegen könnte.

Für mich bedeutet bestandene Amtsarztprüfung nicht, gleich eine Praxis zu eröffnen und auf die Menschheit loszugehen. Für mich bedeutet das, erst mal weiter zu lernen, Praktika zu machen, Erfahrung zu sammeln, die Heilverfahren zu lernen, die ich anwenden will, und DANN über eine Praxis (eigene oder Gemeinschaft) nachzudenken. Ich finde diese Vorgehensweise verantwortungsbewusst und glaub nicht, dass sich dabei jemand unwohl fühlen muss. Es kann sich halt jeder nur im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegen.

Was anderes ist es natürlich bei Leuten, die gleich nach bestandener Prüfung loslegen, ohne ihre Heilverfahren gelernt zu haben. Da würde ich mich auch unwohl fühlen...

Wenn ich mal ganz unverschämt fragen darf: wie finanziert Du Dir die Vollzeitausbildung? Wenn Dir das zu indiskret ist, brauchst es auch nicht zu verraten... :razz:

Liebe Grüße
Whisper


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tigerin
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Beitragvon tigerin » 28. Jun 2005, 16:45

Hallo, :wink:

ich finde, dass es auf einen selbst ankommt. Und dann spielt es keine Rolle, ob man eine Schule vor Ort oder Fernunterricht in Anspruch nimmt.

Ich kenne genügend Leute, die Direktunterricht hatten und solange von der Schule schwärmten, bis sich bei der Überprüfung durchgefallen waren.

Liebe Grüße tigerin

veilchen
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Beitragvon veilchen » 29. Jun 2005, 09:55

Hallo Veilchen,

Naturheilkunde-Basis-Ausbildung? Klingt interessant. Wo machst denn das?

Gruß
Whisper

hallo whisper,

ich bin in ausbildung bei der hp-schule likamundi
(http://www.likamundi.de)

lg
veilchen

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rubi
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Beitragvon rubi » 16. Jul 2005, 12:58

Hallo Ihr,

dann möchte ich auch mal meinen "Senf" dazugeben.

Also ich habe im Februar 2003 mit einem HP Fernstudium angefangen. Das Studium umfasst 26 Studienbriefe. Ich muss ganz ehrlich gesagt zugeben, dass mir die ersten vier SB recht leichtgefallen sind. Doch ab dem fünften kam dann die Pathologie und die ersten Übungen am lebenden Objekt ;) dazu. Da wurde es schon um einiges kniffeliger.

Zum heutigen Zeitpunkt befinde ich mich zwischen dem 8. und 10. SB und habe mittlerweile das Fernstudium für mich abgehakt. Es gibt bestimmt eine Menge Leute, die genügend Selbstdisziplin besitzen und so ein Fernstudium bis zum Ende erfolgreich durchziehen.
Ich jedenfalls habe mir mittlerweile eine Schule ausgesucht in der ich meinen HP in einem Wochenendstudium machen kann. Ich brauche wohl auf jeden Fall eine/n Dozenten/in bei denen ich sofort nachhaken kann wenn etwas unklar ist.
Außerdem habe ich beim Fernstudium Probleme mit dem praktischen Teil. Natürlich kann ich mir mein Stethoskop schnappen und versuchen, die Herztöne zu hören oder versuchen die einzelnen Wirbel an der Wirbelsäule abzutasten aber wer sagt mir, ob ich nun den richtigen Wirbel habe oder ob es nicht doch evtl. der nächste ist???

Ich denke, für Leute mit medizinischen Vorkenntnissen ist dieses Fernstudium optimal. Aber für mich nicht...

Diejenigen die sich doch für ein Fernstudium entschieden haben, lasst Euch trotzdem nicht entmutigen. Es kommt ja auch immer individuell auf die einzelne Person an.

