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Nervenschäden

Moderator: Angelika

Thosa
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Nervenschäden

Beitragvon Thosa » 23. Apr 2012, 00:10

Hallo, liebe Forenteilnehmer!

Ich wurde letztes Jahr ab Februar wegen einem Grauen Star auf beiden Augen naturheilkundlich mit Regenaplex behandelt. Ich bekam drei Verordnungen mit jeweils 6 Flaschen für Morgens und 6 Flaschen für Abends verschrieben. Alle Verordnungen sollte ich komplett aufbrauchen, mit jeweils 8 Tropfen pro 15ml Flaschen und 16 Tropfen pro 30ml Flasche in ein großes Glas mit Wasser.

Im April 2011 bekam ich starke Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulen-Bereich. Ebenfalls kam ein leichtes, zunehmendes Brennen in der Harnröhre hinzu. Anfang Mai bekam ich plötzlich Taubheit im Genital (männlich) und Gesäß. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich bereits die Flaschen der zweiten Verordnung zu mir.

Ich habe dann erstmal die Regenaplex-Therapie unterbrochen und es begann meine Odyssee durch Arztbesuche bei Hausarzt, Orthopäde, Neurologe und Physiotherapie.

Mitte Juni stellte sich dann heraus, dass ich binnen weniger Wochen 12 Kilo Gewicht abgenommen habe (ohne dass ich meine Essgewohnheit verändert hatte). Zum Glück hat sich das wieder eingependelt und ich habe wieder mein ursprüngliches Gewicht in etwa wieder. Anscheinend war also auch mein Darm in seiner Funktion eingeschränkt.

MRT, Nervenmessungen und Lumbalpunktion haben alles keine Befunde gebracht, es konnte die Ursache für meine Taubheitsprobleme nicht festgestellt werden. Und leider hat sich meine Taubheit in den letzten 12 Monaten nicht wesentlich verbessert, auch heute noch spüre ich Berührungen am Genital und an bestimmten Stellen am Gesäß kaum, Erektion und Orgasmus" funktioniert, aber nur abgeschwächt und ohne starkes Empfinden in den Schwellkörpern, und habe immer wieder mal Brennen in der Harnröhre. Der Neurologe sagte: "Irgendwas war mit ihnen im April/Mai nicht in Ordnung, aber was das war, kann nun nicht mehr festgestellt werden. Vielleicht eine Nervenentzündung, vielleicht eine Kompression."

Warum ich nun hier schreibe: Vor kurzem habe ich eine Überweisung zum Psychologen in dieser Sache bekommen. Auf der Überweisung stehen zwei Kennzeichen, die nach meiner Recherche bedeuten: "Sexuelle Funktionsstörung auf Grund toxischer Einwirkungen."

Was mich dazu gebracht hat, mir nochmal die Regenaplex-Verordnungen genauer anzuschauen:

1. Verordnung:
Morgens: 50a, 7, 33/1, 33/5, 6, 511a
Abends: 51a, 79,80aN, 99a, 23a, 78c

2. Verordnung
Morgens: 51b, 7, 105, 6, 26a, 511a
Abends: 51c, 55, 99b, 26b, 79, 78c

Wie gesagt: Von der ersten Verordnung habe ich alle Flaschen komplett aufgebraucht, von der zweiten nur die Hälfte verbraucht. Ich habe in etlichen Flaschen Bestandteile entdeckt, die als toxisch (auch neurotoxisch) gelten (laut Wikipedia). Besonders fällt mir da 50a ins Auge, denn hier sind Pflanzen enthalten, mit einer geringen Verdünnung von D2-D4, die als giftig gelten:

- Aconitum napellus D4
http://de.wikipedia.org/wiki/Aconitum_napellus
- Chondrodendron D3
http://de.wikipedia.org/wiki/Chondrodendron_tomentosum
- Eucalyptus globulus D2
http://de.wikipedia.org/wiki/Eucalyptus_globulus

Besonders bei Aconitum Napellus fällt auf: Hochgiftig und verursacht Taubheit bei Berührung. Und nach meiner Recherche sind geringe Verdünnungen von D2-D4 gefährlich, da hier bei langer Anwendung Vergiftungen auftreten können (bis hin zu chronischen Vergiftungen).

Meine Frage: Kann es sein, dass ich mir im Genitalbereich eine Nervenvergiftung zugezogen habe, die durch die Einnahme von solchen Substanzen wie Aconitum Napellus, in geringer Verdünnung, über Wochen (ich schätze mal 6-8) entstanden ist?


Thosa
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Re: Nervenschäden

Beitragvon Thosa » 23. Apr 2012, 00:58

... noch ergänzend: Die betroffenen Stellen mit Taubheit haben sich insofern über die Monate verbessert, als das die Fläche sich etwas verkleinert hat.

Ich frage mich halt, ob die toxischen Wirkstoffe auf das und über das Verdauungssystem gewirkt haben, schließlich geschah die Einnahme über Wochen oral, und die Nervenbahnen, die dort unten verlaufen, entsprechend geschädigt haben (am Darm und Harnröhre).

pierroth
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Re: Nervenschäden

Beitragvon pierroth » 23. Apr 2012, 08:25

Hallo Thosa,
das was Du da zu Dir genommen hast, sind Komplexmittel. Sie enthalten jedes für sich ein Sammelsurium an Mitteln. Wenn ich mir Deinen Einnahmeplan ansehe, dann wird schnell klar, dass hier der größte Anteil der Materia Medica darin enthalten ist.
Die von Dir genannten Mittel sind zwar in der Ursubstanz toxisch, ja, aber in der potenzierten Form deutlich abgeschwächt und je nach Mittel ab einer bestimmten Potenz nicht mehr toxisch. Abgesehen davon werden toxische Substanzen nur in einer Potenz abgegeben in der sie eben keine Toxizität mehr aufweisen (Bsp. Arsen in Arsenicum album).
Bei Dir liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine massive Arzneimittelprüfung vor. Dies kann auch bei Arzneimitteln in niedrigen D-Potenzen erfolgen. Aus meiner Erfahrung kommen sie häufig bei derartigen Verordnungen vor.
Deswegen wundert es mich nicht, dass keine organischen Ursachen gefunden wurden und mit großer Wahrscheinlichkeit wird auch kein schulmedizinisches Mittel hier helfen können, da es sich um keine natürlichen Krankheiten handelt, sondern um künstliche (durch die Arzneimittel verursachten) Krankheiten.

Ich würde Dir daher raten, Dir einen wirklich erfahrenen klassischen Homöopathen zu suchen, der Dich aus dieser Misere wieder herausführt, was nicht leicht sein wird.
Ich drücke Dir die Daumen.
LG Pierroth

kleeblättchen
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Re: Nervenschäden

Beitragvon kleeblättchen » 3. Mai 2012, 20:16

Hallo Thosa
Ich habe Dir eine PN geschrieben.
LG Kleeblättchen

Thosa
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Re: Nervenschäden

Beitragvon Thosa » 27. Mai 2012, 04:09

Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass das Aconitum napellus (Blauer Eisenhut) in der Verdünnung D4 den Nervenschaden angerichtet hat, da diese Pflanze hochtoxisch ist. Botox z.B. wird in der Verdünnung 1:1700000 (ungefähr D6) gespritzt und es ist bekannt, wie extrem wirksam dieses Nervengift ist. Ich habe den Blauen Eisenhut in der Verdünnung D4 über fast zwei Monate täglich zu mir genommen. Dazu noch nicht über den ganzen Tag verteilt, sondern nach Anweisung morgens vor dem Zähneputzen in einem Glas Wasser (also innerhalb 15-30 Minuten). Das Nervengift ist mir dann schnell über den Magen in den Verdauungsapperat gelangt (Nieren, Darm) und hat dort entsprechend den Schaden ausgelöst (Rückenschmerzen aus den Nieren, verringerte Darmfunktion mit drastischen Gewichtsverlust, Taubheit im Genital und Gesäß). Ein Teil des Schadens an den Nerven hat mein Körper wohl regenerieren können, aber die Taubheit im Genital ist größtenteils geblieben, weil das Nervengift den Nerven so geschädigt hat (auf Zellebene), so dass eine Selbstheilung nicht mehr möglich ist.

Und das ein ansonsten ungefährliches Mittel bei langer Einnahme, selbst in geringer Dosis, Schäden verursachen kann, weiß man ja schon bei z.B. Paracetamol oder Aspirin. Und Nervengifte in geringer Dosis (bis D6) in homöopathischen Mitteln werden wohl dasselbe machen.

Ich würde mal sagen: Meine "Arzneimittelprüfung" ist eine klassische Medikamentenvergiftung durch Überdosierung.

Dieser Blaue Eisenhut ist wohl gemeingefährlich, mit das schlimmste neben Arsen.

Linny
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Re: Nervenschäden

Beitragvon Linny » 27. Mai 2012, 15:37

Mach dir da keine Gedanken. Aconitum in der D4 ist nicht toxisch für den Körper.
Aber wenn du so einen homöopathischen Cocktail über Monate zu dir genommen hast, ist es vollkommen logisch, dass sich verstärkt Symptome herausbilden. Die deuten auf die Mittel hin, die du tatsächlich zur Heilung brauchst.

Ich rate dir, gehe zu einem richtigen, klassischen Homöopathen. Der wird dir helfen können.


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*brigitte*
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Re: Nervenschäden

Beitragvon *brigitte* » 28. Mai 2012, 11:38

Selbstverständlich kann jedes hom. Mittel nach langer Einnahme durchaus toxisch wirken im Sinne einer Ausbildung einer Arzneimittelerkrankung.
In meiner vor kurzem erhaltenen Verbandszeitschrift ist so ein Fall klinisch dokumentiert (Abermann, C., Reiter, C.: Unkontrollierte Niedrigpotenzeinnahme mit letalem Ausgang. Zeitschrift für klassische Homöopathie 2002, 46: 18 - 28).
Eine Frau hatte über 2 Monate wegen einer Gastroenteritis und 2 Wochen später folgender Fischvergiftung eigenständig Ars D6 3 x 3 Globuli tgl. eingenommen, später dann noch Kali-br D3, Colch D4, Verat D3, Dulc D4, Gels D30, Kali-bi D4. Es folgten massive Verschlechterungen des Allgemeinzustandes mit u. a. neurologischen Problemen, Krankenhausaufenthalt bis hin zur Intensivstation, die Frau starb. Der Gerichtsgutachter urteilte damals: "Ars alb wurde offenbar mindestens 2 Monate 3 x tgl. eingenommen, sodass die Ausbildung einer Arzneimittelerkrankung provoziert wurde. (...) Das Erkrankungsbild sowie der Tod der Patientin sind unter Brücksichtigung homöopathischen Wissens zu erklären. (...) Aus kritisch naturwissenschaftlich-medizinischer Sicht sind der Tod sowie das Krankheitsbild, welches dem Tod vorausging, nicht schlüssig erklärbar." (Entnommen aus CO MED, 19. Jg. / Mai 2012, Autorin Gisela Immich, klassische Homöopathin nach BKHD).

Also Leute, seid bitte nicht so blauäugig - es kann durchaus eine lange Einnahme von Niedrigpotenzen oder auch höheren Potenzen zu einer Arzneikrankheit und nicht nur zu einer Mittelprüfung kommen! Selbstverständlich beweist dieser zitierte Fall nicht, dass es bei Dir, Thosa, so ist.

Und ich will Dir auch jetzt ganz sicher keine Angst machen, aber solche Sätze wie "Mach Dir keine Gedanken, Aconit in D4 ist nicht toxisch für den Körper" kann man, Linny, beim besten Willen nicht so stehen lassen !!!

Thosa, als "gemeingefährlich" würde ich dennoch ganz sicher kein einziges Mittel bezeichnen - "denn die Dosis macht das Gift" ...

LG,
Brigitte

Thosa
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Re: Nervenschäden

Beitragvon Thosa » 28. Mai 2012, 19:10

Hallo!

Mich persönlich würde es halt einfach nicht wundern, wenn man über längere Zeit Nervengifte zu sich nimmt, selbst in hoher Verdünnung, irgendwann das Nervengift auch seine Wirkung zeigt. Dann ist ein Nervenschaden nach Einnahme von neurotoxischen Pflanzenstoffen ja keine Nebenwirkung, sondern das IST dann die Wirkung des Pflanzenstoffs. Und da der Körper ein hochkomplexes, "analoges" System ist, kann soetwas nach Außen hin durchaus chaotisch wirken bzw. bei jedem Menschen anders aussehen, da je nach Schädigung des Organismus und je nach Mensch das innere Gleichgewicht anders aus den Fugen gerät.

