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Zu viele Hochpotenzen

Moderator: Angelika

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*brigitte*
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon *brigitte* » 22. Dez 2008, 18:26

...Ich meinte vielleicht eher schwere psychische Probleme wo der "Hut" brennt, wenn z. B. Selbstmordgedanken vorliegen...

Darf ich fragen welches Repertorium Du benutzt...
Hi Rauwolfia,

wenn der "Hut schon so brennt" dass ein Suizid im Raum steht, wird es echt brenzlig. Zum einen sind wir HP's in diesem Fall gesetzlich gefordert, zum anderen ist klar, dass hier ja auch die Gefahr einer Erstverschlimmerung ganz groß ist, wie Rine ja auch auch schreibt. Kannst Du Dir vorstellen, die Verwantwortung zu übernehmen und dem Menschen hier Globulis zu geben - auf die Gefahr hin dass er wirklich hingeht und sich umbringt?
Das ist eine echt gefährliche Geschichte und ohne "offizielle und amtliche" Unterstützung wie eben psychische Mitbetreuung überhaupt nicht zu verantworten.Überhaupt - gerade bei schwerer psychischer Problematik streiten sich die homöopathischen Geister. Hahnemann und die meisten seiner Schüler lehnten die Behandlung schwerer psychischer Pathologien rundweg ab.
Nun ist schon klar, dass viele Praxen (und auch meine) gerade von Menschen mit z. B. Depressionen stark frequentiert sind, und auch da ist die Verantwortung groß - aber mit dem richtigen Mittel kann oft doch geholfen (wenn auch meist nicht geheilt) werden. Und manchmal leider nicht. Tja ...

Ja, Sabine, wahrscheinlich hast Du recht - auf alle Fälle ist aus meiner Sicht der Behandlungsverlauf nicht optimal.

Liebe Grüße an Euch alle :wink:
Brigitte

P.S.: Rauwolfia, ich arbeite mit dem Complet und vorrangig mit dem Kent, dann auch mal mit dem Synthesis, aber auch mal mit dem Pennekamp zusätzlich - aber das Rep ist ja eh erst der erste Schritt, viel wichtiger sind doch gute Materia medicas, hier wird doch die Entscheidung über das Mittel getroffen.


WildeFee
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon WildeFee » 22. Dez 2008, 20:59

Brigitte:

welche Materiae Medicae würdest Du als qualitativ hochwertig bezeichnen? Ich habe bislang nur den Allen und Boericke, und ich stoße da oft recht schnell an Grenzen, auch mit Synthesis im Hintergrund (fange erst an mit der Homöopathie).

Liebe Grüße -
Sabine

RAUWOLFIA
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon RAUWOLFIA » 23. Dez 2008, 01:29

Hi Brigitte,

danke erstmal für Deine guten Antworten, einschließlich welche Repertorien Du benutzt - Sehr gut!

Ich erzähl Dir eine kleine Geschichte:
Ein Bekannter, ein Familienvater, war psychisch krank, war in psychiatrischer Betreuung und musste täglich ca. 20 Tabletten schlucken... Leider wurde es immer schlimmer, er kam dann ein paar mal in die geschlossene Nervenklinik. Er litt unter starker geistiger Verwirrung, redete und wiederholte immer wieder dasselbe, ähnlich wie eine Schallplatte die stecken geblieben ist. Er litt unter schwersten Selbstmordgedanken. Stell Dir vor, seine Angehörigen passten abwechselnd auf Ihn auf, dass er es nicht macht. Seine Psychiater in der Nervenklinik sagten zu seinen Angehörigen, dass sie nicht mehr viel tun können, wurde dann immer wieder heimgeschickt. Er hat dann versucht sich mit Tabletten das Leben zu nehmen und dann mit einem Messer, dass er gegen die Wand gehalten hatte, um selbst hineinzurennen, dann wollte er sich vorm Zug stellen... Er ist aber immer gescheitert. Du hättest seine Angehörigen sehen sollen, die Tränen in den Augen und die Verzweiflung. Seine Frau sagte, sie warten nur mehr darauf bis es passiert...
Auf jeden Fall sind wir in Kontakt gekommen, über meine Schwester, die zu Ihnen sagte dass ich mich mit Globuli auskenne. Sie haben es eigentlich nicht geglaubt, aber sie meinten ich soll es probieren.
Ich habe das Mittel sofort gefunden, und siehe da, es kommt zur Besserung in den ersten Tagen. Die Besserung schreitet voran, Woche für Woche. Natürlich musste er die Medikamente inzwischen weiternehmen, solange bis es wirklich gut ging. Jetzt gehts im wieder gut, ohne Verwirrung, ohne Nervenklinik, fährt in den Urlaub, ist ausgewechselt als wäre nie was gewesen. Seine Frau sagt immer wieder, es ist nicht zu glauben...

Auf die Frage, ob ich die Verantwortung übernehmen würde, bei solch schweren psychischen Erkrankungen Globuli zu geben, würde ich die Frage mit JA beantworten. Der Grund ist, ich habe es gelernt und studiert was zu tun ist und das über viele Jahre! Aber da muss man sich verdammt gut auskennen!!!

Sehr schöne Grüße, :wink:
Rauwolfia

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*brigitte*
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon *brigitte* » 23. Dez 2008, 18:31

Liebe Sabine,

da gibt es eine ganze Menge :eek: *lach*
Natürlich der Hahnemann, Vithoulkas, Allen, Phatak, Vermeulen - das sind die, mit denen ich meist arbeite, und dann noch einige speziell für Kinder (z. B. Herscu, Jus...)... und ganz viele gute ausgewählte Mittelbeschreibungen (z. B. von Hans-Jürgen Achtzehn "die Potentiale unserer Kinder"...).
Ich wünsche Dir noch viiiiel viel Spaß beim Lernen - ist eine tolle Geschichte, die Homöopathie :D !

Liebe Rauwolfia,

das ist eine wunderschöne Sache, aber nicht das was ich meinte (was hast Du denn gegeben?) ... und in diesem Fall haben auch Ärzte Verwantwortung mitgetragen, auch wenn die Behandlung nicht geholfen hat (oder so ... das will ich mich jetzt ned auslassen drüber). Es ist einfach eine andere Grundvorausetzung gegeben ist Deinem "Fall", finde ich - und schulmedizinische Medis verschieben das Symptomenbild meist nicht so sehr wie falsche Homöopathika (vor allen in Hochpotenzen).

Ein Beispiel, das vielleicht verdeutlicht, was ich meine: Junger Mann mit Tinnitus und Burn out. Kommt, bekommt seine Globulis, es geht ihm besser, es geht nach oben.
Dann höre ich fast ein Jahr nix mehr, dann kommt er und erzählt, dass er 8 Monate lang täglich Tuberculinum C200 und Syphillinum C1000 genommen hat und zwischendrin auch länger Mercurius in Hochpotenz, das hat ihm eine Bäuerin ausgependelt und nun ist er so durch den Wind,dass er nicht mehr weiß, ob er noch lebt oder nicht mehr. Er hat sich vollständig verändert, weint und schläft, kann vor Rückenschmerzen nicht mehr arbeiten, ist Frührentner, Tinnitus stärker denn je, er verkriecht sich den ganzen Tag nur in seiner Wohnung...etc. Er ist zwischendurch aggressiv, beschimpft mich ... usw.
Und nu?
Daaaas kann ich nicht reppen, das sind viel zu viele Prüfungs-Sy - kann natürlich auch sein, dass das an mir liegt und ich das nicht kann :eek:

Das ist aber - wie ich meine - auch einfach eine andere Geschichte als die, die Du erzählt hast.

Wünsch Dir was und liebe Grüßle :wink:
Brigitte

P.S.: Bist Du praktizierende Homöopathin?

WildeFee
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon WildeFee » 23. Dez 2008, 19:52

Hallo Brigitte,

danke für die Tips! Ja, Achtzehn habe ich auch, schönes Buch, wundervolle Beschreibungen (schon Agaricus fand ich super, weil Achtzehn die Offenheit besitzt, die Gabe dieser Menschen anzuerkennen und zu verstehen). Und Herscu zu Weihnachten gewünscht - bin auf morgen gespannt! ;)
Die Homöopathie hat mich sehr in ihren Bann geschlagen und ich hoffe, dass sie auch mir hilft zu heilen.

