Zum Inhalt

hecke bestimmen =>Scheinzypresse

Was ist das denn für ein Kraut....

Moderatoren: Angelika, MOB

omega79
Beiträge: 13
Registriert: 23. Aug 2003, 19:17

hecke bestimmen =>Scheinzypresse

Beitragvon omega79 » 5. Mär 2006, 17:42

ich habe vor in unserem garten eine hecke zu pflanzen.
nun haben unsere nachbarn eine schöne hecke aus etwa 3m hohen bäumen.
ich würde gerne wissen um welche baumart es sich dabei handelt und ob es möglich ist sie selbst zu vermehren.

ich finde sie besonders gut da diese hecke dort schon länger steht als ich auf der welt bin (ich bin 27), und sie keine pflege benötigt.
ich habe zwar gerne einen garten, aber der sollte so wenig arbeit wie möglich machen ;)

ich weiss ich weiss, da is ne hässliche lücke drin, die ist aber von menschen verursacht ... normal wäre die durch äste bedeckt, aber die äste haben leider den hund nicht davon abgehalten ab zu haun :S

ich würde genau diese hecke also sehr gerne vermehren ... ich wäre über jede info zu der pflanze dankbar ...

falls dir fotos nicht reichen kann ich weitere machen :)

ich hoffe ihr könnt mir mal wieder helfen, das letzte mal hat es ja schon gut geklappt :lol:

BildBildBildBild
Bild


omega79
Beiträge: 13
Registriert: 23. Aug 2003, 19:17

Beitragvon omega79 » 7. Mär 2006, 14:33

es handelt sich scheinbar um eine scheinzypresse ...
die frage ist nun wie ich diese vermehren kann, ich habe nicht viel darüber gefunden ... nur das es scheinbar mit stecklingen gehen könnte, da ich aber kein gärtner bin habe ich keine ahnung wie man das macht.

einfach einen ast abreissen und in die erde stecken ?
oder einen zweig in ein glas wasser stellen ?

Benutzeravatar
Tropenfreak
Beiträge: 100
Registriert: 8. Jun 2004, 03:45

Beitragvon Tropenfreak » 7. Mär 2006, 16:44

Hallo omega 79

Zur Vermehrung am besten bereits verholzte Zweige nehmen. Die Seitentriebe auf ca. 2/3 der Länge entfernen, den Stiel schräg anspitzen und im zeitigen Frühjahr bis zum Ansatz der Seitentriebe in sandiges Substrat stecken. Wenn möglich gleich dort, wo sie später wachsen sollen.

Tipp: Mach mehr Stecklinge als du benötigst. Einige werden sicherlich während des Sommers eingehen (nicht anwurzeln).

Ich kann dir versichern, dass ich schon einige Koniferenarten auf diese Weise vermehrt habe.

weiterer Tipps:
Stecklinge können auch durch Abmoosen gewonnen werden.

Du kannst auch mal an der alten Hecke kontrollieren, ob vielleicht einige Äste den Boden berühren und an diesen Stellen bereits angewurzelt sind. Wenn dem so ist, den Ast einfach durchtrennen und mit den bereits vorhandenen Wurzeln im zeitigen Frühjahr einpflanzen.


lg Roland

omega79
Beiträge: 13
Registriert: 23. Aug 2003, 19:17

Beitragvon omega79 » 7. Mär 2006, 19:00

ich denke ich werde sie wohl erstmal in einem kasten anziehen und später auspflanzen, wenn es geklappt hat.

aber nochmal genau ... ich will ja das es klappt und ich nicht wieder ein jahr warten muss ;)

ich schneide einen ast ab, einen der vom hauptstamm kommt oder einen der aus einem ast austreibt ?

dann entferne ich auf 2 driteln die die triebe, direkt am haupt-ast oder einen kleinen "stumpf" stehen lassen ?

wenn ich das eingrabe, soll ich das dann zu 2 dritteln eingraben ?
weil du ja schreibst das ich es bis zum ersten trieb eingraben soll, und ich ja 2 drittel der triebe abgeschnitten habe.

kann ich das jetzt schon machen oder muss ich noch warten bis der schnee weg ist bzw der bodenfrost?

kann ich ohne ausgraben erkennen ob die stecklinge gewurzelt haben ?

und zu guter letzt, wie schnell wächst das gute bäumchen denn ?

Benutzeravatar
Tropenfreak
Beiträge: 100
Registriert: 8. Jun 2004, 03:45

Beitragvon Tropenfreak » 8. Mär 2006, 22:40

Hallo omega 79

Jetzt hast dus geschafft, jetz weiß ich vor lauter Fragen nicht mehr wo mir der Kopf steht. Nein Scherz beiseite, ich werde versuchen alles so einfach wie möglich zu schildern, damit du bei deinem , ich nenn es mal Experiment, nicht scheiterst.

1.) In einem Kasten geht die Anzucht natürlich auch. Hier musst du aber höllisch aufpassen, dass dir im Sommer nicht alles vertrocknet. Trocknen die Stecklinge einmal aus ists meist um sie geschehen. Aber auch zu viel Wasser werden deine Schützlinge keinesfalls gutheißen. Im Beet ist es viel einfacher eine konstante Erdfeuchte zu erlangen, warum ich dir als Anfänger auch zu dieser Variante geraten habe.

Jetzt mal etwas vorweg. Es gibt natürlich mehrere Methoden, Stecklinge anzuwurzeln. Die Methode die ich dir geschildert habe ist weder ganz korrekt noch 100%ig sicher. Ich habe diese Methode lediglich gewählt, da sie schnell geht und die Pflanzen von Anfang an kräftig treiben. Mit dieser Methode erzielte ich eine ungefähre überlebensrate von 70%, was ich jedoch dadurch ausgleichte, dass ich einfach mehr Stecklinge pflanzte als ich für die Hecke benötigte, und später gegebenenfalls etwas ausdünnte, bzw. die Pflanzen die zu dicht standen an Stellen setzte an denen zuvor eine einging. So erhielt ich sehr einfach und schnell eine Hecke.

Es gibt Varianten, wie sie auch gerne von Bonsaizüchtern zur Vermehrung von Taxus baccata oder Cephalotaxus drupacea angewendet werden. Bei dieser Methode wird ein einjähriger Trieb, vorzugsweise einer nicht zu alten Mutterpflanze genommen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Stecklinge nicht etwa mit einer Schere abgezwickt werden, sondern mit der Hand nach unten abgerupft werden, um ein kleines Stück der alten Rinde des Astes mit abzutrennen. Dies hat den Vorteil, dass diese Stecklinge leichter wurzeln als geschnittene. Im unteren Drittel werden dann die Nadeln entfernt und der Steckling wird in eine Mischung aus Bims und Weißmoosdorf gesetzt. Dies geschieht vorzugsweise in einer beheizten Holzkiste, in der man mit Hilfe einer UV beständigen Plastikfolie für gespannte Luft sorgt.

Da mir diese Methode jedoch zu aufwändig war und ist, habe ich kurzerhand improvisiert und damit auch Erfolg gehabt. Bei meiner Methode verwende ich meist 2 - 3 jährige, bereits verholzte Äste. Diese nimmt man, um auf deine Frage einzugehen eher von Seitenästen der Mutterpflanze und nicht etwa vom Wipfel, da man ja keine hässliche Lücke in der alten Hecke hinterlassen möchte.
Das Ästchen, dass du, oder wessen Hand das auf deinem Foto auch immer sein mag hälst/hält ist dafür ideal. Schneide es 30 bis 40 cm lang ab, entferne von unten anfangend auf mindestens der Hälfte (bis 2/3) die feinen einjährigen Triebe, und steck es soweit in den Boden, dass die ersten stehengelassenen jährigen Triebe gerade nicht unter der Erde sind. (Ja deine Vermutung war richtig)

Zur nächsten Frage:
Wenn der Boden nicht mehr gefrohren ist kannst du sofort damit beginnen. Wenn du sie im Kasten anziehen willst beginnst du am besten gleich, denn Koniferenstecklinge werden am besten im Winter geschnitten.

Ob die Stecklinge gewurzelt haben merkst du i. d. R. sobald sich überirdisch erste neue Triebe zeigen. Solange sich Wurzeln bilden werden keine neuen Triebe sprießen. Wenns klappt sollte sich im späten Sommer erste Triebe bemerkbar machen.

Wie schnell das Bäumchen wächst hängt von mehreren Faktoren ab: Bodenbeschaffenheit, Dünger, Witterung, Standort, Bewässerung......
Ich kann da selbst nur schätzen, es werden jedoch bei der Jungpflanze so ca. 20 cm/ Jahr sein.


So hoffentlich habe ich nun alle deine Fragen beantwortet und was viel wichtiger ist für dich verständlich erklärt.


lg Roland

omega79
Beiträge: 13
Registriert: 23. Aug 2003, 19:17

Beitragvon omega79 » 9. Mär 2006, 12:59

super :D
dank dir :D
das ist echt ne super hilfe, und bestimmt nicht nur für mich :)
ich denke der ein oder andere wird auch über google hier landen ;)

naja dann versuch ich es doch direkt im beet, muss dann aber wohl noch bis ende des monats warten ... im moment liegt noch schnee an der stelle wo die hecke mal spriessen soll und nachts sind es noch unter 0°C

und ich denke der boden ist recht fruchtbar, bei uns im garten wächst alles innerhalb von wenigen tagen zu ... man kommt oft mit dem schneiden nicht nach.

das haus nebenan stand jetzt 1 jahr leer, da war im sommer das ganze grundstück mit 150cm hohen pflanzen bedeckt ... selbst auf den gepflasterten wegen :o



   

Zurück zu „Pflanzenbestimmung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast