Inwieweit ist Wermut/-tee nervenschädigend?

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holhub
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Registriert: 10. Apr 2003, 19:56

Inwieweit ist Wermut/-tee nervenschädigend?

Beitrag von holhub »

Da Wermut leicht selbst anzubauen ist und man daraus einen der basischten Tees herstellen kann, würde ich gerne wissen, bis zu welchen Mengen (getrunken) er unbedenklich ist.

Danke :cool:

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Kräuterfee
Beiträge: 7699
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitrag von Kräuterfee »

Hallöchen Holhub,

meinste mit Wermut Artemisia absinthum oder den wilden Wermut (Beifuß) Artemisia vulgaris ?
Die werden beide oft verwechselt.
Wermut - Artemisia absinthum
1 Tl (ca. 1,5 g) Wermutkraut auf 150 ml siedendes Wasser, 10-15 min ziehen lassen, abseihen, 2 x täglich
Dir geht es um das Thujon als Nervengift richtig ?
Nebenwirkungen sind bei Überdosierung zu befürchten (Erbrechen, Magen-Darmkrämpfe, Harnverhaltung, in schweren Fällen: Benommenheit, Nierenschäden und zentrale Störungen.

Beifuß - Artemisia vulgaris
1 TL (ca. 1,2 g) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5 min ziehen lassen, abseihen
Nebenwirkung: abortiv, evt. allergen durch vorherige Sensibilisierung

Kräutertees sind Medizin und sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden.
Übrigens wird heute bei Wermutwein z.B. römischer Wermut verwendet (Artemisia pontica) eben wegen Alkoholische Auszüge und Thujon, um sicher zugehen, daß es nicht zum "Absinthismus" wie bei Artemisia absinthum kommt.
Der Gehalt der Pflanze an Thujon im ätherischen Öl und Absinthin sind Schwankungen unterworfen evt. natürliche Pestizide durch Pflanzenstreß - und jahreszeitbedingt.

Infos zu Beifuß findest Du hier in unserem Kräuterlexikon:
http://www.natur-forum.de/lexikon/kraeuter/11.html
Wermut ist leider noch nicht drin.
Hier allgemeine Infos zu Wermut:
http://www.natur-forum.de/forum/viewtop ... ght=wermut
MfG
Kräuterfee

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holhub
Beiträge: 13
Registriert: 10. Apr 2003, 19:56

Beitrag von holhub »

Danke für Deine schnelle Antwort Kräuterfee!

Bei meinem Kraut handelt es sich um Wermut "Artemisia absinthum".
Dessen Nebenwirkungen hören sich nicht gut an.
Unter "zentrale Störungen" muß man doch verstehen, daß bei Überdosierung das Nervensystem angegriffen wird, oder?


//Kräutertees sind Medizin und sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden.//

Ich trinke Zuhause fast nur noch Kräutertees und Leitungswasser (eigene Quelle).
Hauptsächlich mische und wechsle ich (zwischen) Tausendgüldenkraut, Thymian und Zinnkraut, weniger Brennessel u.a.
Wegen der event. Nebenwirkungen bei den sehr basischen Tees
statt Wermut wie gesagt das meiner Meinung nach eher unbedenkliche Tausendg.kraut. (oder?)

Besser 10 L Kräutertee, als eine Cola am Tag ;-)

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Kräuterfee
Beiträge: 7699
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitrag von Kräuterfee »

Hallo Holhub,

na mit dem Wermut muß man es ja nicht übertreiben.
Ab und zu mal ein Tässchen (ich habe in diesem jahr vielleicht ca. 6 Tassen getrunken, weil ich's brauchte); ansonsten mixe ich ihn mal in eine herbe Mischung.
So verbrauche ich noch nicht mal 100 g im Jahr ;-)

Mit dem Tausendgüldenkraut ist es mit der Nebenwirkung nicht so, wie bitter er schmeckt.
Im Tausengüldenkraut befinden sich die Bitterstoffe (Gentiopikrin, Swentiamarin, Amarogentin....) u.a. Stoffe.
Gentiopikrin und Amarogentin kommen auch im gelben Enzian vor, wobei Amarogentin den höchsten Bitterwert hat. (Daher bestimmt Deine Nachfrage)
Diese Bitterstoffe fördern die Magensaftsektretion - > daher ist bei Übersäuerung des Magens und saurem Aufstoßen ein milderes Kräutlein als Tausendgüldenkraut für dyseptische Beschwerden zu bevorzugen.
Sonst wüßt ich für den Tausendgüldenkrauttee allein, keine andere Nebenwirkung.

"Besser 10 L Kräutertee, als eine Cola am Tag "
Hi, hi, da haben wir was gemeinsam - ich trink so was auch nicht (gemeint ist Cola, Fanta und Zuckerwasser-Co. Kg's) :D
:wink:
MfG
Kräuterfee

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