Brennessel

Brennessel, Urtica dioica (große), Urtica urens (kleine)



Pflanzenfamilie: Nesselgewächse [Urticaceae]

Vorkommen: Europa; fast ganz Europa; Kaukasus; Kleinasien; Mitteleuropa; Mittelmeergebiet; Nordasien; Südeuropa; Weltweit;

Wächst: von Februbar bis Oktober

Pflanzzeit:

Sammelzeit: Blüten von Juni bis Oktober
Pflanze / Blätter von März bis August

Die Brennessel ist eine wild wachsende Heilpflanze, deren Blätter einen giftschlangen ähnlichen Stoff enthält. Bei Berührung mit der Haut verursacht sie brennende Quaddeln, was früher in der Volksheilkunde bei rheumatischen Erkrankungen angewendet wurde. Die betroffenen Körperstellen wurden mit frischen Nesseln ausgepeitscht, wodurch eine wärmende und bessere Durchblutung erfolgte. Heute verwendet man sie zur Blutreinigung, Entschlackung und Entwässerung. Durch ihren hohen Gehalt an Eisen und Chlorophyll ist sie besonders blutbildend.

Bilder:

Beschreibung:

Die Brennessel mit ihrem verzweigten Wurzelstock wächst fast überall im Garten, an Wegrändern und Wäldern. Der Stengel kann 30 - 150cm hoch werden. Die langen herzförmigen Blätter sind dunkelgrün. Die Brennhaare sind glasartige und spröde Zellgebilde, deren Spitze in die Haut eindringt, und die in ihr befindliche Flüssigkeit entleert, was die Rötung und brennende Quaddeln verursacht.

Hauptwirkstoffe:

Die Inhaltsstoffe der großen und kleinen Brennessel sind annähernd gleich.
im Sekkret der Brennhaare befinden sich:
- Spuren von Ameisensäure
- Histamin
- Acetylcholin
- Serotonin
- ein Nesselgift, deren Struktur noch unbekannt ist
in den Wurzel befindet sich:
- Scopoletin (0,002-0,01%)
- 3-Beta-Sitosterol und ~glykoside, Urtica-Agglutinine

Inhaltsstoffe im Brennesselkraut und ~blätter:
Mineralsalze (Kalium und Calzium), Kieselsäure, bis 1,8% Flavonoide, viel Chlorophyll, Carotinoide, pflanzliche Säuren, Vitamine (Vitamin C im frischen Kraut)

Verwendung: - als Aufguß bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, sowie zur Prophylaxe und Therapie bei Nierengrieß, äußerlich Brennesselspiritus zur unterstützenden Behandlung bei rheumatischen Erkrankungen
Traditionell: - auch bei Leber- und Gallenbeschwerden, zur Anregung des Stoffwechsels (Frühjahrskur), bei Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten, als Haarwuchs- und Schuppenmittel
Homöopathisch: Verwendung der frischen blühenden Pflanze bei Gicht, Exanthemen, der Wurzel zur Erhöhung des Harnflusses
Nebenwirkungen: selten Magen-Darm-Beschwerden

Anwendung:

- der Tee zur Blutreinigung und Entwässerung - ist die wesentlichste Eigenschaft der Brenessel. (Entschlackung des Organismus)
- Blätter und Knospen werden hauptsächlich für Tees verwendet.
- frische Brenesselblätter für einen Brennesselschnaps
- Achtung beim Brennesselsaft: Dieser wird aus der ganzen Pflanze nebst Wurzel gewonnen und Geht leicht in Gärung über ! (dann nicht mehr verwenden)
- Brennessel wird lindernd und heilend bei: Blaseninfektion, Steine und Gries, Arthritis und Gicht
- der Aufguß oder Saft kann gegen Schnitte und Wunden, Hämorrhoiden, Nasenbluten, Verbrennungen und Verbrühungen angewandt werden.
- sie befreit die Atemwege von Katharren und wirkt wohltuend bei Allergien, wie Heuschnupfen und Asthma
- sie hilft bei Durchfall, Blähungen, sowie bei Entzündungen und Geschwüren im Magen-Darm-Bereich und gegen Sodbrennen.
- eine Tinktur aus Brennesselsamen kann die Schiddrüsenfunktion normalisieren und die Kropfbildung mildern
- die Ameisensäure und das Histamin beleben den Kreislauf und wirken gegen Rheumaschmerzen
- der Extrakt aus der Wurzel - in Alkohol gelöst - meist mit Märzveilchen, Zwergholunder und Klette gemischt, ist gut für einen gesunden Haarwuchs und gegen Schuppen
- als Gemüse , Suppen und Salat - eine leckere Bereicherung für den Tisch

Achtung: Bei der Verwendung älterer Pflanzen, kann es bei innerlicher Anwendung, wegen ihrer Nesseln zu Magenreizung und Nierenschädigung kommen.

Inhaltsstoffe:

 · Gerbstoffe  · Vitamin C  · Mineralstoffe  · Karotinoide  · Ameisensäure  · Histamin  · Acetylcholin  · Serotonin  · Scopoletin  · Kalium  · Vitamin A  · Eisen  · Sekretin  · Spurenelemente  · Chlorophyll  · Bor  · Calzium  · Magnesium  · Phosphor  · Kupfer  · Zink  · Mangan  · Natrium  · Silizium  · Nitrat  · Zucker  · pflanzliche Säuren  · Kieselsäure


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