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Der Haselnuss-Strauch – ein Frühlingsbote

Verfasst: 4. Mär 2020, 18:45
von Angelika
Da der Haselnuss-Strauch bereits ab Februar bis in den März hinein blüht, zählt er zu den Frühlingsboten in der Natur und kündigt den begonnenen Vorfrühling an.
Die Gemeine Hasel (Corylus avellana), gehört zu den Birkengewächsen und ist bereits seit der Eiszeit ein heimischer Strauch, der an Säumen und Hecken und in lichten Wäldern zu finden ist und auch sehr häufig angepflanzt wird.
Die Blüten der Haselnuss erscheinen von Februar bis April – also bereits lange vor dem Laubaustrieb. Die Blüten der Hasel sind einhäusig.
Die männlichen Blütenstände, die auch als Kätzchen bezeichnet werden, erreichen eine Länge von 8 -10 cm und fallen sowohl durch ihre Größe als auch durch ihr zeitiges Erscheinen im Jahr auf.
Die weiblichen Blüten hingegen sind eher unscheinbar und werden leicht übersehen. Nur ihre roten, winzigen Narben schauen aus der noch geschlossenen Zweigknospe heraus.
Die gelben Blütenpollen der Hasel verursachen häufig Auslöser von Allergien.

Die Früchte der Haselnuss reifen etwa ab September. Sie verfärben sich dann bräunlich und fallen zu Boden. Nach Entfernen der Schale können die sich darin befindlichen Nüsse gegessen werden. Unbeschädigte Früchte können getrocknet gelagert werden.
Viele Wildtiere mögen Haselnüsse. Sie sind ideale Nahrung für Eichhörnchen, Eichelhäher und Haselmäuse.

Die Kätzchen ergeben einen wundervollen „Blutreinigungstee“, der bei Husten empfohlen wird oder allgemein als Frühlingstonikum,
1EL Kätzchen frisch oder getrocknet auf eine Tasse kochendes Wasser geben, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
Der Tee wirkt Schweiß treibend, regt den Stoffwechsel an und wird auch empfohlen für alle Menschen, die abnehmen möchten.

Die Knospen können auch als Gewürz verwendet werden, Kätzchen samt Blütenstaub frisch oder getrocknet als Streckmehl und zum Einlegen, über Müsli und Suppen.

Eingelegte Kätzchen
Ganz junge Haselkätzchen mit einem Teil Essig und einem Teil Apfelsaft, Wacholderbeeren, Nelken, Piment, Pfefferkörnern und etwas Salz aufkochen, zehn Minuten simmern lassen und heiß in Schraubgläser füllen.
Einige Wochen ziehen lassen. Zu Brot, Braten und Gemüse oder als Chutney mit Äpfeln und Zwiebeln noch einmal aufkochen.

Der Tee aus den Haselblättern wirkt blutreinigend und blutstillend. Er wird außerdem bei Husten und Darmkatarrh getrunken.
Zwei Teelöffel der Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen.
Junge Blätter kann man auch in Salat, Gemüse, Smoothie, Rouladen und Füllungen mischen.

Nicht nur als Nahrung war die Haselnuss wichtig. Zweige und Äste wurden als Wünschelruten verwendet, um Wasseradern zu finden.
Das Holz galt als besonderer Leiter für Energieströme und wurde das ganze Mittelalter hindurch auch als Blitzableiter genutzt. Entweder wurde dazu ein Hasel neben das Haus gepflanzt oder ein Zweig bei beginnendem Gewitter ans Fenster gesteckt.