Diese Arzneimittelprüfungen sind ein heikle Angelegenheit. Man muss an den Ausgangspunkt zurück, wo das erste Mittel fehlgeschlagen ist, so war es bei mir.
Im Sommer hatte ich Causticum C1000 bekommen und es ging mir extrem schlecht damit. Aus der Prüfung bin ich leider nicht mehr herausgekommen, und obwohl mein HP 20 Jahre Erfahrung hat, ist ihm nach 3 Monaten nichts besseres eingefallen, als mir wieder Causticum zu geben, weil immer mehr Symptome daraufhin wiesen. Aber Causticum war für mich ein rotes Tuch und ich kam irgendwann drauf, dass ich aus der Prüfung nicht mehr herausgekommen bin und meine zunehmende Schwäche und die Causticum-Symptome daher rühren.

Und plötzlich war mir klar, dass ich an den Punkt zurückdenken muss, wo Causticum anfing zu wirken. Die Symptome, die es ausgelöst hat in der 1. Woche (Schwäche, Panik, eine Art Schlafapnoe) nach der Gabe musste ich mir anschauen.
Mit der temporären Hilfe eines anderen HP kam ich da heraus, wobei dieser auch erst noch einen Fehlgriff machte (Sepia), dann aber auf Carbo vegetabilis kam, was mich dann aus der Prüfung holte und eine Menge Causticum-Symptome verschwinden ließ! Danach wurde sehr schnell deutlich, was ich als Folgemittel brauchte und nun geht es langsam aufwärts. Erschöpft und müde und schwach fühle ich mich immer noch, aber es wird langsam besser.

Ich bin gottfroh, dass ich nicht warten musste, bis die Arzneimittelprüfung nachliess, denn ich war nicht mehr in der Lage, mein Leben zu bewältigen und mich um meinen 2jährigen Sohn zu kümmern, der für einige Wochen dann zu meiner Mutter kam als Überbrückung.

Seither bin ich sehr ängstlich und skeptisch, was Hochpotenzen (höher als c200) angeht, so es nicht LM-Potenzen sind...
Der Satz, der hier mal fiel - man könne mit Homöopathie jemanden umbringen - glaube ich nach der Erfahrung sofort.

Liebe Grüße -

Sabine

kleeblättchen
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon kleeblättchen » 24. Dez 2008, 09:42

Hallo Sabine

Du hast vielleicht meine Geschichte "Nebenwirkungen Komplexmittel" auch gelesen. Ich leide bis heute an Prüfungssymptomen, die von den Mittel kommen. Nur wer das selbst durchgemacht hat, kann da wirklich mitreden. Ich bewundere Dich, dass Du den Mut aufgebracht hast, einen anderen HP beizuziehen. Die ganze Geschichte hat mich einfach zu stark traumatisiert und ich schaffe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, einen anderen HP aufzusuchen. Die Angst ist einfach zu gross. Wie Du so schön schreibst, ist ein "normales" Leben in diesem Zustand kaum möglich. Eine sehr schmerzhafte Erfahrung...

Liebe Grüsse und alles Gute für Dich
Kleeblättchen


RAUWOLFIA
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon RAUWOLFIA » 24. Dez 2008, 11:46

Hallo Brigitte,

hab jetzt lachen müssen, wegen meines gewählten Namens Rauwolfia. Jetzt fällt mir auf, dass es eigentlich ein weiblicher Name sein könnte. Ich bin aber männlich, kannst Du natürlich nicht wissen! :rotfl:
Habe diesen Namen absichtlich gewählt, weil Rauwolfia eines von seltenen homöopathischen Mitteln ist, das für Symptome in Frage kommt, die andere Mittel nicht heilen können. Leider werden von vielen kl. HP diese Mittel nie benutzt bzw. gekannt, obwohl sie in speziellen Fällen sehr wichtig wären...

Die Geschichte die ich beschrieben habe, war ein Ars.- Fall!!!

