Wiesenschaumkraut-die wilde Kresse

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Angelika
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Wiesenschaumkraut-die wilde Kresse

Beitrag von Angelika »

Zeitig im Frühjahr blüht das Wiesenschaumkraut, je nach Wetter schon von Ende März, Anfang April bis Juni. Ganze Wiesen kann die Pflanze in ein großes Blütenmeer verwandeln, wenn diese feucht genug sind. Die einzelnen Blüten des Wiesenschaumkrauts sind unterschiedlich gefärbt. Die meisten sind so blass gefärbt, dass sie fast weiß erscheinen; oder sie sind blass lila oder blassrosa.
Auch heute noch ist das Wiesenschaumkraut eine häufige Pflanze, die überall in Deutschland vorkommt
Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) gehört zu den Kreuzblütengewächsen. und ist eine vielseitige Heilpflanze.
Der Name Wiesenschaumkraut beschreibt die Tatsache, dass sich an den Stängeln Schaum bildet. Dieser Schaum wird jedoch nicht von der Pflanze selbst produziert, sondern von der Larve der Schaumzirkade, welche sich aktiv in den Stängel des Wiesenschaumkrautes hinein bohrt, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Alle Pflanzenbestandteile sind essbar, das Wiesenschaumkraut als Nahrungsmittel ist jedoch in Vergessenheit geraten.
Das Kreuzblütengewächs schmeckt intensiv würzig und ein wenig scharf, sein Aroma erinnert merklich an Gartenkresse.
Im Jahr 2006 wurde das Wiesenschaumkraut von der Deutschen Stiftung Naturschutz zur Blume des Jahres erkoren.
Im Volksmund wird das Wiesenschaumkraut auch als Wilde Kresse, Strohblume oder Bettbrunzer bezeichnet. Für arzneilichen Zwecke wird nur das Kraut der Heilpflanze verwendet. Das ganze Kraut kann gesammelt werden.
Im Wiesenschaumkraut sind eine ganze Reihe von arzneilichen wirksamen Substanzen vorhanden, darunter Glucosinolate, Kalium, Glykoside, Eisen, Bitterstoffe, Magnesium, Vitamin C, Schwefel sowie ätherische Öle.
Als Hauptindikationen für eine unterstützende Behandlung mit Wiesenschaumkraut gelten Frühjahrsmüdigkeit, Leberschwäche, rheumatische Erkrankungen, Diabetes, Hautkrankheiten und Skorbut aufgrund des hohen Vitamin C Gehaltes.
Wiesenschaumkraut enthält erhebliche Mengen an Magnesium, Eisen und Kalium in einer natürlich gebundenen Form und kann so über die Symptome einer Frühjahrsmüdigkeit hinweghelfen.
In der Naturheilkunde hat Wiesenschaumkraut bis heute eine hohe Bedeutung für Gesundheit und Vitalität. Besonders geschätzt wird die belebende und blutreinigende Wirkung dieser potenten Heilpflanze.
Die blutreinigende Wirkung geht insbesondere zurück auf die im Wiesenschaumkraut enthaltenen Senfölglycoside. Nieren und Leber werden angeregt, hilfreich ist Wiesenschaumkraut gegen Blutarmut, Unterleibsschmerzen oder Rheuma. Bei einer vermehrten Infektneigung durch ein geschwächtes Immunsystem kann eine Kur mit Wiesenschaumkraut die Abwehrkräfte wieder stärken.
Darüber hinaus gilt Wiesenschaumkraut als Heilmittel für den gesamten Magen-Darm-Trakt. Denn es wirkt nicht nur allgemein Stoffwechsel anregend und entschlackend, sondern auch verdauungsfördernd, indem es den Gasfluss erhöht. Wegen seiner durchspülenden, harntreibenden und gleichzeitig leicht desinfizierenden Wirkung eignet sich Wiesenschaumkraut in Form von Presssaft oder Tee auch zur Vorbeugung von Infektionen an Blase oder Nieren.
Schon Hildegard von Bingen empfahl die Pflanzenextrakte aus dem Wiesenschaumkraut zu Behandlung und Heilung von Wurmerkrankungen bei Mensch und Tier.
Als Wurmmittel ist die Heilpflanze jedoch heute wieder in Vergessenheit geraten. Bei chronischen Hauterkrankungen wie beispielsweise Schuppenflechte oder Akne kann Wiesenschaumkraut erfolgreich innerlich und äußerlich angewendet werden.
Es strotzt vor gesunden Inhaltsstoffen, sollte allerdings in Maßen genossen werden, da die enthaltenen Senföle – wie auch in der geschmacksverwandten Kresse – den Magen reizen können. In normalen Dosen verspeist, soll das Kraut durch seinen hohen Vitamin C-Gehalt antibiotisch wirken.
Ein Tee darauf aufgebrüht wirkt angeblich schleimlösend und befreit die Bronchien.
Das Wiesen-Schaumkraut wird unter anderem als Tee verabreicht, da es Stoffe wie Senfölglykoside und Vitamin C enthält.
In der traditionellen Heilkunde dient der Tee als Mittel gegen Rheuma und andere Schmerzzustände. Heilwirkungen beruhen vor allem darauf, dass die Inhaltsstoffe auf Niere und Leber anregend wirken. Dieser Wirkung verdankt das Kraut auch seine volkstümliche Bezeichnung „Harnsamen“.

Alle Teile des Wiesenschaumkrauts sind essbar. Der Geschmack ist „kresseartig“ und aufgrund der enthaltenen Senföle scharf. Der Stängel ist etwas zäh, die Blätter sind zart aber recht scharf. Mild und fast nussig hingegen sind die Blüten. Die kleinen Stiele, die vom Haupt-Stängel zu den Blütenständen führen, kann man getrost mitessen.

Besonders als Salatbeigabe oder für Kräutersuppen eignet sich das gesamte Kraut. Die Blüten sind ein leckerer Brotaufstrich.

Nur in Maßen verzehren, da es sonst zu Reizungen der Magenschleimhaut kommen kann.
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