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Standort-Praxis oder Mobile Praxis nach der THP-Ausbildung ?

Fragen zur Ausbildung, Erfahrungsaustausch mit anderen, Lernhilfen...

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Nordstjernen
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Standort-Praxis oder Mobile Praxis nach der THP-Ausbildung ?

Beitragvon Nordstjernen » 23. Mär 2007, 20:17

Hallöle,

was habt Ihr vor später, eine "Mobile" Praxis oder eine "Standortpraxis" ?

Ich habe gehört, dass man eigentlich gar keine "Mobile Praxis" haben darf ?

Bin etwas verunsichert, wenn ich ehrlich bin.
Liebe Grüße
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Ernst
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Beitragvon Ernst » 23. Mär 2007, 23:28

Das gilt für den Human-Heilpraktiker.
Der darf tatsächlich nach dem Heilpraktikiergesetz nich "im umherziehen praktizieren". Er muss also eine stationäre Praxis nachweisen (Hausbesuche darf er aber selbstverständlich machen).

Der THP, dessen Berufsbild es ja im Gesetz nicht gibt, unterliegt meines Erachtens solchen Beschränkungen nicht.

Um aber eine rechtlich fundierte Auskunft zu erhalten, sollte man sich beim zuständigen Veterinäramt erkundigen.
Grüße von der Waterkant
Ernst

Die Intelligenz läuft mir ständig nach - Aber ich bin schneller

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Nordstjernen
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Beitragvon Nordstjernen » 24. Mär 2007, 00:02

Tja, das habe ich getan, nur sind die beim Veterinäramt und Veterinärdezernat auch recht überfordert, weil es nix rechtliches gibt, was nur annährend geregelt ist, habe ich das Gefühl. Bisher ist das erlaubt anscheinend. Zumindest haben die mir versprochen mir die Erlaubnis auch schriftlich zu geben. Die möchten lediglich

-> den Sachkundewisch freiverkäufl. Arzneimittel
-> Anzeige, dass man als THP arbeiten will

Das Amt interessiert es nicht, wo und wie oder ob man überhaupt ausgebildet ist, und ebensowenig interessiert es das Veterinäramt, ob man einen Gewerbeschein hat. Das würde nur das Finanzamt interessieren. Allerdings muß man sich bei uns im RP in Kassel melden und im entsprechendem Ort, der "zuständig" ist.

In der Berufsordnung der Kooperation deutscher Tierheilpraktiker-Verbände e.V. ist irgendwie auch nur die Rede von einer Praxis, nie von einer "Mobilen Praxis" -> Artikel 5.

Wo hab ich es nur gelesen ... Jedenfalls will man vieles von den Human-HP übernehmen. Die Frage ist nun, was mit denen ist, die sich Praxisräume gar nicht leisten können bzw. mobil bleiben wollen.

Ich muß sagen, dass mir die mobile Art und Weise immer mehr gefällt.

Genausogut bin ich überfordert, wie ich Gebühren ansetze. Es gibt ja auch eine Gebührenverordnung für THP. Die Frage ist wie weit diese "Empfehlung" gilt oder auch nicht. Mich würde mal interessieren, wie das praktizierende Kollegen halten.
Liebe Grüße
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pierroth
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Beitragvon pierroth » 24. Mär 2007, 07:48

Hallo Nordstjernen

ich habe eine Praxis im Haus, mache aber auch selbstverständlich Hausbesuche. Ein kleiner Raum reicht i.d.R., je nach Therapieform, einen Untersuchungstisch lehne ich ab, ist mir zuviel Stress für die Tiere. Das Argument vieler THPs, dass sie die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung kennenlernen ist zwar nicht von der Hand zu weisen, aber dem stehen auch andere Argumente entgegen: die Besitzer haben weniger Kosten, da ein HB nunmal auch Mehrkosten beinhalten. Ich habe die notwendige Ruhe in meiner Praxis, oft sind in der Wohnung/Haus viel Unruhe. Ich kann das Tier beobachten, wie es sich in fremder Umgebung verhält.

Was die Preise angeht, so war das auch für mich erstmal sehr schwierig. Es kommt darauf an, mit welcher Therapieform Du später arbeiten möchtest. Ich habe viele Kolleginenn gefragt, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen. Es gibt welche, die nach Zeitaufwand abrechnen, andere, so wie ich, haben feste Preise (gerne als PN).

LG Pierroth

MaReni
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Beitragvon MaReni » 24. Mär 2007, 10:26

Hmm, habe ich falsche Infos?
Ich habe gelernt, dass ein THP entweder eine Freiberufliche oder eine gewerbliche Tätigkeit anmelden muß. Beides zusammen geht natürlich auch. Mobile Fahrpraxis ist möglich, ein "Reisegewerbe" aber nicht.