Da hast Du Recht mit dem was Du sagst, dass es ein Unterschied ist, ob jemand Medikamente od. verschiedene Mittel vorher genommen hat...
Aber mit dem Fall den Du geschildert hast, hätte ich kein Problem, mich da drüberzutrauen.
Nein, und wenn derjenige 50 "falsche" Mittel vorher genommen hat, wird das richtige dann immer noch wirken - das ist das Positive - natürlich muss man es finden!
Das Problem liegt aber keinesfalls an Dir, das Problem liegt daran dass es noch zu wenig Erfahrung darüber gibt, was dann gemacht werden soll bzw. wird die Materia Medica da nicht mehr viel weiterhelfen.
Ich will damit auch sagen, dass es nichts nützt, wenn man das Organon von vorne bis hinten auswendig kann, um ein Mittel zu finden!
Ich suche die Mittel nur mit dem Repertorium!
Ich habe mein Wissen von einem amerikanischen Arzt, der Schüler bei Vithoulkas war. Sagen wir so, das Wissen hat mich ein Vermögen und 10 Jahre gekostet...
Ich selber habe aber keine Praxis, ich wollte es nie, ich mache das als Art "Hobby"

Liebe Grüße, :wink:
Hannes

RAUWOLFIA
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon RAUWOLFIA » 24. Dez 2008, 12:15

Hallo Wilde Fee und Kleeblättchen,

wißt Ihr wie lange es dauern würde, wenn man ein falsches Mittel bekommt und es reißt einen ins "Loch" hinein, da wieder rauszukommen? Ich würde sagen max. ein paar Stunden! Ja, so schnell würde das gehen, nur muss man das entsprechende Mittel finden. Natürlich kanns jetzt passieren, dass der kl. HP nicht gleich das nächst richtige erwischt, da die Symptome vielleicht schwierig liegen. Das heißt, wenn ein kl. HP länger braucht als sagen wir 1Monat, um einem wieder rauszuholen, dann müsste man sich schon einen neuen suchen... ;)

Liebe Grüße, :wink:
Hannes

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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon rine » 26. Dez 2008, 19:22

Oder man müsste gucken, inwiefern man vielleicht auch wesentliche Informationen unterschlagen hat, egal ob bewusst oder unbewusst. Ein Homöopath ist ja auch auf das Miteinander angewiesen, das gemeinsame Erarbeiten des Ist-Zustands. Wenn wesentliche Informationen vorenthalten werden, wird das Bild ja automatisch verfälscht.
Viele Grüße,
Rine

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WildeFee
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon WildeFee » 26. Dez 2008, 22:14

Oder man müsste gucken, inwiefern man vielleicht auch wesentliche Informationen unterschlagen hat, egal ob bewusst oder unbewusst. Ein Homöopath ist ja auch auf das Miteinander angewiesen, das gemeinsame Erarbeiten des Ist-Zustands. Wenn wesentliche Informationen vorenthalten werden, wird das Bild ja automatisch verfälscht.
Möglich - aber dann finde ich es interessant, dass ein HP, der viel weniger über mich wusste, innerhalb einer Woche gleich das Mittel fand, was mich aus der Prüfung holte... ich vermute eher, dass manchmal auch der Blick von aussen fehlt und auch ein HP - wie ein Arzt - manchmal selbst eine zweite Meinung einholen sollte, wenn er selbst nicht weiterkommt.

LG
Sabine

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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon rine » 27. Dez 2008, 17:24

Darum nimmt unsere HP (nach Rücksprache mit uns natürlich), Fälle, wo sie den Eindruck hat, ein Blick von aussen könnte gut sein, gerne auch mal mit in die Diskussion mit einer befreundeten HP, um den "Tunnelblick" zu umgehen.

Ich denke, es kommt auch immer darauf an, wie jemand die Symptome interpretiert. Im Hinblick auf das Schädel-Hirn-Trauma meiner Tochter habe ich da interessante Erfahrungen gemacht.Es gab die Therapeuten, die alles und jedes Verhalten noch als Schädel-Hirn-Trauma (oder als Folge dessen) gesehen haben, wenn sie erschöpft oder müde war, "glitt" sie wieder "ab" und es gab die, die ihr auch einfach eine gesunde normale Müdigkeit zugestanden, wenn sie den ganzen Tag auf war und eine Therapie nach der anderen hatte. Nur so als Beispiel.

Trotzdem habe ich auch oft die Erfahrung gemacht, dass es eine Randbemerkung war oder eine vermeintliche Nebensächlichkeit, die bei unserer HP den Ausschlag gegeben haben für das richtige Mittel.