LG Rubi

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paul
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Beitragvon paul » 16. Jul 2005, 14:00

... Doch ab dem fünften kam dann die Pathologie und die ersten Übungen am lebenden Objekt ;) dazu. Da wurde es schon um einiges kniffeliger...

...Außerdem habe ich beim Fernstudium Probleme mit dem praktischen Teil. Natürlich kann ich mir mein Stethoskop schnappen und versuchen, die Herztöne zu hören oder versuchen die einzelnen Wirbel an der Wirbelsäule abzutasten aber wer sagt mir, ob ich nun den richtigen Wirbel habe oder ob es nicht doch evtl. der nächste ist??...
Als alter HP kann ich Dir da nur zustimmen ... praktische Medizin kann man nicht aus einem Skript oder Buch lernen .. und das ist d e r entscheidende Nachteil bei den sog. Fernstudien (ohne Präsenzphasen)!! Zudem hat das m.E. immer auch einen Hauch von Scharlatanerie..
Gruß: Paul

Wer anders ist der Feind der Natur, als der sich für klüger hält als sie, obwohl sie unser aller höchste Schule ist? (Paracelsus)

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Burkhard
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Präsentsuntericht hat auch Tücken

Beitragvon Burkhard » 26. Jul 2005, 23:12

Hi Antsche,

ich denke, was das Preisleistungsverhältnis generell von Fernschulen betrifft, haben die von Dir genannten Kritiker, sicherlich nicht ganz Unrecht. Besonders wenn Du die Leistung nur an den gelieferten Unterlagen fest machst. Die Fernschulen kalkulieren allerdings in der Hauptsache ihre begleitende Dienstleistung, die wenn sie gut geleistet wird, sehr personalintensiv ist. Und das ist auch mein Bild, das es vielen schlechten Fernschulen genau an der qualifizierten Dienstleistung mangelt, bei meist auch noch miserablen Unterlagen.

Mit den Fernschulen ist es halt auch so wie mit den Heilpraktiker. Es gibt viel mehr schlechte wie gute.

Deshalb aber Anwesenheitsuntericht so sehr zu überhöhen und Fernuntericht zu verdammen,
dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Zudem denke ich, dass eine verstehensorientierte
qualifizierte Ausbidung zu 2/3 auf Selbststudium (und für die 2/3 musst Du Deinen inneren Schweinehund sowieso alleine besiegen) aufbaut und ob das verbleibende 1/3 direkt oder indirekt abläuft ist nicht sonderlich bedeutsam. Zumal ein guter Untericht unter anderem auch davon getragen wird, ob der Lehrer ein guter Theopraktiker ist und in wie weit er es versteht sein Können auch weiterzugeben. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Dozent im technischen Bereich, weiß ich auch, dass erarbeitender Untericht nur in einer 5-8 köpfigen homogenen Gruppe funktioniert. Sonst ist Frontaluntericht angesagt. Und Frontaluntericht heißt hauptsächlich Passivität für die Zuhörer. Dazu kommt, dass in einem Klassenverband meist die Mehrheit der Leute sich als Konsument versteht. D.h. die sind da, um in einer Zeiteinheit möglichst viel Wissen herübergeschoben zu bekommen – verstehen wollen ist wenig gefragt. An dieser Erwartungshaltung kommt man dann leider als Dozent auch nicht vorbei (ich bezahlt – du liefere – weil ich möglichst schnell den Schein haben will), wenn es im Grunde auch ein Schmarren ist.

Da denke ich mir, kann ich besser gleich ein qualifiziertes Buch lesen und paralell dazu 5 andere Unterlagen studieren und die Dinge miteinander verknüpfen.

Völlig anders sehe ich das allerdings für die praktischen Teile. Anamnese, körperliche Untersuchung, sonstige Diagnostik, Labor, Injektionstechnik, Notfallsituationen, usw. haben nur mit ihrem 20%igen theoretischen Unterbau etwas in den Lehrbriefen und Lehrsäälen zu suchen. Wirklich lernen kann man dies nur durch vielfach wiederholtes praktisches Üben.

