Zum Inhalt

Heilkunst der alten Ägypter

hier ist Platz für alles, was in keinen anderen Themenbereich passt.

Moderatoren: Angelika, MOB

Benutzeravatar
Morgentau
Beiträge: 187
Registriert: 21. Mär 2002, 01:00

Beitragvon Morgentau » 12. Jun 2002, 16:17

Hi,

passt hier viellleicht nur "halb" her:

Die Ärzte der alten ägypter waren ja wegen ihren Heilkunsten "berühmt". Obwohl trotzdem die Kindersterberate sehr hoch war. Wenn man dort 20 Jahre alt wurde konnte man sich sehr glücklich schätzen. Wurde man dann noch 20 Jahre älter-der war dann schon sehr alt für damalige verhätnisse. Jetzt muss man sich mal vorstellen dass die Leute durchschnittlich 30-40(oder weniger) Jahre alt wurden, heutzutage das durchschittsalter 78(?) und dann wurde ramsesII. über 90 Jahre alt!

Jetzt bin ich aber vom Thma abgewichen. Die Heilkunst der alten Ägypter: (vielleicht interesierts ja jemanden):

Ein auszug aus einem "medizinischen Papyri."

Behandlungsmethoden

Im Papyrus Edwin Smith, den man am ehesten als chirurgisches Lehrbuch bezeichnen kann, wird im folgenden eine Kopfverletzung untersucht. In diesem Fall ist dies "eine Krankheit die man nicht behandeln kann".

(Übersetzung von Wolfhart Westendorf, 1966)

(1. Überschrift:)

Informationen über eine Klaffwunde an seinem Kopf, zersplittert ist sein Schädel.

(2. Untersuchung:)

Wenn du einen Mann untersuchst mit einer Klaffwunde an seinem Kopf, die bis zum Knochen reicht, zersplittert ist sein Schädel; dann sollst du seine Wunde abtasten, und findest du jenen Splitterbruch der ab seinem Schädel ist, tief (und) eingesunken unter deinen Fingern; die Anschwellung, die auf ihm ist, steigt hoch; er gibt Blut aus seinen Nasenlöchern (und) aus seinen Ohren; er leidet an Versteifung in seinem Nacken; nicht kann er auf seine Schultern und seine Brust blicken.

(3. Diagnose:)

Dann musst du sagen: einer mit einer Klaffwunde an seinem Kopf, die bis zum Knochen reicht; zersplittert ist sein Schädel; er leidet an Versteifung in seinem Nacken. Eine Krankheit, die man nicht behandeln kann.

(4. Behandlung:)

Du sollst ihn nicht verbinden, (sondern) zur Erde legen auf sein Ruhebett, bis die Zeit seines Leidens vorübergegangen ist.

(5. Erklärung:)

Was anbetrifft: zersplittert ist sein Schädel.

Das bedeutet: zersplittert ist sein Schädel, indem die Knochen(splitter), die infolge jenes Splitterbruches entstanden sind, eingesunken sind zum Innern seines Schädels. Es hat das Buch "Über die Wunden" da(zu) gesagt: Das ist ein Zersplittern seines Schädels in viele Stücke, die eingesunken sind zum Innern seines Schädels.


Jens
Beiträge: 74
Registriert: 4. Dez 2001, 01:00

Beitragvon Jens » 17. Jun 2002, 12:58

Hallo Morgentau,

als ich Dein Thema gelesen hatte, ist mir eingefallen, dass ich mal etwas ueber Trepanation (i.e. chirurgischer Eingriff am Schaedelknochen) bei den Kelten gelesen habe. Von denen sollen angeblich auch die Griechen und Roemer ihre Kenntnisse diesbezueglich haben. Auf alle Faelle gab es schon in der Steinzeit Faelle von Schaedeloperationen (am Gehirn selber spuert man ja eh keinen Schmerz) und bei spaeteren Kulturen kamen die auch oefter vor.

Falls es Dich interessiert, hier der link:
http://www.unet.univie.ac.at/~a8700035/trepalt.html

Allerdings halte ich die "Heilkunst" nicht fuer besonders gut, wenn unter Behandlung steht:
"Du sollst ihn nicht verbinden, (sondern) zur Erde legen auf sein Ruhebett, bis die Zeit seines Leidens vorübergegangen ist." :-?
Daraus lese ich "Leg' ihn hin und lass' ihn in Ruhe sterben" :roll:

MfG
Jens

Benutzeravatar
Morgentau
Beiträge: 187
Registriert: 21. Mär 2002, 01:00

Beitragvon Morgentau » 17. Jun 2002, 13:41

Hi Jens!

Obwohl die Ägypter früher berühmt waren für ihre "Heilkunst", obwohl sie viele Krankheiten trotzdem nicht heilen konnten. Vor allem Zahnschmerzen waren weit verbreitet wegen dem ganzen Sand im Essen(zähne wurden stark abgenutzt).