Dass die Schulmedizin hiermit Probleme hat, wundert mich dann nicht, denn wenn die Gifte aus dem Körper ausgeschieden sind, sind nur noch die Symptome festzustellen, aber die Ursache ist nicht mehr vorhanden. Es ist dann nur noch ein "Indizienbeweis" möglich. Eventuell ließen sich über eine Haaranalyse Gifte historisch feststellen (was ich übrigens überlege, wobei es ja nach einem Jahr sehr unwahrscheinlich ist, dass dort noch etwas gefunden werden kann, so lang sind meine Haare nicht).

Das ist ja auch bei mir so: Keiner kann meine Taubheit erklären. Der Othopäde sagte sogar wörtlich: "Schulmedizinisch sind ihre Symptome nicht erklärbar." Der Neurochirurg der Universitätsklinik sagte zu mir, nachdem ich ihn auf die homöopathischen Mittel hingewiesen habe: "Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Mittel für ihre Probleme verantwortlich sind, ist höher als die klassischen Ursachen (Bandscheibenvorfall etc.)."

Ich habe sogar einen Homöopathen kontaktiert und hier ein Rezept vorliegen (auch diese Komplexmittel). Aber ich will ehrlich sein: Ich habe einen Heidenschiss davor, diese Mittel zu nehmen. Es kommt mir persönlich so vor, als ob ich den Teufel mit dem Belzebub austreiben will damit.

Und ich muss auch ehrlich sagen: Für mich ist der Verlust der Sexualität ein herber Schlag, der mich mental (zusätzlich zu dem Grauen Star, weswegen ich ja überhaupt erst zur Homöopathie gekommen bin), extrem runterzieht. Ich habe Depressionen deswegen, die mir sogar den Job schwermachen. Und die Vorstellung, knapp 300.- EUR dafür ausgegeben zu haben, um mir meine Sexualität mit Mitte 30, für den Rest meines Lebens, so kaputt zu machen, ist der pure Horror für mich. Mein ganzes Leben ist irgendwie seit einem Jahr aus den Fugen geraten und es braucht wirklich meine ganze mentale Vernunft, um nicht einen Zusammenbruch zu erleben, sondern den Alltag irgendwie bestreiten zu können. Nervenschäden sind das widerlichste, was es gibt!

Und wenn ich nach der Einnahme der Mittel gegen meine Probleme eine weitere Verschlechterung erlebe, weiß ich nicht, wie ich damit umgehen werde bzw. ob ich damit überhaupt umgehen könnte. Nicht nur, weil ich dann einen weiteren Verlust an Lebensqualität erleiden würde, sondern weil ich mir dann selbst vorwerfen müsste, mich selbst weiter vergiftet zu haben - "Selbstmord auf Raten" sozusagen.

Meine Vermutung bezüglich des Eisenhuts in D4 kommt von dieser Veröffentlichung:

Max Amann: "Arsen und Antimon in der Naturheilkunde" (Zeitschrift Naturheilpraxis):
"Der Homöopath sollte Arsen und Antimon und ihre Verbindungen besser nicht in Potenzen unter der D6 verwenden. Gibt man Acidum arsenicosum (Arsenicum album) in der Dilution D4 3 mal täglich 5 Tropfen, so erscheinen nach vier Wochen die ersten Vergiftungssymptome."
http://www.naturanaturans.de/artikel/arsen.htm

Nach ca. vier Wochen Einnahme bekam ich die permanten Rückenschmerzen, dann zunehmend das permanente Brennen in der Harnröhre, dann die Taubheit im Genital und Gesäß.

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*brigitte*
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Re: Nervenschäden

Beitragvon *brigitte* » 28. Mai 2012, 21:21

Und genau das ist es, was mich so wütend macht. Dieser absolut unverantwortliche Umgang mit einer - gut, richtig und verantwortungsbewußt angewendet - wunderbaren Heilmethode, und da brauchen wir auch nicht drüber zu diskutieren, ob das an Komplexmitteln liegt oder nicht - auch Einzelmittel sind, so angewendet - absolut in der Lage, auf lange Sicht solche Probleme zu verursachen !!!
Ich bin seit sehr, sehr langer Zeit Homöopathin und mit Leib und Seele dabei. Aber bei solch einem Bericht dreht es mir den Magen um - genau solch fahrlässige Verschreibungen/Therapien oder wie auch immer schaden der Homöopathie ungemein.