Dass ein Raum reicht, ist mir völlig neu, man muß doch auch eine Besuchertoilette haben (oder seine privtate benutzen lassen)? Alleine dafür gibt es schon zig Aufflagen (Einlmalhandtücher, Seifenspender).

Persönlich stelle ich es mir ohne Wartezimmer schwierig vor.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

Marie von Ebner-Eschenbach

pierroth
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Beitragvon pierroth » 24. Mär 2007, 11:50

Eigene Besuchertoiletten sind keine Vorschrift, es muss halt eine Toilette vorhanden sein, die kann auch die eigene Gästetoilette sein. Dort einen Seifenspender aufzustellen sollte normalerweise kein Problem sein, es müssen auch keine Einmalhandtücher sein, ein Stapel Gästehandtücher, die nach dem Einmalgebrauch gewaschen werden, ist völlig ausreichend.
Ansonsten sollte die Einrichtung desinfezierbar sein. Es ist sogar vom Gesundheitsamt zulässig, THP und HP-Praxis in einem Raum zu praktizieren, solang unblutig gearbeitet wird (keine Spritzen, Blutentnahmen, Blutegelbehandlung, Akupunktur usw.).
Wartezimmer ist i.d.R. ebenfalls überflüssig, da die meisten auf Termin arbeiten, bzw. auch nur so arbeiten können. Stell Dir mal vor, Du hast ein Wartezimmer und plötzlich stehen drei Leute zur Erstanamnese da, die jede für sich i.d.R. mind. 1-2 Stunden dauert....

LG Pierroth


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Nordstjernen
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Beitragvon Nordstjernen » 24. Mär 2007, 17:26

[...]Ich habe gelernt, dass ein THP entweder eine Freiberufliche oder eine gewerbliche Tätigkeit anmelden muß [...]
Sehr interessant. Hierzu mal einige Auszüge, die ich als Antwort bekommen habe:

Aus meiner Sicht handelt es sich nicht um eine freberufliche, sondern eine gewerbliche Tätigkeit, da die klassische akademische Ausbildungsvoraussetzung fehlt.

Freundliche Grüße

Industrie- und Handelskammer Fulda
Hermann Vogt


Wann darf man sich denn als freiberuflich betrachten ? Bzw. was sind die Vorteile, wenn man "freiberuflich" arbeitet ? Um eine Buchführung und Steuerzahlung kommt man doch im Enddeffekt auch nicht rum.
Liebe Grüße
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Beitragvon Shamea* » 24. Mär 2007, 17:39

bei uns hieß es in der Praxisgründung, als Freiberufler beim FA melden, das habe ich getan und war kein Problem..
und ich selbst arbeite in der Akupunktur mobil, wann kommt auch schon ein Pferd in den Flur? :lol:
~Shamea*~

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Beitragvon Nordstjernen » 24. Mär 2007, 17:45

Hallo pierroth,

Eigene Besuchertoiletten sind keine Vorschrift, es muss halt eine Toilette vorhanden sein, die kann auch die eigene Gästetoilette sein. Dort einen Seifenspender aufzustellen sollte normalerweise kein Problem sein, es müssen auch keine Einmalhandtücher sein, ein Stapel Gästehandtücher, die nach dem Einmalgebrauch gewaschen werden, ist völlig ausreichend.

Ooops, das kenne ich irgendwie auch anders. Ich meine, dass sogar die Rede war von Toilette für Männer und Frauen getrennt. Seifenspender ist kein Thema, die nutzt man ja auch schon privat. Einmalhandtücher ist ja im Enddeffekt auch nicht das Problem, wenn es denn Vorschrift wäre. Ansonsten finde ich die Idee mit den Gästehandtücher sehr gut.

Ansonsten sollte die Einrichtung desinfezierbar sein.

Da geht sogar ein Teppich. Es gibt diverse Teppiche, die das aushalten. Allerdings würde ich, schon allein wegen dem Putzen, Fliesen oder PVC-Beläge bevorzugen.

Es ist sogar vom Gesundheitsamt zulässig, THP und HP-Praxis in einem Raum zu praktizieren, solang unblutig gearbeitet wird (keine Spritzen, Blutentnahmen, Blutegelbehandlung, Akupunktur usw.).

Hmm, ich weiss nicht so recht. Ein Freund von mir ist auch HP. Wir hatten das mal im Kopf durchgesponnen. Unsere Idee war:

- jeder ein Wartezimmer
- jeder ein Behandlungszimmer (mit Wasseranschluß)
- ein Empfang
- 2 Toiletten, 1x für Frauen, 1x für Männer
- 1 Konferenzzimmer, was für Schulungen etc. genutzt werden kann

Die Frage ist, ob das dann auch ginge.