Wenn ich zurückblicke auf die letzten 20 Monate meiner eigenen, soeben abgeschlossenen schulisch/theoretischen HP-Ausbildung, den praktischen Teil habe ich noch vor mir, muß ich feststellen, dass es schon viele Situationen gab, wo Dozenten mir den Kern einer Sache kurz, knackig, anschaulich nahegebracht haben. Der sanfte Zwang der regelmäßigen Schulzeiten war natürlich auch eine gute Stütze, aber wie oben schon gesagt ist das eben nur 1/3 von dem Ganzen.

Herzlich grüßt Dich

Burkhard
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antsche
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Beitragvon antsche » 27. Jul 2005, 00:29

@burkhardt: Da stimme ich Dir zu 90% zu, was die "Konsumerwartung" der Schüler/innen betrifft. Wie meine Ex-Dozentin immer sagte: "Es ist schon komisch anzusehen, wie das jeden wieder ins Schülersein wirft, hat er/sie einen Lehrer/Dozenten vor sich."

Zwangsläufig halte ich es aber für immens wichtig, dass ein guter Dozent genau dies auffängt! Das Non-plus-ultra eines Dozenten ist nun mal seine didaktische Begabung - damit fängt es an und damit hört es auf!

Wie gesagt: Ich kann über Fernschulen keine Meinung abgeben (deshalb habe ich ja diesen Thread hier eingestellt), habe aber über diverse HP-Schulen im allgemeinen so meine Ansichten gewonnen. Und diese beinhalten leider auch die Erkenntnis, dass der unerfahrene Interessent, der einfach nicht wissen kann, was da auf ihn zukommt, in zahlreichen Fällen als "Milchkuh" betrachtet wird. Besonders in Fällen, in denen die Vermittlung von Wissen sich auf reines Vorlesen aus irgendwelchen Büchern beschränkt, keine, alte oder überhaupt unzureichende Skripte ausgehändigt werden, Fragen nicht gestellt werden können usw., usw.... kurz - wenn einfach überhaupt keine Lehrbefähigung vorliegt und/oder sich der/die Betreiber einer HP-Schule ein leichtes Zubrot zur (vielleicht nicht so gut laufenden) Praxis versprechen.

Wobei ich Dir 100% zustimme ist der Fakt, dass ein wirklich effizienter Unterricht nur in kleinen Gruppen abgehalten werden kann. Ich habe das während meiner Ausbildung immer wieder erfahren, wie wichtig die persönliche Kenntnisnahme meiner Person und die Zuwendung durch den Dozenten ist. Trotz intensivster Lernarbeit bleiben immer Fragen, die einen tagelang verfolgen können und die - wie Du auch so schön sagst - vom Dozenten dann mal so zwischendurch einfach, kurz und knackig beantwortet werden können.
Für mich persönlich wären Klassenstärken von über 10 Leuten keine Werbung für eine HP-Schule, sondern eher ein Grund, mich woanders umzusehen.
Bei dieser Gelegenheit will ich nochmals (ich glaube zum 100. Mal) auf die Seiten meiner ehemaligen HP-Schule verweisen und dort auf die Rubrik "Ein offenes Wort". Die Kriterien, die dort für die Auswahl einer Schule angegeben werden, kann ich nur voll und ganz bejahen: http://www.hpschule-coburg.de.
Ganz stark wird dort u.a. auch für die Teilnahme an Probeunterrichten plädiert. Ich halte das für sehr, sehr wichtig!! Wenn man sich schon für lange Zeit auf diese Ausbildung einlässt, sollte man sich schon die Mühe machen, seine Schule mit Bedacht auszusuchen und da mal vorbeizustiefeln. Nicht glauben, sondern sehen!!!
Ich denke, das gilt wohl auch für Fernschulen.

Was ich so für mich aus den Antworten zu diesem Thread herauslese: Ich denke schon, dass es möglich ist, die Prüfungsvorbereitung per Fernstudium zu machen. Grundvoraussetzung aber ist (neben einer ordentlichen Schulwahl) eine ganz, ganz, ganz grosse Selbstdisziplin.
Ich selbst habe schon ganz schön viel Disziplin beim Präsenzunterricht gebraucht (Teilzeit) und sehr oft unter "Lernmüdigkeit" gelitten, ja manchmal auch sicher geglaubt, das alles geht nie und nimmer in meinen Kopf! Mir war der Präsenzunterricht deshalb auch wichtig, weil ich dann immer wieder Motivation daraus mitgenommen habe (Danke dafür an meine Dozentin und meine Mitschüler) - das stelle ich mir im Fernstudium sehr schwierig vor, weil man grösstenteils auf sich selbst zurückgeworfen ist. Das muss eben jeder selbst entscheiden, ob ihm/ihr das liegt!

Ein anderer Fakt ist das Praktische! Wie Du sagst: Die richtige Praxis erlangt man erst durch immer wieder und immer wieder Üben. Auch das eine Frage der Zeit! U.a. auch: Was brauche ich grundsätzlich für die Prüfung? Eine gute Schule sollte zumindest RR-Messen, Injektionen, die körperliche Grunduntersuchungen und allgemein die Technik der Anamnese vermitteln und richtig zeigen. Ich kann Dir sagen, dass mir bei meiner Schulsuche damals sogar gesagt wurde, dass sei nicht wichtig, da muss ich mir keine Sorgen machen, Heilpraktiker haben ihre eigenen naturheilkundlichen Untersuchungen zu ihren Therapien. In Bezug auf die Prüfung die reine Unwahrheit, wie ich heute weiß!

Kleine private Frage am Rande: Heißt "schulisch/theoretisch abgeschlossen", dass Du die Prüfung hinter Dir hast?? Wenn ja: Glückwunsch, wenn nicht: Alles Gute!!! Ich hab`s ja seit März hinter mir und konstatiere: Nach der Prüfung geht`s nochmals richtig los mit dem Lernen!

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Burkhard
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Gruppenarbeit

Beitragvon Burkhard » 28. Jul 2005, 00:24

Hallo Antsche,

erstmal die private Frage von Dir. Ich werde voraussichtlich im Herbst 2006 zur Prüfung gehen. Die Seminare zum Praktischen stehen noch aus. Meine intensive Prüfungsvorbereitung treibe ich jetzt voran, indem ich Lehrbriefe zur HP-Grundausbildung fertigstelle. Seit 2 ½ Jahren habe ich dazu Material gesammelt, mein methodisch-didaktisches Konzept verfeinert und für einen Teil der Themen das Grundgerippe inhaltsmäßig festgelegt. Dann starte ich jetzt meine HP-Weiterbildungsprojekte „Klassische Homöopathie“ und „Allgemeine Übersicht“ nach dem gleichen Strickmuster. Homöopathie desshalb, weil das zukünftig mein Schwerpunktthema sein soll und die Allgemeine Übersicht, weil ich denke, dass ein guter HP in Grundzügen schon wissen sollte, was seine Kollegen so alles treiben.
Ich bin wohl ein ausgeprägter Workoholik, aber auch nicht mehr der Jüngste und hab nebenbei auch noch einen Vollzeitberuf. Desshalb läuft auf der zeitlichen Schiene bei mir so maches etwas langsamer, als ich mir das beim Start vorgestellt hatte.

Aber noch ein Wort zur schulischen Ausbildung. Ich persönlich halte es für einen ausgezeichneten Weg, völlig vom Frontaluntericht, auch bei Klassenstärken über 10, weg zu gehen. D.h. dann, der Dozent gibt im Plenum eine kurze Einführung und einen Überblick zum Thema und teilt dieses dann in Unterthemen ein. Zu jedem Unterthema bildet sich dann eine 3-4 Köpfe starke Gruppe, die das Thema dann zusammen beackert. Während der Gruppenarbeit wandert der Dozent umher und gibt notwendige Hilfestellungen. Anschließend wird das Ergebnis der Arbeit im Plenum präsentiert und debattiert.