Beim Heilen kommt einfach ganz viel zusammen, denke ich, viel Intuition, Erfahrung, Wissen und auch ein wenig Mut "zur Lücke", wenn dann ein Mittel zur Anwendung kommt, das einfach passt, aber nicht unbedingt zu den Standards gehört.
Viele Grüße,
Rine

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WildeFee
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon WildeFee » 28. Dez 2008, 09:08

Was ich auch gelernt habe in dieser Zeit mit dem anderen HP: eine andere Sichtweise in HInblick auf Typen und Zustände. Der HP, der mir zu Carbo vegetabilis riet, um mich aus der Causticum-Prüfung zu ziehen, war mit der Zeit ziemlich genervt von meiner Typen-Sichtweise. Ich konnte mich in Carb-v gar nicht wiederfinden, und mein HP meinte auch, Carbo passe überhaupt nicht auf mich, das seien ganz andere Typen.
Der andere HP meinte, ich solle mich von meinem Typen-Denken verabschieden, ich sei in einem Carbo-Zustand und daher sei das erstmal das Richtige.
Er hatte Recht. Es half auch nur 2 Wochen - das zum Zustand. Aber es ging damit endlich weiter - und besser.

Auf das Folgemittel (Kalium carbonicum) bin ich selbst gekommen - auch da hat mein HP gesagt, das könne nicht sein, das passe nicht vom Typ her, ich sei kein Kalium-Typ. Ich finde das auch, aber ich habe mittlerweile ein Repertorium hier und es passen unglaublich viele Symptome auf Kali-c und es hilft mir tatsächlich. Soviel zur Selbstmedikation - hätte ich das nicht auf eigene Faust und gegen seinen Rat gewagt, hinge ich immer noch in meiner Erschöpfung.

Ich sehe aber auch, dass in vielen Rubriken Causticum oder Lycopodium mit dabei sind. Vom Typ her wären die anderen eher meine Richtung, aber das nützt mir ja alles nix, wenn sie nicht helfen/wirken.

Was ich beim reppen schwierig finde sind die vielen ähnlichen Rubriken. Dass man etwas so und so repertorisieren kann...

Mut zur Lücke hatte er eigentlich, mein HP, und dieses Erkennen, was wirklich krank und was noch normal ist, kenne ich von ihm auch, finde ich auch sehr erfrischend und angenehm. Von der Schulmedizin (und meiner Mutter) kenne ich die bedrückende Angewohnheit, alles als krank(haft) anzusehen, ob ich niese oder müde bin oder sonstwas.

Geht es denn Deiner Tochter inzwischen wieder gut?

Liebe Grüße -
Sabine

RAUWOLFIA
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon RAUWOLFIA » 28. Dez 2008, 11:01

Hallo Sabine,

da muss ich Dir Recht geben! Ich muss immer lachen wenn jemand versucht den Mitteltyp herauszufinden. Es stimmt dass es im Grunde den Puls- Sil- Sulph- usw.typ gibt, jedoch ist es für die Mittelsuche absolut uninteressant!!! Ich bewundere immer HP die über bestimmte Mittel ganze Bücher auswendig wissen, wo ich aber sagen muss, dass es im Grunde ja eh wichtig ist, dass man über diverse Mittel schon Bescheid weiß. Aber es nützt das ganze Wissen meistens nichts zur richtigen Mittelfindung. Es ist so, und es ist auch schon eine Art Studie gemacht worden, dass das richtige Mittel, das dann jemanden hilft, manchmal zum großen Teil mit den Symptomen der Mittelbeschreibung (z.B. Roger Morrison) nicht übereinstimmt. ;)
Ich muss auch Rine in dem Punkt zustimmen, dass manchmal der Patient nicht alles sagt was er sagen soll. Er macht das vielleicht nicht bewusst bzw. er vergisst wichtige Hinweise. Dann ist es oft schwierig das richtige Mittel sofort zu finden. :roll:


Schöne Grüße, :wink:
Hannes

monajung
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Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon monajung » 31. Jan 2009, 13:34

Hallo,
ich habe diesen und auch die anderen Freds verfolgt und finde sie sehr interessant. Ich möchte euch gerne berichten wie es meinem Sohn nun geht.

