Zum Inhalt

Nacktschnecken

hier wird über Anbau , Pflege und Ernte von Pflanzen und Kräutern diskutiert

Moderatoren: Angelika, MOB

Gast

Beitragvon Gast » 20. Mai 2001, 11:50

Hallo, wie kann man Schnecken aus dem Garten
vertreiben, ohne Gift?


Benutzeravatar
mamje
Beiträge: 230
Registriert: 3. Mai 2001, 02:00

RE: Schnecken

Beitragvon mamje » 20. Mai 2001, 21:56

*lachwech*
ein ewig interessantes thema..........
also mal im ernst..........
ein bekannter hat sich chinesische laufenten gekauft, die sind wie verrückt nach nacktschnecken.
ich sammel meine einfach ein und, weil ich ein absoluter tierfreund bin, setze ich sie in freier natur wieder aus.
ansonsten - muß ich ehrlich zugeben - streue ich schneckenkorn.
die biester nehmen nämlich überhand und fressen alles weg, was ich eigentlich auch gerne essen möchte.
wirklich los wirste die schnecken nie.
wenn deine weg sind, kommen die vom nachbarn.
leider keine befriedigende antwort für dich, aber vielleicht kann uns jemand andrer helfen.
bin selber neugierig........

gruß von
mamje, die bis jetzt noch keine nacktschnecke in ihrem garten gefunden hat, aber der dill war schon wieder abgefressen, leider

Benutzeravatar
paul
Beiträge: 3200
Registriert: 5. Mai 2001, 02:00

Schnecken vertreiben ohne Gift

Beitragvon paul » 20. Mai 2001, 22:30

> wie kann man Schnecken aus dem Garten
vertreiben, ohne Gift?
Hallo,

ich buddel z.B. leere Joghurtbecher bis zum Rand ein und fülle bis zur Hälfte Bier hinein. Von diesem Geruch werden die Schnecken angelockt und "tappen" in diese Bierfalle. Da sie nicht schwimmen können, ... :smile:

Probier´s einfach mal aus; es hilft bestimmt.

Übrigens: Die Biermarke spilet keine Rolle!

Gruß: Paul

Gast

Beitragvon Gast » 21. Mai 2001, 12:16

Es gibt ein Mulchmaterial für den Gemüsegarten und andere Beete, welches sogar schneckenabwehrend ist

und sich zudem positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt. Dieses organische Material besteht aus Stroh, Holzhäcksel und Stärke.

Durch Begießen wird das Material in ganz kurzer Zeit verwendungsfähig und etwa 1-2 cm dick ausgebracht, etwas angedrückt und angegossen. So
ergibt sich eine ziemlich feste Schicht, und das Wachstum der Samenunkräuter wird unterdrückt. Zudem wird die Bodenstruktur geschützt.

Benutzeravatar
mamje
Beiträge: 230
Registriert: 3. Mai 2001, 02:00

Beitragvon mamje » 21. Mai 2001, 21:02

hm...........
also, dass mit dem bier hab ich auch schon probiert, aber ausser ewig viel wespen ist nix in den bechern gewesen )-:
aber die sache mit dem mulch interessiert mich schon sehr.
vielleicht könntest du - anonymer user - etwas genauer schreiben, wie das zeugs heißt, oder worauf man beim kauf achten muß.
steht da irgendwo drauf, dass der mulch
schneckenabweisend ist¿
würde mich schon sehr interessieren.

liebe grüße von
mamje, die ihre zuchinis dieses jahr lieber selber essen will *grinz*

Verena
Beiträge: 4
Registriert: 10. Mai 2001, 02:00

Beitragvon Verena » 26. Mai 2001, 12:38

Hallo!
Gegen Schnecken hilft auch, wenn man die Blumen morgens statt abends gießt (die Schnecken mögens gerne feucht und sind ja meistens nachts unterwegs). Wenn man die Schnecken tötet, lockt das andere an; also lieber wegtragen oder so. Eidechsen und Igel fressen aber auch Schnecken. Wenn man einen Garten hat, in dem sie sich wohl fühlen, hilft das schon viel.


Gast

Beitragvon Gast » 31. Mai 2001, 18:37

[quote]
Hallo,

ich buddel z.B. leere Joghurtbecher bis zum Rand ein und fülle bis zur Hälfte Bier hinein. Von diesem Geruch werden die Schnecken angelockt und "tappen" in diese Bierfalle. Da sie nicht schwimmen können, ... :smile:

Probier´s einfach mal aus; es hilft bestimmt.

Übrigens: Die Biermarke spilet keine Rolle!

Gruß: Paul

hallo zusammen, das ist schön und gut, aber mit bier lockst du aaaalle schnecken der umgebung ran...;-)

Gast

Beitragvon Gast » 8. Jun 2001, 19:19

Ich habe eine Schere, die ist ausschließlich reserviert für Schnecken. Aber auch wenn es Tage gibt, wo ich sie massenweise zerschnipsele, es kommen immer neue. Irgendwo aber habe ich das Gefühl, ich tue meinem Garten ein gutes Werk.
Wenn übrigens ein Igel Schnecken mampft, die an Schneckenkorn verreckt sind, stirbt auch der Igel (habe ich schon öfters gehört). Ich nehme an, er stirbt, wenn er versehentlich Schneckenkorn mitisst. Deshalb Korn nur da streuen, wo keine Igel hinkommen.

Die Bierfalle werd ich mal probieren. Am besten mit Nürnberger "Tucher" - Bier, das ist eh ungenießbar.

.....und tschüß

Gast

Beitragvon Gast » 29. Jun 2001, 16:42

Wenn es mit dem Vertreiben etc. nicht so klappt... es gibt immer wieder Pflanzen, die trotz Schneckenplage gut gedeihen. Walderdbeeren zum Beispiel, davon gibt es verschiedene Gartensorten...
Lavendel und Ringelblume scheinen ungerührt, Zitronenmelisse wächst ebenfalls
Johanna

Gast

Beitragvon Gast » 29. Jun 2001, 20:03

Hallöchen,

ich habe jetzt eine Abdeckung unten mit Wurmfarn, obendrauf mit Lavendel ausprobiert, scheint zu klappen...
leider möchte ich meinen lavendel nicht ganz so berupfen, habe bloß die Stengel davon genommen - die Blüten habe ich getrocknet...
Setze jetzt eine Pflazen-Jauche an, zum Düngen und Spritzen, soll auch helfen - wenn's stimmt, gebe ich das Rezept mal bekannt.

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 5. Jul 2001, 19:45

Hallöchen,

jetzt nach knapp einer Woche, habe ich im Kräuterbeet Ruhe, natürlich habe noch eine Schicht Wurm-Farn darauf gedeckt, da er bei der Hitze schnell trocken wird.
Meine Jauche scheint auch zu helfen.
Da ich aber nicht so viele Kräuter hatte, mußte es eine Mischung aus Brennessel, Lavendel, Schachtelhalm und Borretsch tun.
Erst habe ich eine Düngung gemacht (In Töpfen, da bewässere ich meine Gurken, Zucchinis und Tomaten (die mögen ja kein Wasser auf dem Kopf *ggg* - gespritzt habe ich damit noch nicht und auch da habe ich die Abdeckung aus Farn und Lavendel erneuert. Ebenfalls habe ich etwas Jauche unter die Pflanzen getan.
Ergebnis-> Keine neuen Fraßspuren mehr!

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 6. Jul 2001, 11:37

Hallöchen,

der Farn trocknet zu schnell, jetzt ging es wieder los mit der Fresserei :-(((

Werde jetzt Kaffeesatz und Eierschalen (zerkleinert) streuen - Schnecken mögens glatt und schleimig *ggg* und dann noch Niem besorgen...

MfG
Kräuterfee

Gast

Beitragvon Gast » 12. Jul 2001, 07:38

Hallo Kräuterfee,
witzigerweise hab ich auch einen Versuch mit Wurmfarn gestartet, Wurmfarn wie Tee bereitet, in ein "Schneckenversuchslabor" (Blumentopf) kamen zuerst große und kleine Schnecken hinein - und dann konnte ich die "Lieben" mit dem abgekochten Wurmfarnblättern richtig leiten. Den Geruch dürften sie wirklich überhaupt nicht ausstehen können. Über Nacht gab es eine Abdeckung aus Plastik,- ich wollte sehen was Schnecken mit dem Wurmfarn auf Dauer so anstellen - am nächsten Tag war der Farn fast gefressen - ich hab den Verdacht, daß das so richtige Fressmaschinen sind - aber kurzfristig hat es wirklich geholfen. Fazit: Wurmfarngeruch hält sie ab - trockener Wurmfarn ist kein Hinderniss.

Was bei mir ganz gut wirkt: Um die zu schützenden Bereiche hab ich Asche aufgebracht - die muß man allerdings nach jedem Regen erneuern - da kommen aber die Schnecken wirklich nicht darüber, da die Asche Flüssigkeit anzieht und den Schnecken entzieht.... die Asche nehm ich von meiner "Erdloch-Grillstelle".

Liebe Grüße
Ingrid

Gast

Beitragvon Gast » 12. Jul 2001, 10:50

Hallo Ingrid,

ja, Du hast recht, wie ich auch schon sagte, vertrocknet der Farn so schnell...

Leider habe ich nicht so viel Asche :-(

Habe gerade folgendes gelesen:

Schale mit Schneckenkorn
Fraßgift heißt eine Alternative, ist aber kein Gift. Es handelt sich um ein Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisenphosphat. Wenn die Schnecken dies fressen, zerfällt es in die Düngestoffe Eisen und Phosphat und bewirkt so einen sofortigen Fraßstopp. Die Folge ist, dass die Schnecken verhungern.

Fläschchen mit Krankheitserregern
Wissenschaftler haben verschiedene Krankheitserreger gefunden, die nur ganz bestimmte Wirte befallen und sie außer Gefecht setzen: Bakterien und Fadenwürmer. Sie sind in kleinen Fläschchen zu kaufen. Die Bakterien werden gegen Larven der Stechmücke, gegen Raupen von Kohlweißlingen oder gegen Kartoffelkäfer eingesetzt. Die Fadenwürmer sind spezialisiert auf Larven von Dickmaulrüsslern, auf Maulwurfsgrillen und auch Schnecken. Die nützlichen Krankheitserreger werden einfach ins Gießwasser gegeben oder die Pflanze damit bespritzt. Weitere natürliche Feinde - insbesondere für Blattläuse - sind im Fachhandel erhältlich.
(aus ZDF-Ratgeber "Volle Kanne, Susanne")


MfG
Kräuterfee, die am Samstag bei dem Regen 30 Schnecken gefunden hat :-((((

Benutzeravatar
pilotemil
Beiträge: 46
Registriert: 30. Jul 2001, 02:00

RE: Schnecken vertreiben ohne Gift

Beitragvon pilotemil » 4. Aug 2001, 11:16

Hallo ihr armen Schnechneckengeschädigten,

der Gedanke an die Igel hat mich dann doch sehr getroffen, denn wir haben viele Freunde unter ihnen und sogar einen alten Bekannten namens Elvis, den wir über den Winter gedracht haben, der bei uns geblieben ist und jeden Winter seine Styroporvilla am Haus bezieht.(...nachdem er am Fensterbrett Unmengen von Katzenfutter vertilgt hat!)

Der folgende Artikel aus erster Hand holt zwar nicht gerade die rote Flagge ein aber er beruhigt mich und Elvis etwas:

........................................
Zwischenbericht "Vergiftungsgefahr von Igeln durch metaldehydhaltige Schneckenkörner"
Walter Mollet, Affoltern/Schweiz