Ich an Deiner Stelle, Thosa, würde auf gar keinen Fall ein weiteres (Komplex-)Mittel gegen Deine bestehenden "Probleme" nehmen.
Und ja, ich kenne die Veröffentlichungen von M. Amann - ein in der Phytotherapie und Homöopathie sehr erfahrerer und kompetenter Mann.

Und - selbstverständlich macht nicht nur die Dosis das Gift, sondern natürlich auch die Häufigkeit der Einnahme - und vor allem die Dauer !!!

LG
Brigitte

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Re: Nervenschäden

Beitragvon Thosa » 29. Mai 2012, 00:38

Nun ja, wenn die Komplexmittel die Ursache sind, dann war mein erster Kontakt mit homöopathischen Mitteln ein traumatisches und einschneidendes Erlebnis. Denn nicht nur wurde die ursprüngliche Krankheit nicht geheilt (meine Linsentrübung geht unvermittelt fort), sondern ich habe auch noch sehr viel Geld dafür bezahlt, dass meine Sexualität kaputt ist, weil als Ergebnis mein Genital halb taub ist. :sad:

Ich werde mich nochmal an ein toxologisches Institut wenden, dass auch eine Giftnotruf-Zentrale besitzt. Vielleicht können die auch eine Abschätzung abgeben auf Grund von Erfahrungswerten mit solchen Nervengiften.

Ich sach's ganz ehrlich: Wenn es Beweise dafür gäbe, müsste ich den Heilpraktiker in Grund und Boden verklagen, wegen fahrlässiger Körperverletzung. Es kann für den Verlust der Sexualität nicht genügend Schmerzenzgeld geben.

Und die Hersteller solcher Mittel müssten per Gesetz dazu gezwungen werden, bei geringer Verdünnung von Nervengiften wie D4 auf den Flaschen anzugeben, dass es bei längerer Anwendung zu chronischen Nervenschäden kommen kann.

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*brigitte*
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Re: Nervenschäden

Beitragvon *brigitte* » 29. Mai 2012, 20:50

Ja, Thosa,

aber das, was Du erlebt hast und nach wie vor als (evtl.) Folgeschäden trägst, hat nix mit Homöopathie zu tun, sondern wohl wie so oft mit dem nicht verantwortungsvollem Umgang mit den "alternativen" Heilmethoden - was aber in der Schulmedizin ebenfalls gang und gäbe ist. Da hätte ich eine Liste für Dich.
Wie auch immer, das alles hilft Dir jetzt gar nix. Es tut mir sehr sehr leid, dass Dein erster Ausflug zu so einer Bruchlandung geführt hat. Bitte - verdamm nicht die Homöopathie, sondern die, die nicht verantwortungsvoll damit umgehen - und ich denke, das betrifft alle Bereiche unseres Lebens. Überall wird Menschen geschadet...

Ganz liebe Grüße trotz allem
Brigitte

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Nils
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Re: Nervenschäden

Beitragvon Nils » 29. Mai 2012, 22:32

Hallo Thosa,

ich habe Deine Leidensgeschichte gelesen und melde mich zu Wort, weil sie mich an meine eigenen Erfahrungen erinnert. Auch ich habe mit Homöopathie leider schlimme Erfahrungen sammeln müssen. Und wenn Menschen sagen, daß Homöopathie nicht schaden kann - dann haben diese Menschen keine Ahnung wovon sie reden.

Ich bin mittlerweile völlig überzeugt davon, daß man mit Homöopathie jemanden umbringen kann. Wieso auch nicht, denn jede Medizin, die falsch angewendet wird, richtet Schaden an. Das trifft zu für das weit verbreitete Aspirin - und genau so für Homöopathische Mittel. Und zwar egal ob nun Hoch- oder Niedrigpotenz, Komplex- oder Einzelmittel.

Ich möchte Dir kurz meine Geschichte schildern:
Ich ging fast 2 Jahre lang zu einem "klassischen" Homöopathen und bekam - ganz klassisch - auch immer nur ein Mittel verabreicht. Soviel wußte ich damals von Homöopathie: wenn schon dann klassisch - also nur 1 Mittel. Was mir damals nicht klar war (was hatte ich schon für ein Wissen über Homöopathie - gar keines): es kommt nicht nur auf die Anzahl Mittel an, sondern auch auf die Häufigkeit der Einnahme.