Nach erfolglosen Besuchen bei allopathischen Ärzte und etwas selteren Besuchen bei seinem HP, bei denen nicht wirklich was heraus kam, ist er zu einer Osteopathin gegangen. Die hat viele Blockaden im Kopf festgestellt und ihm geraten die homöopathische Behandlung zunächst einzustellen, da sie erst wieder nach der osteopatischen Behandlung greifen könnte.

Sie hat 3 Behandlungen im 6wöchigen Abstand durchgeführt. Meinem Sohn ging es, was die Müdigkeit anbelangt deutlich besser, es kamen aber wieder alte Beschwerden, die er im Verlauf seiner Allergiebehandlung hatte, wieder. Dies waren insbesondere Probleme mit der Speiseröhre, Druck auf der Brust, Sodbrennen und das Gefühle mansche Nahrungsmittel nicht zu vertragen. Diese Probleme hatte er vor seiner Erschöpfung und wurden von seinem HP und allopathischen ärzten mit Übersäuerung und Rennie behandelt. Es geht ihm trotzdem deutlich besser, aber noch lange nicht gut.

Die Osteopathin hat dann nach der 3. Behandlung eine Vergiftung festgestellt und ihm zur Entgiftung geraten, die sie aber selbst nicht durchführen darf, erst dann könnte ihre Behandlung wieder greifen. Mittlerweile hat mein Sohn auch seinen alten HP "verlassen" und nimmt zur Zeit keine homöopathischen Mittel.

Durch einige Fügungen oder sonst was bin ich auf das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten gestossen. Da er nicht die "typischen" Darmprobleme hat, war es nicht unbedingt passend, aber im Nachhinein recht wahrscheinlich.

Bei einem Allgemeinmediziner, der auch Naturheilverfahren anwendet, hat er dann IgE und den umstritten (die Kasse zahlt auch nicht) IGG4-Test gemacht. Dabei kam eine Glutenunverträglichkeit heraus. Der Arzt hat dies auch nochmal kinesiologisch bestätigt.

Er hat sich nun eine neue HP gesucht für die Entgiftung und Ernährungsberatung und später auch klassische Homöopathie. Die Hp hat aber schon angedeutet, dass sie zunächst warten will bis die glutenfreie Diät sich positiv ausgewirkt hat und dann mal sehen. Klingt ja mal gut ! Seit zwei Tagen isst er nun glutenfrei und hat keine stärkeren Beschwerden im Bereich der Speiseröhre gehabt, nun mal sehen, wie es weiter geht.

Ich denke ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit klassische Homöopathie nicht immer weiter kommt. Ich habe das Gefühl sie hat meinen Sohn an einen Punkt geführt, wo die Ursache für seine Haustaub und Pollenallergie zu suchen war. Nun muss da wahrscheinlich erst mal einiges bereinigt werden, glutenfreie Kost, Entgiftung???, osteopathische Blockaden?? und dann wird sie auch wieder helfen können.

Deshalb finde ich es wichtig auch in diesem Forum nicht immer bei Nichterfolg auf falsche Mittel oder falsche HPs hinzuweisen. Vielleicht ist erst auch mal eine andere Heilmethode anzuwenden, bis die kH voll wirken kann !! Man heilt ja auch keine Armbruch mit kH !

LG Mona

rine
Beiträge: 1496
Registriert: 30. Aug 2006, 11:11

Re: Zu viele Hochpotenzen

Beitragvon rine » 31. Jan 2009, 23:35

Schön, dass es Deinem Sohn besser geht! :)
Oft wird auch darauf hingewiesen, dass es manchmal sein kann, dass irgendwo Blockaden irgendwelcher Art vorliegen könne, die einen Therapieverlauf beeinträchtigen können.
Ich habe selber ebenfalls die Erfahrung machen müssen, dass meine Laktoseunverträglichkeit und meine blockierten Halswirbel/Kopfgelenk immer übersehen wurden und daher keine Behandlung jedweder Art greifen konnte.
Hier ist die Diskussion leider insgesamt sehr ins Theoretische abgeglitten, kann sein, dass da solche Hinweise untergegangen sind, aber zum Glück scheint Dein Sohn da ja jetzt in guten Händen zu sein! :)
Alles Gute weiterhin für ihn! :)
Viele Grüße,
Rine

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