Zu diesem Thema liegen uns drei Untersuchungen vor. Herr Prof. Ch. Schlatter (Institut für Toxi-kologie) hat insgesamt sieben tote Igel untersucht. An der Wilduntersuchungsstelle des Institutes für Tierpathologie der Uni Bern wurden 7 tote Igel analysiert. Zudem geht eine Arbeit aus England (The Veterinary Record, March 16, 1991, I.F. Keymer, E.A. Gibson, D.J. Reynolds) auf die Todesursache von 38 Igeln ein.
Die dem Toxikologischen Institut übergebenen toten Igel wiesen Symptome einer Vergiftung auf. Zudem seien Schneckenkörner in der Umgebung der Tiere gefunden worden, so daß eine Vergiftung durch Schneckenkorn vermutet wurde.
Schlatter hat in einer sehr präzisen Untersuchung mit modernsten Meßmethoden nicht die geringsten Spuren von Metaldehyd nachweisen können.
Die vorliegenden Resultate bestätigen den Verdacht einer Metavergiftung in keiner Weise. Krampfartige Symptome sind recht unspezifisch und darum nicht als gewichtiges Indiz für eine Metavergiftung zu werten. 40 tote Igel, welche mit dem Verdacht auf eine Vergiftung (24 Igel im Jahre 1990, 16 Igel in den Jahren 1987- 88) ans Institut für Tierpathologie der Uni Bern gelangten, wurden dahingehend unter-sucht. Die Haupttodesursache war in den meisten Fällen ein starker Parasitenbefall. Metaldehyd konnte in keinem einzigen Fall nachgewiesen werden. Vier Tiere zeigten jedoch Nierenveränderungen, welche möglicherweise die Folge einer Vergiftung, jedoch nicht einer Metaldehyd-Vergiftung sein könnten. Da der Nachweis auf Metaldehyd negativ ausfiel, ein direkter Toxinachweis auf ein anderes Gift nicht gemacht wurde (sehr aufwendig und teuer), bzw. nicht gemacht werden konnte (fortgeschrittene Verwesung) bleibt die Ursache - speziell der Nierenveränderungen - unklar.
Es scheint, daß sehr viele Igel an Parasiten oder anderen Ursachen zugrunde gehen. Das bei vielen Krankheiten auftretende Bild einer allgemeinen Schwäche wird oft mit dem Bild einer Vergiftung verwechselt.
Die Untersuchung aus England zeigt ganz klar, daß Igel Metaldehyd aufnehmen können. Von den 35 untersuchten Tieren (die alle Opfer des Straßenverkehrs wurden), konnte bei drei Tieren Metaldehyd nachgewiesen werden (zweimal im Magen und einmal in der Leber). Im übrigen liegt uns eine Analyse aus England vor (Veterinary Investigation Center Carmarthen) in welcher bei einem toten Igel Metaldehyd nachgewiesen werden konnte (61 mg/kg in der Leber). Dieser vergiftete Igel wurde von einer Igelstation zur Analyse eingeschickt. Der Verdacht auf Vergiftung wurde bestätigt.
Wie können wir nun diese Analysen deuten? Sicher ist einmal, daß Schneckenkorn nicht der "Igelkiller" ist, für das es immer gehalten wurde. Es scheint, daß sehr viele Igel an Parasiten, Lungenentzündungen oder anderen natürlichen Ursachen zugrunde gehen.
Das von vielen Igelfreunden interpretierte Krankheitsbild der Vergiftung ist unspezifisch. Wir sollten bessere und genauere Methoden entwickeln, um Metaldehydvergiftungen (und nicht nur solche) diagnostizieren zu können. Ob dies aber überhaupt möglich ist?
Die Untersuchungen von Schlatter und Schwiete belegen eindeutig, daß die diagnostizierte Vergiftung durch Metaldehyd bei keinem der untersuchten Igel die Todesursache war.
Andererseits beweist die Untersuchung aus England ganz klar, daß Igel ohne weiteres Metaldehyd in für sie schädlicher Menge aufnehmen können.
Warum man in England offenbar Metaldehyd in Igeln nachweisen konnte und in der Schweiz nicht, ist Gegenstand momentaner Abklärungen.
Trotzdem möchten wir festhalten, daß metaldehydhaltige Schneckenkörner nach wie vor giftig sind. Die Hinweise auf einer Packung (z.B. Gesal) beweisen dies. Da steht nämlich geschrieben:

- von Tieren fernhalten (Igel sind auch Tiere!)
- unbrauchbare Reste dem Lieferanten/ der örtlichen Giftsammelstelle zurückgeben.
- nicht über eßbare Pflanzen streuen
- Gehalt 3,5% Metaldehyd
- giftklassefrei (heißt nicht giftfrei)

Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pestiziden möchten wir wieder darauf hinweisem, daß deren Anwendung immer ein Eingriff in die Natur ist, denn Pestizide im allgemeinen verändern die Natur (z.B. Entzug von natürlichem Futterangebot wie Insekten etc.). Zudem sind die Wechselwirkungen (z.B. Schneckenkorn zusammen mit Werrengift oder Unkrautvertilger etc.) noch weitgehend unbekannt und stellen eine zusätzliche Belastung der Fauna und Flora dar.

Wir empfehlen daher, auf jeglichen Einsatz von Pestiziden zu verzichten.

(Aus: Igel-Bulletin Ausgabe 6 November 1991)
..........................................
Tschüß
Euer Emil



   

Zurück zu „Garten-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google Adsense [Bot] und 1 Gast