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Zweifel: falsches Mittel?

Moderator: Angelika

synkope
Beiträge: 3
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Zweifel: falsches Mittel?

Beitragvon synkope » 3. Dez 2013, 20:26

Hallo,
da ich ganz frisch eingeflogen bin erstmal ein Hallo! :wink:

Ich bin vor kurzem das erste Mal bei einer Homöopathin gewesen, die mir nach der Erstanamnese für meine Bescherden ein Mittel verordnet hat.
Nun bin ich aber sehr, sehr stark am Zweifeln, ob das Mittel richtig ist.
Im Ernst, als ich die Leitsymptome nachgeschlagen habe, hab ich mich leider kaum bis überhaupt nicht in dem Mittel wiedergefunden. :???:
Andere Beschreibungen passen viel besser.
Ich hatte z.B. in meinem Leben noch niemals Lippenherpes, aber nun habe ich Anst, daß das Mittel als Erstverschlimmerung das auslösen könnte (den Virus trägt ja fast jeder in sich), da es als Leitsymptom angegeben ist. Nur ein Beispiel.
Ich bin ja relativ unbeleckt was Homöopathie angeht, aber ich habe wirklich ein ganz schlechtes Bauchgefühl.
Deshalb wollte ich hier gern mal nachfragen, bevor ich meine Homöopathin nochmals kontaktiere.
Und wie ist das, muß jedes Symptom eines Mittels auf einen passen, damit es das richtige ist, oder genügen einige wenige und man kann die anderen ignorieren?

Edit: Übrigens passen auch die Modalitäten nicht.

LG
synkope


greenbeans
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Re: Zweifel: falsches Mittel?

Beitragvon greenbeans » 4. Dez 2013, 01:13

Hallo,
da ich ganz frisch eingeflogen bin erstmal ein Hallo! :wink:
Ein Hallo auch an Dich! :wink: Herzlich Willkommen.
Ich bin vor kurzem das erste Mal bei einer Homöopathin gewesen, die mir nach der Erstanamnese für meine Bescherden ein Mittel verordnet hat.
Nun bin ich aber sehr, sehr stark am Zweifeln, ob das Mittel richtig ist.
Im Ernst, als ich die Leitsymptome nachgeschlagen habe, hab ich mich leider kaum bis überhaupt nicht in dem Mittel wiedergefunden. :???:
Kann Zufall sein, aber in meinem erstverordneten Mittel habe ich mich auch überhaupt nicht wiedergefunden. Geholfen hat's trotzdem.

An sich ist die erste Verordnung "die einfachste". Von daher ist die "Trefferquote" bei der Erstverordnung sicher ziemlich hoch. ist jetzt aber natürlich nur eine allgemeine Aussage und sagt ja nichts über den Einzelfall.
Andere Beschreibungen passen viel besser.
Ich hatte z.B. in meinem Leben noch niemals Lippenherpes, aber nun habe ich Anst, daß das Mittel als Erstverschlimmerung das auslösen könnte (den Virus trägt ja fast jeder in sich), da es als Leitsymptom angegeben ist. Nur ein Beispiel.
Wenn Du es tatsächlich noch nie hattest, solltest Du es nicht bekommen, nicht als Erstverschlimmerung, und nicht als Rückspulung. Und wenn, dann vergeht es ja aber wieder, und wird dann eher mild sein (da Du es ja nie wirklich hattest). Davon kann man m.E. jedenfalls ausgehen.
Möglich wäre auch ein sog. aufgesetztes Symptom, also daß man ein Symptom entwickelt auf das Mittel hin, das man noch nie hatte. Eine Mittelprüfung also, Prüfsymptome. Auch die sollten nach nicht allzulanger Zeit wieder vergehen. (immer schön alles aufschreiben, ist mein Tip. Man vergißt manchmal schnell, was war, wenn es dann einmal wieder vorüber ist).

Welche Potenz hast Du denn bekommen? LM Potenzen machen z.B. kaum Erstverschlimmerungen und auch seltenener Prüfsymptome.
Ich bin ja relativ unbeleckt was Homöopathie angeht, aber ich habe wirklich ein ganz schlechtes Bauchgefühl.
Kannst Du genauer sagen, warum?
Geht es Dir denn gut oder nicht gut mit dem Mittel? "Normalerweise" fühlt man sich eher wohl mit einem richtigen Mittel.
Solltest Du Dich nicht wohlfühlen, irgendein Symptom haben jetzt, egal ob körperlich oder psychisch, wäre eine der ersten Fragen: Kennst Du das von irgendwann früher? Oder kennst Du es überhaupt nicht? Wenn man es kennt, ist es i.d.R. eine Rückspulung, evtl. auch eine Erstverschlimmerung, beides sollte nach nicht allzulanger Zeit dann wieder vergehen. (Ich sage mal, maximal 2 Wochen, aber das ist jetzt nur aus meiner Erfahrung als Patient).
Und wie ist das, muß jedes Symptom eines Mittels auf einen passen, damit es das richtige ist, oder genügen einige wenige und man kann die anderen ignorieren?
Es müssen nicht alle passen, also man muß nicht alle Symptome eines Mittels haben. Sonst hätte man ja auch manchmal hunderte Symptome. :lol:
Edit: Übrigens passen auch die Modalitäten nicht.
Hattet Ihr über die Modalitäten gesprochen bei der Anamnese? Also waren sie der H. bekannt? Wenn sie bekannt waren, kann möglich sein, daß sie andere Dinge höher gewichtet hat. Es muß eben nicht alles passen, ein Mittel kann trotzdem das Passende sein.

Ich würde mir folgende Fragen stellen: WAs hat sich verändert? Zum Guten oder zum Schlechten? Wenn zum Schlechten, was wird es wohl sein: ERstverschlimmerung (wäre okay, wenn nicht zu belastend), Rückspulung (auch okay) oder Prüfsymptom (weniger klasse, sollte auf jeden Fall wieder weggehen, gut dokumentieren, den ganzen Verlauf am besten).
Warum genau Dein schlechtes Bauchgefühl? Vielleicht mal versuchen, das genauer zu benennen. Vielleicht klärt sich daraufhin dann mehr, ob das Mittel paßt oder nicht.

Und übrigens: Kennst Du das vielleicht mit dem "schlechten Bauchgefühl"? Ist ein "unsicher oder ängsllich sein" über den "Verlauf der Dinge" vielleicht sogar typisch für Dich? Wer weiß, vielleicht ist genau das eine Rückspulung? Ist jetzt aber nur so eine Idee.

Was mehr KOnkretes kann man eigentlich gar nicht sagen zu Deinem Verlauf. Tut sich nichts, oder hast Du einfach nur nichts darüber geschrieben (was natürlich völlig in Ordnung wäre, ich frage nur). Oft spürt man eine sofortige Wirkung, die dann wieder vergeht, das kann auch vorkommen. Die stellt sich dann aber gemächlich wieder ein, braucht eben manchmal seine Zeit. Manchmal geht es auch ein paar Tage, bis man eine Wirkung bemerkt. Ist unterschiedlich.

Ich weiß nicht, ob das hilfreich war, das fiel mir jetzt dazu ein.

Viele Grüße
greenbeans :wink:

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fuertuefel
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Re: Zweifel: falsches Mittel?

Beitragvon fuertuefel » 4. Dez 2013, 10:13

Hallo Synkope,

meistens ist es nicht hilfreich die Mittel nachzulesen; man erkennt sich selbst meist nur sehr schlecht, deshalb kann man sich auch nicht selbst ein Mittel heraussuchen, von akuten Problemen abgesehen.

Die Symptome haben eine Hierarchie, ganz oben stehen die Gemütssymptome, daneben auch besondere Symptome die den Patienten von anderen mit ähnlichen Symptomen abgrenzen. Es kann passieren dass von einem Mittel mit hundert Symptomen nur eines passt, dieses aber das Mittel so gut abgrenzt dass dieses Symptom für die Mittelfindung reicht.