Einziges Problem ist aus meiner Sicht dabei nur, man kann so eine Unterrichtsform nicht ebend mal ausprobieren und dann klappt es, sondern man muß den größten Teil der Ausbildung in dieser Form durchziehen, muß die Methode richtig erlernen. Dazu müssen die Schüler von dem Gedanken getragen sein „Nur selber Denken und Handeln macht wirlich schlau“.
Die Erfahrung aus meiner betriebspädagogischen Ausbildung ist eindeutig, dass diese Unterichtsform für alle Beteiligten unter dem Strich die Effizienteste ist, weil nicht nur Fachkompetenz erarbeitet wird.

Herzlich grüßt Dich

Burkhard
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Burkhard
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Coburg

Beitragvon Burkhard » 28. Jul 2005, 01:05

Hallo Antsche,

ich habe gerade die offenen Worte (HPSchule Coburg)von Frau Fiut gelesen und muß sagen, ich bin angenehm überrascht.

Gerade aus gedacht, Bodenhaftung und klar gesagt, was es zu sagen gibt, das schätze ich sehr.

Danke für den Tipp

Burkhard

http://www.hpschule-coburg.de/pageID_2501917.html
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antsche
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Beitragvon antsche » 29. Jul 2005, 00:18

Das freut mich, burkhard, dass Du das so siehst. Deshalb mache ich nämlich auch stets unverhohlen Werbung für diese Schule, weil die auch genauso ist, wie es da steht und wie es rüberkommt: kein Firlefanz, didaktisch kompetent und auch so ein menschlich gutes Verhältnis. Ich (und auch andere Ex-Schüler) halten immer noch guten Kontakt und "stauben" wirklich ständig Tipps als Praxis-Neulinge ab. Sozusagen ein Mentoren-Verhältnis.

Zu Deinem Comment wegen "Gruppenarbeit im Plenum" habe ich mal mit Frau Fiut über ihre diesbezüglichen Erfahrungen gesprochen und dabei erfahren, dass das in der Realität grosse Schwierigkeiten gibt. Die normale Prüfungsvorbereitung läuft dort schon grundsätzlich in kleinen Gruppen, umfasst anfangs jedoch hauptsächlich erstmal die Vermittlung von Wissen und medizinischem Denken, was möglichst "bunt und lebendig" passiert! Auch mit vielen Fragestellungen, die dann selbst erarbeitet werden müssen.

Es gibt dann noch einen Extra-Kurs "Differentialdiagnose - Umgang mit Leitsymptomen" und dann hört es auch schon auf, weil u.a. Lerngruppen/Arbeitsgruppen für eine Schule ja kein Privatvergnügen sind, sondern auch bezahlt werden sollten. Da ist der Erfahrungswert so, dass "gekniffen" wird. Für "lau" wären solche Seminare wahrscheinlich gut besucht bis zum Anschlag. Und da solche "Spielchen" natürlich sehr viel Zeit kosten, ist es ganz einfach ein Rechenexempel!

Dies mal so kurz zu Anspruch und Realität!
Ich glaube, ich muss mich da auch selbst ein bißchen an die eigene Nase fassen. Mein 2jähriger Unterricht dort hatte sehr viel Hausaufgaben, mündliche Beteiligung usw., dass ich danach auch eigentlich ziemlich "heiss" auf die Prüfung war und mich - neben einer privaten Lerngruppe - um keine weitere Arbeit mehr gerissen hätte. Nun ja, heisst andererseits aber auch: Der Unterricht hat`s halt gebracht!!!
Tschüss,
antsche



   

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