Seite 1 von 1

Heilpflanze des Jahres 2020 – Gemeine Wegwarte

Verfasst: 21. Okt 2020, 20:23
von Angelika
Für das Jahr 2020 wurde vom Verein NHV Theophrastus die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) gekürt.

Ihr blaublühendes Aussehen, Eigenarten, Heilkraft und Zauber der Wegwarte haben ihr im Laufe der Jahrtausende zahlreiche Namen eingebracht. Allein im deutschsprachigen Raum kommen ihr mehr als 60 Namen zu.
Ihr botanischer Name lautet Cichorium intybus, die lateinische Version für Zichorie, Wegwarte, Endivie. Die Wegwarte gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) und ist in Europa, Vorderasien, Nordafrika, Amerika, Australien und Neuseeland beheimatet.
Zu ihren Inhaltsstoffen zählen Bitterstoffe, Flavonoide, Hydroxycumarine, Inulin, Kaffeesäurederivate und Pentosane.
Die Gemeine oder Gewöhnliche Wegwarte war 2005 bereits »Gemüse des Jahres.
Ihre geröstete Wurzel diente vor allem in mageren Zeiten als koffeinfreier Kaffeeersatz (Zichorien-Kaffee, Muckefuck).
2009 wurde die heimische Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) zudem dank ihrer hübschen himmelblauen Zungenblüten zur »Blume des Jahres« gekürt. Sie blüht von Juni/Juli bis Oktober und wächst in Mitteleuropa häufig an Wegrändern.
Als traditionelles Arzneimittel zugelassen kann die Wurzel der Wegwarte leichte Verdauungsbeschwerden lindern sowie gelegentlichen Appetitmangel. Darüber hinaus kommen Kraut und Wurzel in der Erfahrungsheilkunde bei Hautproblemen oder Schwäche zur Anwendung. Auch hat sich die Heilpflanze als wirksames Mittel zu Entgiftung im Frühjahr bewährt.
Die Homöopathie weiß ebenfalls um die Heilkraft der Wegwarte und verarbeitet frische über der Erde liegende Pflanzenteile zur Urtinktur. In potenzierter Form wird diese bei chronischen Lebererkrankungen verordnet.
Der griechische Arzt Hippokrates sprach der Wegwarte kühlende Wirkung zu. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere empfahl die Heilpflanze bei Beschwerden an Blase, Leber und Nieren.
Hildegard von Bingen wußte um ihre verdauungsfördernden Kräfte und der Schweizer Arzt Paracelsus verordnete das Kraut zur Entgiftung sowie zur Behandlung der Lepra.
Gegen die Gicht empfahl sie der Arzt und Naturforscher Adam Lonitzer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp und riet zu Auflagen bei schmerzhaften Entzündungen.
In den Wurzel der Wegwarte steckt wahrlich eine Apotheke gegen dyspeptische Beschwerden: Bitterstoffe, Inulin, Cichoriin, Gerbsäure, ätherisches Öl. Jedes für sich könnte bei Verdauungsbeschwerden hilfreich sein. Allerdings macht auch hier wie so oft in der Pflanzenheilkunde die Kombination der Inhaltsstoffe die Wirkung. „Durch die Aktivierung der Verdauungssäfte ist die Wegwarte bestens geeignet für eine reinigende Frühjahrskur“, meint Konrad Jungnickel vom NHV Theophrastus.A

Die Wegwarte war schon bereits vor Christus als Gemüse auf der Speisekarte. Ob als nahrhafter Salat, Ersatz für Spinat in Saucen oder Suppen oder als Bittertee, die Wegwarte findet in der Küche vielerlei Verwendung.
Als Tee aus der fein geschnittenen Wurzel regt das Heilkraut, eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit ungesüßt getrunken, die Magen- und Verdauungssäfte an, sodass gesunde Nährstoffe leichter aufgenommen und ungesunde aus dem Körper heraus gespült werden können.

Mehr darüber
viewtopic.php?f=47&t=16117&p=87483&hili ... rte#p87483
und
https://www.natur-forum.de/kraeuter/Wegwarte.html