Wenn du aber Probleme mit der Mittelwahl hast, warum auch immer, solltest du das unbedingt mit deiner Homöopathin besprechen. Sie weiß warum sie das Mittel gewählt hat und sie wird dir auch sagen können warum sie der Meinung ist dass dieses Mittel zu dir passt.

LG, fuertuefel!
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synkope
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Re: Zweifel: falsches Mittel?

Beitragvon synkope » 4. Dez 2013, 19:58

Hallo greenbeans und fuerteufel,
vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. :D


Wenn Du es tatsächlich noch nie hattest, solltest Du es nicht bekommen, nicht als Erstverschlimmerung, und nicht als Rückspulung. Und wenn, dann vergeht es ja aber wieder, und wird dann eher mild sein (da Du es ja nie wirklich hattest). Davon kann man m.E. jedenfalls ausgehen.
Möglich wäre auch ein sog. aufgesetztes Symptom, also daß man ein Symptom entwickelt auf das Mittel hin, das man noch nie hatte. Eine Mittelprüfung also, Prüfsymptome. Auch die sollten nach nicht allzulanger Zeit wieder vergehen. (immer schön alles aufschreiben, ist mein Tip. Man vergißt manchmal schnell, was war, wenn es dann einmal wieder vorüber ist).
Hm, Herpes zu bekommen und dann womöglich immer wieder wäre mich ein absoluter Supergau und ein todsicherer Grund, das Mittel nicht zu nehmen.
Welche Potenz hast Du denn bekommen? LM Potenzen machen z.B. kaum Erstverschlimmerungen und auch seltenener Prüfsymptome.
Jau, hab eine LM 6 bekommen.
Kannst Du genauer sagen, warum?
Geht es Dir denn gut oder nicht gut mit dem Mittel? "Normalerweise" fühlt man sich eher wohl mit einem richtigen Mittel.
Solltest Du Dich nicht wohlfühlen, irgendein Symptom haben jetzt, egal ob körperlich oder psychisch, wäre eine der ersten Fragen: Kennst Du das von irgendwann früher? Oder kennst Du es überhaupt nicht? Wenn man es kennt, ist es i.d.R. eine Rückspulung, evtl. auch eine Erstverschlimmerung, beides sollte nach nicht allzulanger Zeit dann wieder vergehen. (Ich sage mal, maximal 2 Wochen, aber das ist jetzt nur aus meiner Erfahrung als Patient).
Ich habs noch nicht genommen, eben wegen der Zweifel. :oops:

Es müssen nicht alle passen, also man muß nicht alle Symptome eines Mittels haben. Sonst hätte man ja auch manchmal hunderte Symptome. :lol:
:lol: Das stimmt, aber ich hab mal nachgezählt, von etwa 70 Symptomen treffen keine 10 zu. Keine Ahnung, was das für ein Schnitt ist. Mir kommt es wenig vor.


Hattet Ihr über die Modalitäten gesprochen bei der Anamnese? Also waren sie der H. bekannt? Wenn sie bekannt waren, kann möglich sein, daß sie andere Dinge höher gewichtet hat. Es muß eben nicht alles passen, ein Mittel kann trotzdem das Passende sein.

Ich würde mir folgende Fragen stellen: WAs hat sich verändert? Zum Guten oder zum Schlechten? Wenn zum Schlechten, was wird es wohl sein: ERstverschlimmerung (wäre okay, wenn nicht zu belastend), Rückspulung (auch okay) oder Prüfsymptom (weniger klasse, sollte auf jeden Fall wieder weggehen, gut dokumentieren, den ganzen Verlauf am besten).
Warum genau Dein schlechtes Bauchgefühl? Vielleicht mal versuchen, das genauer zu benennen. Vielleicht klärt sich daraufhin dann mehr, ob das Mittel paßt oder nicht.

Und übrigens: Kennst Du das vielleicht mit dem "schlechten Bauchgefühl"? Ist ein "unsicher oder ängsllich sein" über den "Verlauf der Dinge" vielleicht sogar typisch für Dich? Wer weiß, vielleicht ist genau das eine Rückspulung? Ist jetzt aber nur so eine Idee. /quote]

Aha, ok, jetzt versteh ich das Ganze etwas besser. Aber wie gesagt, genommen hab ich das Mittel noch nicht.
Was mehr KOnkretes kann man eigentlich gar nicht sagen zu Deinem Verlauf. Tut sich nichts, oder hast Du einfach nur nichts darüber geschrieben (was natürlich völlig in Ordnung wäre, ich frage nur). Oft spürt man eine sofortige Wirkung, die dann wieder vergeht, das kann auch vorkommen. Die stellt sich dann aber gemächlich wieder ein, braucht eben manchmal seine Zeit. Manchmal geht es auch ein paar Tage, bis man eine Wirkung bemerkt. Ist unterschiedlich.

Ich weiß nicht, ob das hilfreich war, das fiel mir jetzt dazu ein.

Viele Grüße
greenbeans :wink:
Ich danke dir sehr für deine Hilfe. Ich würde im Bezug auf das MIttel gern etwas konkreter werden, möchte das aber nicht so gern öffentlich tun. Darf ich dir vielleicht eine PN schicken mit dem Mittel und dem ganzen Warum?

meistens ist es nicht hilfreich die Mittel nachzulesen; man erkennt sich selbst meist nur sehr schlecht, deshalb kann man sich auch nicht selbst ein Mittel heraussuchen, von akuten Problemen abgesehen.
Sie hat mir auch gesagt, ich solle es nicht nachschlagen, aber sowas mach ich nicht. Ich möchte wissen, was ich einnehme.
Die Symptome haben eine Hierarchie, ganz oben stehen die Gemütssymptome, daneben auch besondere Symptome die den Patienten von anderen mit ähnlichen Symptomen abgrenzen. Es kann passieren dass von einem Mittel mit hundert Symptomen nur eines passt, dieses aber das Mittel so gut abgrenzt dass dieses Symptom für die Mittelfindung reicht.
Hm, die körperlichen Symptome passen gar nicht und die Gemütssymptome nur seeeeeehr bedingt.
Wenn du aber Probleme mit der Mittelwahl hast, warum auch immer, solltest du das unbedingt mit deiner Homöopathin besprechen. Sie weiß warum sie das Mittel gewählt hat und sie wird dir auch sagen können warum sie der Meinung ist dass dieses Mittel zu dir passt.

LG, fuertuefel!
Ja, das werd ich wohl tun müssen. *seufz*

LG
synkope :wink:

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*brigitte*
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Re: Zweifel: falsches Mittel?

Beitragvon *brigitte* » 4. Dez 2013, 20:50

Hallo synkope,

jetzt würde mich doch mal interessieren, wo Du nachliest, einfach nur um der Neugier willen ;)

Und nur zum Verständnis ... Leitsymptome (z. B. nach Allen) können Dich in die Irre führen, diese sind manchmal richtungsweisend oder unterstützend in der Mittelwahl, aber eben nur manchmal ... und oftmals hilfreich in der rein symptomtischen Behandlung, aber nicht in der konstitutionellen ... und fehlende Symptome schließen ein Mittel nicht aus (denk nur an Sulphur, zu dem schon Hahnemann 3000 Symptome gefunden hat!).

Prinzipiell finde ich es etwas schwierig, hier von möglicher Rückspulung und dergleichen zu reden ... im Laufe einer Behandlung kann das einzig und allein der Behandler beurteilen (gerade die Verlaufsbeurteilung ist A und O einer Therapie), ich finde, dass auch solches oftmals nur verunsichert ... und persönlich möchte ich, dass meine Patienten das mit mir besprechen, wie natürlich jeden möglichen Zweifel wie jede offene Frage auch ... ansonsten muss ich mich fragen, ob das Vertrauensverhältnis zwischen uns nicht stimmt (und das kann nicht gut für den Verlauf sein).

@greenbeans : "an sich ist die erste Verordnung die einfachste" ... wie kommst Du denn da drauf? Lach Du ... so einfach wenn`s wäre ;)

Ich wünsch Euch was Liebes
:wink: Brigitte


   

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