Und besagter Homöopath - ich wünsche ihm immer noch die Krätze an den Hals - verabreichte mir über 2 Jahre lang täglich eine C 200. Das sagt Dir jetzt vielleicht nicht so viel, aber eine C 200 sollte man frühestens nach 4 Wochen erneut geben - wenn nicht erst viel, viel später. Ich bekam sie täglich. Also über 300 Globuli pro Jahr...

Nach 1,5 Jahren bekam ich von heute auf morgen heftigen Schwindel. Mir war rund um die Uhr schwindelig. Egal ob ich stand, saß, ging oder lag, ich hatte das Gefühl alles dreht sich. Ich konnte kaum noch gehen. Mein Leben kam zum Stillstand.

Zu Anfangs war ich noch so dumm zu glauben daß es zur Erstverschlimmerung gehört und befolgte seinen Rat, die Dosis zu erhöhen.

Die Folge: ich lag 6 Wochen lang regelrecht paralysiert auf der Couch. Danach begann ein 6 Jahre andauernder Weg mit ständigem Schwindel. Mein Leben war keines mehr.

Irgendwann war ich endlich so weit, nicht mehr zu dem Homöopathen zu gehen. Schwindelig war mir trotzdem. Mir gings eigentlich immer schlechter. Ich war nicht mehr ich selbst.

Dann tat ich das wichtigste, was ich tun konnte: ich begann mich zu informieren. Ich hinterfragte die Homöopathie, versuchte zu verstehen was da los war. Ich versuchte zu verstehen, was Schwindel ist. Ursachen, Hintergründe, Anatomie, Psyche etc.

Und dann fand ich dieses Forum hier. Hier bekam ich eine Menge guter Antworten auf meine zahlreichen Fragen. (Schau ruhig mal im Archiv...)

Von vielen, sehr fachkundigen Menschen (von denen viele hier leider nicht mehr schreiben), die mir dabei halfen, Homöopathie besser zu verstehen. So kamen mir langsam Zweifel an der Dosierung - und letztendlich an diesem Homöopathen. Ich ging nicht mehr zu ihm.

Trotzem wurde es nicht besser. Ich brauchte dringend Hilfe!

Aber eines war mir nach einer langen Odysee durch die Schulmedizin - vom Kardiologen zum Neurologen, HNO, Röntgen, MRT, was-weis-ich-noch-alles bis hin zur Schwindelambulanz, wo man mir dann sagte, daß ich gar nicht schwindelig sei - klar geworden:

Die Homöopathie hat's vermurxt.
Und nur die Homöopathie kann es wieder richten.


Denn schulmedizinisch war nichts feststellbar. Nichts behandelbar. Noch ein bischen länger, dann wäre ich ein Fall für die Psychiatrie gewesen...

Also lautete meine etwas fatalistische Entscheidung: wenn es durch Homöopathie verursacht wurde, dann kann nur die Homöopathie es wieder richten. Und wenn nicht ....

Wie auch immer: ich fand hier im Forum guten Rat. Und - ich konnte mein Glück kaum fassen - ich fand hier auch eine Ratgeberin, die in meiner Nähe wohnte und dort eine Praxis hat.

Dort bin ich jetzt seit 3 Jahren (oder sinds schon 4?) in Behandlung. Dort wurde wirklich "klassisch" Homöopathisch gearbeitet. Nur ein Mittel, lange Wartezeit, auswirken lassen, selbst wenn Du als Patient meinst, es geht nicht mehr, kein Neues Mittel sondern warten, warten etc. Und warten. Nicht täglich erneute Mittelgabe.
War nicht ganz einfach für mich. Aber ich hatte die Homöopathie angefangen zu verstehen, ich lernte viel dabei - und meine Homöopathin war - und ist - eine sehr geduldige Lehrmeisterin, die mir immer alles sehr gut erklärt.

Homöopathie richtig angewendet ist eine ganz andere Medizin als man gewöhnt ist. Jeder täte gut daran, sich vor der Konsulatation eines Homöopathen erst mal richtig zu informieren worum es da überhaupt geht.

Hätte ich das getan - und hättest Du das getan Thosa - dann wäre mir (und Dir) viel Leid erspart geblieben.

Trotzdem habe ich die Homöopathie nicht verworfen sondern ihr die Chance gegeben, richtig angewendet zu werden. Denn wenn Du Dich in den Finger schneidest - wer trägt die Schuld? Das Messer?

Nein, Thosa, Du bist kein Opfer der Homöopathie - Du bist Opfer eines Unwissenden, der nicht verstanden hat, womit er seine Patienten (miß)behandelt.

Wie ich damals schon Kleeblatt empfohlen habe (Hallo Kleeblatt :wink: ): wenn Du kannst, dann gib der Homöopathie die Chance zu zeigen was sie im Guten kann. Das einzig schwierige daran ist, einen richtig guten Homöopathen zu finden...

Nach 6 Jahren Dauerschwindels geht es mir jetzt wieder gut. Nur ganz selten habe ich noch ein wenig Schwindelgefühle, beim schnellen aufstehen etc. Oder wenns mir insgesamt nicht gut geht. Aber ich habe mein Leben wieder. Es fängt wieder neu an.

Und ich habe viel über Homöopathie gelernt...

Mit Homöopathie wurde Schaden angerichtet.
Mit Homöopathie wurde der Schaden wieder geheilt...

Ich weiß nicht Thosa, ob Dir das jetzt recht viel weiterhilft. Mir war es ein Bedürfnis Dir das mitzuteilen. Damit Du verstehst, was falsch gelaufen ist. Damit Du die Homöopathie nicht verteufelst, denn die kann nichts dafür...

Ich wünsche Dir viel Glück und alles Gute,

Nils

Ullel
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Re: Nervenschäden

Beitragvon Ullel » 30. Mai 2012, 07:29

Hallo Nils,

danke für deinen Bericht. Es kann gar nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß homöopathische Mittel - FALSCH ANGEWENDET - auch Schaden anrichten können.

Bei den meisten Menschen ist im Gehirn verankert, "WENN' S NICHT HILFT, IST AUCH NICHT SCHLIMM, SCHADEN TUT ES JA NICHT" und so werden munter verschiedene Mittel über Wochen in teilweise hohen Potenzen ausprobiert und das von Laien, die sich mit der Homöopathie nicht auskennen und die dann irgendwann in der Heilpraktier - Praxis landen und das hoffentlich bei einem gut ausgebildetetn Homöopathen.

Die Homöopathie erlernt man nicht mal nebenbei. Eine fundierte Ausbildung dauert Jahre. Und selbst dann wird ein Leben lang weitergelernt.

Liebe Grüße
Ulrike



***
http://www.heilpraktikerin-schlueter.de

ElkeO
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Re: Nervenschäden

Beitragvon ElkeO » 5. Jun 2012, 15:06

Ich bin mittlerweile völlig überzeugt davon, daß man mit Homöopathie jemanden umbringen kann. Wieso auch nicht, denn jede Medizin, die falsch angewendet wird, richtet Schaden an. Das trifft zu für das weit verbreitete Aspirin - und genau so für Homöopathische Mittel. Und zwar egal ob nun Hoch- oder Niedrigpotenz, Komplex- oder Einzelmittel.
Da kann man nur hoffen, dass Du dich irrst - denn wenn man mit homöopathischen Hochpotenzen tatsächlich jemanden umbringen könnte wäre das der perfekte Mord - denn kein Labor der Welt kann bekanntlich den Unterschied zwischen einem Hochpotenz-Globuli und Rohrzucker feststellen. Das wäre also das perfekte weil nicht nachweisbare "Gift" - und das auch noch rezeptfrei aus der Apotheke.

Linny
Beiträge: 211
Registriert: 28. Sep 2010, 22:27

Re: Nervenschäden

Beitragvon Linny » 5. Jun 2012, 18:49

Um durch homöopathische Mittel zu sterben, dazu muss man im Vorfeld schon unter sehr ernsthaften Grunderkrankungen leiden.
In diesem Fall kann das falsche Mittel in falscher Dosis die ohnehin schwache Lebenskraft so stark durcheinanderbringen, dass die Person letztlich stirbt.
Aber die Gefahr besteht wie gesagt wirklich nur bei schwer kranken Menschen.



   

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