Wäre ja ideal. Tier geht zu mir, Halter wird vom Kollegen behandelt ... *inträumenschwelg*

Wartezimmer ist i.d.R. ebenfalls überflüssig, da die meisten auf Termin arbeiten, bzw. auch nur so arbeiten können. Stell Dir mal vor, Du hast ein Wartezimmer und plötzlich stehen drei Leute zur Erstanamnese da, die jede für sich i.d.R. mind. 1-2 Stunden dauert....

Gute Frage ist natürlich ein ernstzunehmendes Argument. Es kommt vielleicht auch darauf an, was man umsetzen möchte.

Ich habe mir bereits 4 Varianten überlegt. Eine habe ich oben ja beschrieben. Dann hatte ich mir noch aufgeschrieben:

a)
Mit mehreren Leuten eine grosse Schwerpunktpraxis. Also einer macht meinetwegen Pferde, Kühe, der nächste Kaninchen, einer nur Reptilien etc. So dass alles optimal abgedeckt ist. Für die Fälle, wo ein TA gebraucht würde wären 2 TA natürlich auch noch gut. Das wäre also die Idee einer Art Klinik.

b)
reine mobile Praxis

c)
Kombination aus mobiler und Standortpraxis mit angeschlossener Schule

Ich weiss, sehr viele Ideen ...
Liebe Grüße
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Beitragvon Nordstjernen » 24. Mär 2007, 17:50

bei uns hieß es in der Praxisgründung, als Freiberufler beim FA melden, das habe ich getan und war kein Problem..
und ich selbst arbeite in der Akupunktur mobil, wann kommt auch schon ein Pferd in den Flur? :lol:
Tja, wenn Dein Flur auch so klein ist :D :totlach:

Nun im ernst ... Bevor ich mich im erzkatholischen Fulda, wo die Uhren eh anders ticken, in die Nesseln setze, frage ich lieber, wie die das wollen.

Andererseits könnte ich natürlich denen als Argument hinwerfen, dass andere als freiberuflich arbeiten.
Liebe Grüße
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Beitragvon pierroth » 24. Mär 2007, 19:32

Das mit dem HP und THP zusammen in einem Raum praktiziert bereits eine Kollegin von mir, die sich genau erkundigt hat. War kein Problem, da sie, genau wie ich, rein klassisch-hom. arbeitet, also somit "unblutig".

TÄ ist es untersagt (Standesehre... :-? ) mit THPs zusammen in einer Praxis zu arbeiten. Es gibt sogar Urteile, in denen einem TA untersagt wurde, seine Praxis in der gleichen Strasse wie ein THP zu eröffnen.... :eek:

Ich würde mich bei Deinem Gesundheitsamt einfach mal erkundigen.

LG Pierroth

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Beitragvon MaReni » 24. Mär 2007, 19:35

Hallo Nicole,

>>>Aus meiner Sicht handelt es sich nicht um eine freberufliche, sondern eine gewerbliche Tätigkeit, da die klassische akademische Ausbildungsvoraussetzung fehlt.<<<

Aber diese Art von Ausbildung fehlt bei Human-HPs ebenfalls und die werden trotzdem freiberuflich genehmigt (wie auch Tierärzte).
Worin die Vorteile einer freiberuflichen Tätigkeit bestehen, kannst Du selber über Google rausfinden. Ich bin ja auch noch in der Planungsphase und weiß sicher vieles noch nicht.

Mein Kenntnisstand ist der: Freiberufler: Bietet "nur" seine Leistung und sein Wissen an; Gewerbetreibender: Verkauft (nach entsprechender Prüfung) auch auch freiverkäufliche Arzneimittel, Futterzusätze, Körperpflegeprodukte etc.
Ich habe aber auch schon mitbekommen, dass THPs in manchen Bundesländern/Städten nicht als Freiberufler zugelassen werden.

Viele Grüße

MaReni
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

Marie von Ebner-Eschenbach

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Nordstjernen
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Beitragvon Nordstjernen » 24. Mär 2007, 19:56

Das mit dem HP und THP zusammen in einem Raum praktiziert bereits eine Kollegin von mir, die sich genau erkundigt hat. War kein Problem, da sie, genau wie ich, rein klassisch-hom. arbeitet, also somit "unblutig".

TÄ ist es untersagt (Standesehre... :-? ) mit THPs zusammen in einer Praxis zu arbeiten. Es gibt sogar Urteile, in denen einem TA untersagt wurde, seine Praxis in der gleichen Strasse wie ein THP zu eröffnen.... :eek:

Ich würde mich bei Deinem Gesundheitsamt einfach mal erkundigen.

LG Pierroth
:eek: :???: ... soviel zum Thema "Zusammenarbeit" ... Ich sage mal nicht, was ich eben noch gedacht habe, aber denke, dass ich in dem Fall die gleiche Meinung habe wie viele andere.
Liebe Grüße
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