Wegen dem Medizin. Papyrus den ich ins Forum gestellt habe - ich weiss leider nicht, wann dieser verfasst wurde, ich werd aber mal nachfragen!

Im laufe der Zeit verbesserten sich die behanlunsmethoden immer mehr sie schafften auch eine Trepantation.

Hier mal ein paar Infos:

Hallo ihr,

die sog. Trepanationen (=Schädelöffnungen) wurden zum Druckausgleich beispielsweise bei Tumoren, Epilepsie, Knochenentzündungen, Hydrozephalus (Wasserkopf), Enzephalitis (Hirnentzündung) angewendet. In der Bronzezeit waren diese Operationen übrigens weitaus öfter als im Alten Ägypten verbreitet.

Eine Betäubung bei einer Schädelöffnung ist übrigens insofern wichtig, da der Patient keinerlei Bewegungen machen sollte, da der Operateur ansonsten die Hirnhaut (Dura mater) verletzen könnte, was zu erheblichen Blutungen führt.

Man kann übrigens an den Verwachsungen der Knochen am Schädel auch erkennen, wie lange der Patient nach der Operation noch gelebt hat. In einigen Fällen war das sogar noch eine ganze Zeit. Die Überlebensrate von Trepanationen in der Steinzeit und im Altertum schien aber tatsächlich um die 60-70% betragen zu haben.

Die Todesfälle in bezug zu Trepanationen kann man in drei Gruppen unterteilen:

1. Tod während der Trepanation. Die hauptsächliche Ursache dafür war, daß der Operateur die Hirnhäute verletzte und die dadurch entstehende Blutung zum Tod des Patienten führte, sei es durch den Blutverlust (nur wenn große Gefäße oder ein Sinus verletzt wurde), sei es durch die dadurch entstehende Kompression des Gehirnes.

2. Tod als Folge einer Trepanation. Hier sind vor allem Infektionen zu nennen, die entweder eine Sepsis (Blutvergiftung) oder eine Meningitis (Hirnentzündung) hervorriefen. Auch könnte so mancher Todesfall durch übermäßige Anwendung des Narkosemittels verursacht worden sein.

3. Tod trotz Trepanation. Vor allem bei schweren Verletzungen, bei starken Entzündungen, bei Knochenmetastasen im Schädel usw. war eine therapeutische Trepanation vergebens - der Patient wäre auch ohne ihre Durchführung verstorben.

Die Ägypter kannten übrigens eine ganze Reihe von Heilpflanzen, darunter auch einige, die noch heute verwendet werden. Nicht nur die Alrauna (Mandragorapflanze) wurde zur Schmerzbetäubung oder auch als Schlafmittel benutzt. Sondern auch beispielsweise der Schlafmohn, der ja ebenfalls zu den opiathaltigen Heilpflanzen zählt. Außerdem gilt noch Hanf/Cannabis, Bilsenkraut, Stechapfel, Eibe, Eisenhut und Schierling als betäubend.


Bild

Nochmal was zu den Zähnen:

Im Schacht einer Mastaba bei Gisa fanden sich außerdem 1929 zwei Zähne, die kunstvoll mit Golddraht aneinander fixiert waren. Und in den Kiefern von Mumien schließlich entdeckten Forscher auch künstliche Zähne.


Diese Konstruktionen, von denen es noch ein paar mehr gibt, sind allem Anschein nach lediglich den Toten eingesetzt worden um sie für das Leben nach dem Tot zu komplettieren.

Hier mal ein Foto von den beiden Zähnen, die mit Golddraht zusammengehalten wurden:

Bild

Benutzeravatar
Kräuterfee
Beiträge: 7701
Registriert: 29. Nov 2001, 01:00

Beitragvon Kräuterfee » 4. Nov 2003, 10:54

Die Ägypter haben ihre Toten mit Zedernholzteer und nicht wie bislang angenommen mit Wacholderextrakt einbalsamiert.
Dies haben Wissenschaftler der Universität Tübingen und dem Münchner Doerner-Institut bei der chemischen Analyse von 3500 Jahre altem unbenutztem Balsam herausgefunden. Die Forscher identifizierten unter anderem den Wirkstoff Guajakol, der eine bemerkenswerte konservierende Wirkung habe.
Der Begriff Kedros, den der Grieche Herodot (490 bis 425 vor Christus) bei der Beschreibung einer Mumifizierung benutzte, lässt sich jedoch sowohl mit Zeder als auch mit Wacholder übersetzen. Die Zeder wächst vornehmlich im Libanon. Zu dem Fehlschluss kam es vermutlich, als in der Hand einer Mumie Öl getränkte Wacholderbeeren entdeckt wurden.
Guajakol ist über Jahrhunderte auch im Abendland genutzt worden. Es ist Bestandteil alter Heilsalben. Die Substanz entsteht auch beim Räuchern von Schinken.
MfG
Kräuterfee


   

Zurück zu „Sonstiges“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron