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Darf ein HP Geschlechtskrankheiten untersuchen?

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Moderatoren: Angelika, Ernst

jazzmatazz
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Darf ein HP Geschlechtskrankheiten untersuchen?

Beitragvon jazzmatazz » 29. Sep 2005, 14:08

In meiner Vorbereitung auf die HP-Prüfung bin ich unterschiedliche Darstellungen gestoßen. Kann mir jemand sagen ob der HP nun Geschlechtskrankheiten untersuchen darf oder nicht. Ich gehe davon aus dass er es nicht darf, in einem Skript des ZFN München wird dies jedoch behauptet.


gekiller
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Beitragvon gekiller » 29. Sep 2005, 14:15

hallo,

rein rechtlich gesehen darf der hp geschlechtskrankheiten untersuchen. das verbot bezieht sich auf eine reihe von infektionskrankheiten. darunter sind unter vielen anderen auch einige geschlechtskrankheiten, die wir dann natürlich nicht dürfen.
bei den krankheiten, die jedoch nicht unter das infektionsschutzgesetz fallen, dürfen wir (wenn wir uns das in hinsicht auf die sorgfaltspflicht zutrauen).

liebe grüsse
gerda

Ullel2
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Beitragvon Ullel2 » 3. Okt 2005, 18:34

Hallo,

der Heilpraktiker darf keine Geschlechtskrankheiten behandeln, die sexuell übertragbar sind (diese sind im IfSG enthalten).

Andere - nicht sexuell übertragbare- Krankheiten darf der HP behandlen.

Gruss
Ulli

antsche
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NEIN, DER HP DARF NICHT!!!!!

Beitragvon antsche » 13. Okt 2005, 22:35

Um es ganz genau zu sagen:

Der HP darf Geschlechtskrankheiten* n i c h t untersuchen!!!

Der HP darf Geschlechtsorgane untersuchen!

Sollte sich während einer Untersuchung der Verdacht auf das Vorliegen einer Geschlechtskrankheit ergeben, so ist die Untersuchung sofort abzubrechen und der Patient an einen Arzt zu überweisen!

*Als Geschlechtskrankheiten werden nur die 4 eigentlichen Geschlechtskrankheiten definiert. Alles andere (z.B. Aids, Herpes genitalis, Trichomonaden etc.) sind venerisch übertragbare Erkrankungen. Entweder durch den HP nicht behandelbar lt. § 24 IfSG oder sowieso in §§ 6 oder 7. (Natürlich sind auch die Geschlechtskrankheiten venerisch -also durch GV - übertragbar. Damit da nix verwechselt wird)

So, jetzt habt Ihrs genau!

Gruss, antsche

processus
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Re: Doch er darf!

Beitragvon processus » 27. Nov 2005, 01:02

Um es ganz genau zu sagen:

Der HP darf Geschlechtskrankheiten* n i c h t untersuchen!!!

Der HP darf Geschlechtsorgane untersuchen!

Sollte sich während einer Untersuchung der Verdacht auf das Vorliegen einer Geschlechtskrankheit ergeben, so ist die Untersuchung sofort abzubrechen und der Patient an einen Arzt zu überweisen!
Hi antsche,
das ist nicht korrekt. Grundsätzlich darf der HP alles, was ihm nicht speziell durch Gesetze oder Verordnung verboten ist. Bezüglich der Geschlechtskrankheiten gibt es die (wichtigste) Einschränkung nach dem IFSG.

Er darf also grundsätzlich Geschlechtsorgane untersuchen, und auf bzw. bei Geschlechtskrankheiten untersuchen, und Geschlechtskrankheiten auch behandeln. Letzteres (also *behandeln*) nur nicht in Bezug auf die nach §24 IFSG mit Behandlungsverbot belegten Krankheiten.

Grundlage ist § 24 IFSG. Das Geschlechtskrankheitengesetzt existiert ja seit 2001 nicht mehr.

Grüße
processus

antsche
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Beitragvon antsche » 27. Nov 2005, 18:13

Hallo processus,

wie kommst Du denn darauf? § 24 IfSG geht sogar noch weiter als das alte BSG und sagt eindeutig, dass sich das Behandlungsverbot auf alle venerischen Erkrankungen bezieht.

Der § 24 IfSG ist auf jeden Fall nicht so zu interpretieren, dass man die sog. "alten" Geschlechtskrankheiten jetzt behandeln darf!

Erzähl` das mal genauso einem Amtsarzt und Du bist durch ..... durchgefallen nämlich!
Gruss, antsche


processus
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Beitragvon processus » 27. Nov 2005, 18:42

wie kommst Du denn darauf?
auf was?
§ 24 IfSG geht sogar noch weiter als das alte BSG und sagt eindeutig, dass sich das Behandlungsverbot auf alle venerischen Erkrankungen bezieht.
Das habe ich auch nicht bezweifelt
Der § 24 IfSG ist auf jeden Fall nicht so zu interpretieren, dass man die sog. "alten" Geschlechtskrankheiten jetzt behandeln darf!
Hab' ich das irgendwo geschrieben?
Erzähl` das mal genauso einem Amtsarzt und Du bist durch ..... durchgefallen nämlich!
na, na, des stimmt schon so. Lies Dir nochmal genau durch, was ich geschrieben habe.

Mir ging es v. a. um Dein Postin, in dem Du behauptet hast, der HP dürfe Geschlechtskrankheiten nicht untersuchen. Und das stimmt eben nicht, siehe mein Posting.

Viele Grüße
processus

antsche
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Beitragvon antsche » 28. Nov 2005, 16:30

Nichts für ungut, processus, aber da werde ich nicht weiter mit Dir drüber debattieren! Ruf einfach mal beim Gesundheitsamt an und frag` den dortigen Amtsarzt danach! Er wird Dich eines Besseren belehren!

Finde ich nicht gut, dass Du HPAs hier verunsicherst (denn genau das war ja die Ursprungsfrage), indem Du einfach eine Behauptung hier einstellst, die Du überhaupt nicht fundieren kannst oder willst, sonst könntest Du meine Nachfrage, wie Du auf eine solche Behauptung kommst, beantworten!

Okay, das war`s für mich!

Tschö, antsche

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Ernst
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Beitragvon Ernst » 28. Nov 2005, 18:07

Hallo antsche
Ich habe processus so verstanden, dass er lediglich gesagt hat dass die generelle Aussage: "Geschlechtskrankheiten dürfen nicht untersucht werden" so nicht richtig ist.
Es ist ja richtig dass fast alle Geschlechtskrankheiten dem IFSG unterliegen, und dadurch eben auch dem Behandlungsverbot. Daraus lässt sich aber keine generelle Ableitung herleiten.

Es ist gerade für HPA´s ganz wichtig diesen kleinen - aber feinen - Unterschied zu wissen und stellt deshalb auch in keiner Weise eine "Verunsicherung" dar. Denn soweit ich mich erinnern kann, zielte gerade in eine der letzten Prüfungen eine der schriftlichen Fragen genau darufhin ab.
Grüße von der Waterkant
Ernst

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antsche
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Beitragvon antsche » 28. Nov 2005, 23:14

Hallo Ernst, auch Dein Kommentar macht es nicht einfach! Willst Du tatsächlich einen HPA mit einer solch` "butterweichen" Antwort in die Prüfung lassen?

Die Frage, die sich Euch wahrscheinlich stellt ist: Bis wohin geht die Untersuchung? Wann fängt Behandlung an?
Hast Du anhand der Symptome Verdacht auf das Vorliegen einer venerischen Erkrankung, was willst Du dann aber noch großartig weiteruntersuchen?
Etwa gar eine Erregerbestimmung machen zur Bestätigung des Verdachts? Noch schlimmer!

Ich bleibe dabei: Ergibt sich während der Untersuchung der Verdacht auf das Vorliegen einer venerischen Erkrankung, dann ist die Untersuchung abzubrechen und der Patient an einen Arzt zu verweisen!

Ich verstehe nicht, was es da zu interpretieren gibt!

@processus
und Geschlechtskrankheiten auch behandeln. Letzteres (also *behandeln*) nur nicht in Bezug auf die nach §24 IFSG mit Behandlungsverbot belegten Krankheiten.
Was steht denn konkrekt dazu in §24 IfSG? Dieser spricht von venerischen Erkrankungen, was eigentlich den Begriff "Geschlechtskrankheit" im Sinne einer durch GV übertragbaren Krankheit sogar noch weiter fasst, als das alte BSG.
Nenne mir doch mal eine "Geschlechtskrankheit", die Du behandelst/behandeln würdest? Vielleicht kommen wir dadurch der Sache näher!
LG antsche

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Ernst
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Beitragvon Ernst » 29. Nov 2005, 00:18

Sorry tut mir leid antsche, aber vermutlich sind wir alle ein wenig dumm und nur in der Lage "butterweiche" Antworten zu geben.

Ne, im Ernst - welche Antwort erwartest du denn? Was dir hier jetzt von mehreren Seiten an Antworten angeboten wurde, war glashart.
Wenn du aber meinst, dass damit Prüflinge absichtlich in die Irre geführt werden, dann tut es mir wahnsinnig leid, denn dann glaube ich nicht, das du in der Lage bist Antworten oder Gesetze vernünftig zu interpretieren.

Glaubst du denn wirklich dass der Amtsarzt ein Rechtreferat in allen Details genau zu diesem Thema von dir hören will?
Es ist sicherlich ausreichend, bei der Frage nach der Untersuchung von Geschlechtskrankheiten auf das Behandlungsverbot nach dem IFSG hinzuweisen. Damit hast du mit absoluter Sicherheit den Kern seines Antwortwunsches getroffen. Was soll er da wohl noch groß nachfragen? Höchstens dass du die Geschlechtskrankheiten die unter dieses Gesetz fallen auch aufzählen kannst.
Grüße von der Waterkant
Ernst

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processus
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Behandelbare Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Beitragvon processus » 29. Nov 2005, 00:39

Na, Frau Kollegin, warum gleich so emotional?!
Hallo Ernst, auch Dein Kommentar macht es nicht einfach! Willst Du tatsächlich einen HPA mit einer solch` "butterweichen" Antwort in die Prüfung lassen?
Ein wenig Differenzierungsfähigkeit könntest Du unseren zukünftigen Kollegen schon zusprechen :-)
Die Frage, die sich Euch wahrscheinlich stellt ist: Bis wohin geht die Untersuchung? Wann fängt Behandlung an?
Nein, darum geht es hier gar nicht.
Hast Du anhand der Symptome Verdacht auf das Vorliegen einer venerischen Erkrankung, was willst Du dann aber noch großartig weiteruntersuchen?
Warum reitest Du denn auf den venerischen Erkrankungen herum, hm? Es gibt ja auch noch viele weitere Erkrankungen aus dem Bereich Gynäkologie / Andrologie / Urologie (Geschlechtskrankheiten = Erkrankungen der Geschlechtsorgane), deren Behandlung für den HP durchaus Sinn macht und erlaubt ist (s.u.).
Etwa gar eine Erregerbestimmung machen zur Bestätigung des Verdachts? Noch schlimmer!
Wie kommst Du darauf? Das ist klar lt. § 24 verboten.
Ich bleibe dabei: Ergibt sich während der Untersuchung der Verdacht auf das Vorliegen einer venerischen Erkrankung, dann ist die Untersuchung abzubrechen und der Patient an einen Arzt zu verweisen!
Bei venerischen Erkrankungen mag das noch angehen (auch wenn der Abbruch der Untersuchung realitätsfremd ist und diese Antwort auch in der Prüfung vom Vorsitzenden so nicht erwartet wird. Oft stellt sich der Verdacht ja bereits in der Anamnese. Willst Du die bereits abbrechen? Wie willst Du denn Deinen Verdacht erhärten? Was willst Du auf dem Faxformular des Gesundheitsamtes ankreuzen? Im Zweifel / Extremfall könntest Du sogar einen NOTFALL übersehen, und das ist natürlich grob fahrlässig, dann gehen alle Lichter aus).

Also: Untersuchung abbrechen ist Quatsch!
Und: Wenn man's so darstellt, wird selbst der fieseste Amtsarzt (fast) kein Argument dagegen setzen.

Um wieder auf das Thema zukommen: Die Diskussion dreht sich also um die Definition "Geschlechtskrankheit"
Nenne mir doch mal eine "Geschlechtskrankheit", die Du behandelst/behandeln würdest?
Ach, da gibts viele: Zyklusstörungen, Amenorrhoen, Erektionsstörungen, Trauma, Bartholinsche Zysten (abh. vom Erreger), psychovegetativer Fluor genitalis, allein die BPH. Begleitend Hoden-Ca, Zervix-Ca. etc.pp.

Reicht das?

Das alles war früher meist nicht möglich wg. Geschlechtskrankheitengesetz. Alleine schon die Untersuchung. Da war selbst die Rektaluntersuchung für den HP bei einem männlichen Patienten im Nachhinein illegal, wenn sich bei der US eine Prostatahypertrophie herausstellen sollte (Okay, nicht jeder HP macht eine digitale US). Zumindest hat man dies in manchen irrwitzigen HP-Prüfungen so gesehen (selbst erlebt).

Mir gings lediglich um das anfangs von Dir gemachte unkorrekte Statement: HP darf bei Geschlechtskrankheiten nicht untersuchen. Das ist so eben käse (Nix für ungut). Und daher auch für die HP-Prüfung falsch.

Laß Dir was erzählen von einem, der seit mehreren Jahren Praxis- + Unterrichtserfahrung (u. a. auch Prüfungsvorbereitung) hat.
Host mi?

Grüße
processus

antsche
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Beitragvon antsche » 29. Nov 2005, 01:37

Das nennst Du Geschlechtskrankheiten??? Dann schau Dir die Definition derselben doch nochmals an (syn.: sexuell übertragbare Krankheiten) - damit sind noch immer nicht die Erkrankungen der Genitalorgane gemeint, die Du hier anführst!
Na, Gottseidank bin ich ja schlussendlich draufgekommen, wo Dich hier der Schuh drückt!

Jahrelange Praxis- und Unterrichtserfahrung .... so, wo denn?

antsche

processus
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Beitragvon processus » 29. Nov 2005, 15:03

Das nennst Du Geschlechtskrankheiten??? Dann schau Dir die Definition derselben doch nochmals an (syn.: sexuell übertragbare Krankheiten) - damit sind noch immer nicht die Erkrankungen der Genitalorgane gemeint, die Du hier anführst!
Na, Gottseidank bin ich ja schlussendlich draufgekommen, wo Dich hier der Schuh drückt!

Jahrelange Praxis- und Unterrichtserfahrung .... so, wo denn?

antsche
Es gibt Geschlechtskrankheiten i. w. S. und solche i. e. S. (die übertragbaren). Wenn Du drauf bestehst, dann verstehen wir also die i. e. S. darunter. Schön.
Die ursprüngliche Frage bestand aus 2 Teilen, unter anderem, ob man Geschlechtskrankheiten als HP untersuchen darf. Da die Frage allgemein formuliert war, gibt es eine allgemeine und doch differenzierte Antwort.

Also nochmal klar und eindeutig:

Der HP darf und soll auf/bei Geschlechtskrankheiten (ob übertragbar oder nicht) untersuchen. Behandeln (inkl. Erregernachweis) darf er selbstverständlich nur die nicht-übertragbaren (also die G. i.e.S.). Was anderes habe ich nie geschrieben.

Sind damit alle Mißverständnisse beseitigt?

Grüße
processus

antsche
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Beitragvon antsche » 30. Nov 2005, 01:34

Duo quum faciunt idem, non est idem!



   

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